„Sehen uns als Teil der Lösung“
Landwirte wehren sich gegen Schuldzuweisungen beim Fischsterben

Münster -

Den Landwirten entlang der Aa ist stark an der Aufklärung des Fischsterbens im Aasee gelegen. Sie haben ihre Anstrengungen beim Gewässerschutz in den vergangenen Jahren intensiviert, demonstrierten sie am Montag bei einer Informationsveranstaltung auf dem Hof Dieckmann.

Montag, 17.09.2018, 18:39 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.09.2018, 17:50 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.09.2018, 18:39 Uhr
Die Hintergründe für das Fischsterben im Aasee sind noch nicht abschließend untersucht worden. Deshalb lehnen die Landwirte Schuldzuweisungen ab.
Die Hintergründe für das Fischsterben im Aasee sind noch nicht abschließend untersucht worden. Deshalb lehnen die Landwirte Schuldzuweisungen ab. Foto: Matthias Ahlke

Die Landwirtschaft sieht sich von Teilen der Öffentlichkeit zu Unrecht als Mitverursacher des Fischsterbens vom 8. August im Aasee an den Pranger gestellt. „Ein Erster-Stein-Werfen vor der Analyse ist das falsche Signal“, warnte die Vorsitzende des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, Susanne Schulze Bockeloh, in Erwartung eines externen Gutachtens.

Wochenlang habe es vor der Katastrophe nicht geregnet, und die Drainagen der Äcker seien längst ausgetrocknet gewesen. „Wir sehen uns als Teil der Lösung, nicht als Teil des Problems“, betonte Schulze Bockeloh am Montag vor Gewässerexperten, Verwaltungsfachleute und Kommunalpolitikern auf dem Aa-Anrainerhof Dieckmann in Gievenbeck. Dort verdeutlichten die Landwirte bei einer Informationsveranstaltung die Anstrengungen, die sie bereits heute für den Gewässerschutz unternehmen.

Lagebericht zum Aasee: Landwirt Dieckmann aus Münster

Hausherr Hendrik Dieckmann berichtete zum Beispiel, dass er auf seinem Hof mit 63 Kühen 63 Hektar Acker bewirtschafte und 23 Hektar Grünfläche zur Verfügung habe. Zur Aa hin habe er einen Heckenstreifen gepflanzt, davor eine Grasfläche als Ausgleichsfläche angelegt. Gülle werde auf dem Grün nur per Schleppschlauch eingebracht, und gemäht werde auch nur zwei Mal im Jahr, wobei ein zweites Mal in diesem Jahr noch nicht möglich gewesen sei. Roxel/Albachtens Ortsverbandsvorsitzender Hermann-Josef Richter erläuterte, dass er durch effizientere Nutzung der Gülle große Einsparungen bei Stickstoff, Phosphor und Kali erziele.

Verdeutlichten am Montag am Aa-Ufer die Gewässerschutzbemühungen der Landwirte (v.l.): Susanne Schulze Bockeloh, Alexander Kreuzheck und Hendrik Dieckmann.

Verdeutlichten am Montag am Aa-Ufer die Gewässerschutzbemühungen der Landwirte (v.l.): Susanne Schulze Bockeloh, Alexander Kreuzheck und Hendrik Dieckmann. Foto: Uwe Wahlbrink

Genauso seien auch die Landwirte im Kreis Coesfeld unterwegs, betonte Marianne Lammers von der dortigen Kreisstelle. Sie berichtete, dass die Havixbecker Kläranlage zurzeit für den Phosphateintrag in die Aa mangels weiterer Zuläufe alleine verantwortlich sei.

Die letzten Messungen in der Aa hätten keine Auffälligkeiten gezeigt, schilderte Florian Honsel vom Beratungsteam Oberflächengewässer der Landwirtschaftskammer. Insgesamt führen etwa 85 Kilometer Wasserläufe zum Aasee. Die meisten davon, darunter die Aa mit 24 Kilometern, liegen im Kreis Coesfeld. In Münster ist der Meckelbach mit 8,1 Kilometern der längste Zufluss.

Fischsterben im Aasee

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  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
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  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke

Etwas Schärfe kam in den Austausch, als der Albachtener Landwirt Bernhard Eggert Zweifel daran äußerte, dass die Stadt genug zur Verhinderung des Fischsterbens getan habe. „Es geht nicht um Schuld, es geht nicht um Sühne, sondern darum, eine Strategie zu finden, wie man weitere so katastrophale Ereignisse verhindern kann“, erwiderte Bürgermeister Gerhard Joksch.

Schulze Bockeloh versicherte, wenn in einem Gesamtkonzept für den Aasee erkennbar werde, dass sich die Landwirtschaft verändern oder anpassen müssten, seien diese dabei: „Da sind wir innovativ.“

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