Sperrbezirk Ahlen
60 Bienenvölker von Faulbrut betroffen

Ahlen -

Rudn 60 Bienenvölker an zehn Standorten sind von der Faulbrut im Sperrbezirk Ahlen betroffen. Trotzdem: Ahlens Imker bleiben gelassen. Es sei keine Seuche.

Samstag, 04.08.2018, 14:41 Uhr

Bettina Heimann und Stephan Kaplan sind froh, dass der betroffene Imker durch das Wissen aus Schulungen die Auffälligkeiten schnell erkennen konnte und umgehend Meldung erstattet hat.
Bettina Heimann und Stephan Kaplan sind froh, dass der betroffene Imker durch das Wissen aus Schulungen die Auffälligkeiten schnell erkennen konnte und umgehend Meldung erstattet hat. Foto: Ralf Steinhorst

Der Aufmerksamkeit eines Vorhelmer Imkers ist es zu verdanken, dass beim Auftreten der Amerikanischen Faulbrut (AFB) in einem seiner Bienenvölker schnell Maßnahmen ergriffen werden konnten, um eine Verbreitung zumindest einzudämmen. Der Kreisveterinär hat umgehend eine Sperrzone von drei Kilometern um den Stand des betroffenen Bienenvolkes verhängt.

Regelmäßiges Monitoring

Bettina Heimann und Stephan Kaplan , beide Bienensachverständige und Vorstandsmitglieder im Imkerverein Ahlen, bleiben beim Thema Amerikanische Faulbrut bei Bienen auch nach dem Auftreten in Vorhelm ruhig. „Früher war die sogenannte Bienenseuche ausgebreiteter“, erklärt Stephan Kaplan. Inzwischen sorge ein regelmäßig durchgeführtes Monitoring dafür, dass ein Ausbrechen der AFB stark reduziert werden konnte. Das letzte Mal im Kreis Warendorf war das im Jahr 2011 in Beckum.

Infiziertes Futter

Sporen im Futter können, müssen die Infektionskrankheit aber nicht auslösen. Ein regelmäßiges Monitoring prüft die Stände der Bienenvölker auf diese Sporen, so dass rechtzeitig eingegriffen werden kann. Aber auch die Schulungen im Imkerverein gehen dieses Thema immer wieder an, so dass sie selbst Anzeichen auf eine Infektion erkennen können.

So sieht ein gesunder Bienenstand in Ahlen aus.

So sieht ein gesunder Bienenstand in Ahlen aus. Foto: Ralf Steinhorst

Es sollen ja nicht mehr Bienen als notwendig getötet werden.

Stephan Kaplan

In diesem Fall hatte es der betroffene Imker am Dienstag selbst erkannt und umgehend die Bienensachverständige Bettina Heimann verständigt. Die hat sofort den Kreisveterinär hinzugezogen. Eine Probe wurde noch am gleichen Tag in einem Labor in Münster untersucht – mit positivem Befund. Der Imker hat sechs Bienenvölker. Das Betroffene wurde inzwischen abgetötet. Bei den anderen fünf Völkern muss der Kreisveterinär entscheiden, wie weiter verfahren wird. Auffälligkeiten lagen zumindest nicht vor. „Es sollen ja nicht mehr Bienen als notwendig getötet werden“, beschreibt Stephan Kaplan die Überlegungen dazu. Für alle Stände im Sperrgebiet gilt jetzt, dass sie gemeldet werden müssen und sie dürfen nicht vom Standort entfernt werden.

60 Völker im Sperrgebiet

Zehn Stände mit bis zu 60 Bienenvölkern liegen im Sperrgebiet, sie werden nun alle überprüft. Bettina Heimann hofft, dass die Untersuchungen inklusive der Ergebnisse in zwei Wochen abgeschlossen werden können. Sie selbst hat in diesem Gebiet auch einige Völker: „Bei denen ist aber alles okay“, zeigt sie sich nach einer klinischen Prüfung erleichtert. Aber auch darüber, dass der Bienenlehrstand nicht im Sperrgebiet liegt. Das steht weiter unter Beobachtung. In einigen Monaten wird ein erneutes Monitoring durchgeführt, die bei negativen Ergebnissen zur Aufhebung des Sperrgebiets führen kann.

Nicht die Biene ist dann krank, sondern die Brut.

Stephan Kaplan

Die AFB bedeutet keine Gefahr für den Menschen, auch der Honig eines betroffenen Bienenvolkes kann ohne Bedenken verzerrt werden. „Nicht die Biene ist dann krank, sondern die Brut“, unterstreicht Stephan Kaplan. Das Volk wird dann kleiner, weil es keinen Nachwuchs mehr gibt.

Honiggläser verschließen und ausspülen

Für den Ausbruch der Infektion kommen mehrere Ursachen in Frage. So kann eine Übertragung durch ein verwaistes oder wildes Bienenvolk erfolgen. Oder Bienen können den Erreger durch Genuss von Honig in offenstehenden Honiggläsern einschleppen. Denn die nicht gesundheitsgefährdenden Sporen können in diesem Honig enthalten sein. „Gerade im Spätsommer suchen Bienen intensiv nach Nahrung“, weiß Stephan Kaplan. Offene Honiggläser sind allerdings der falsche Weg, die Bienen dabei zu unterstützen. Auch Honiggläser für das Altglas sollten deshalb vor dem Einwerfen kräftig durchgespült werden.

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