DB investiert in Takt und Fahrzeuge
Halbstündlich von NRW in die Hauptstadt

Unna -

Spätestens ab 2025 will die Deutsche Bahn (DB) zwischen NRW und Berlin Züge im Halbstundentakt fahren lassen. Das hat Dr. Philipp Nagl, zuständiger Mann für die Angebotsplanung im Fernverkehr, am Freitag in Unna erklärt. 

Samstag, 08.09.2018, 13:02 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 08.09.2018, 01:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 08.09.2018, 13:02 Uhr
So sieht er aus, der neue ICE 4. Auf der Berlin-Verbindung kommt er zum Einsatz.
So sieht er aus, der neue ICE 4. Auf der Berlin-Verbindung kommt er zum Einsatz. Foto: Siemens

Nagl tauschte sich mit dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Nahver kehr Westfalen-Lippe (NWL), Joachim Künzel , aus. Ende Oktober wollen beide Seiten ein tragfähiges Konzept vorlegen, das die Ansprüche von Nah- und Fernverkehr in Einklang bringt, sagte Künzel.

Die Verbindung in die Hauptstadt boomt. Um rund 22 Prozent ist die Zahl der Reisenden zwischen NRW und Berlin in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. Grund genug, ins Angebot zu investieren.

Um attraktiv zu bleiben, will die Bahn die Fahrzeit weiter verkürzen, modernere sowie größere ICE-Züge der vierten Generation auf die Schiene bringen und die Pünktlichkeit erhöhen. Aus diesem Grund wird künftig in Hamm das zeitraubende und störanfällige Vereinen der Züge aus und nach Köln sowie Düsseldorf entfallen, indem vier anstatt wie bisher zwei Züge eingesetzt werden.

Eine Mammutaufgabe

Den Nah- und Fernverkehr auf der Strecke von Düsseldorf respektive Köln bis Berlin anzupassen, anzugleichen, abzustimmen und zu synchronisieren ist eine Mammutaufgabe. Weil unglaublich viel zu berücksichtigen ist. Auch politische Interessen. Vor zwei Tagen erklärte die DB , nun doch am stündlichen Halt in Hagen und Wuppertal festhalten zu wollen. Der Konzern beugte sich der Kritik.

Am Freitag sagte Nagl, die DB wolle künftig auch auf der Amsterdam-Berlin-Strecke über Osnabrück, Rheine und Hannover das neueste ICE-Material einsetzen. Ein zeitraubender Lokwechsel in Bad Bentheim werde damit überflüssig.

Niederländischer Wunsch 

Die Ankündigung ist Wasser auf die Mühlen der Niederländer , die schon lange eine bessere Verbindung fordern. Keine Einigung erzielen konnten beide Seiten bisher über den Wegfall etlicher der 14 Zwischenhalte auf der Route. Als ersten Schritt wünscht sich der niederländische Bahnchef Roger van Boxtel eine tägliche nahezu zwischenstoppfreie Sprinterverbindung.

Die neuen ICE4-Züge werden übrigens schon mit dem Fahrplanwechsel im Dezember auf der Strecke Köln - Hamburg über Dortmund und Münster eingesetzt.

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