Finanzielle Misere
Klarastift: Luft für Heimleitung wird dünner

Münster -

Die Einbußen sind erheblich, der Aufnahmestopp hat die finanzielle Misere des kommunalen Altenhilfezentrums Klarastift deutlich verschärft. Die Luft für die Heimleitung wird dünner.

Montag, 15.10.2018, 21:50 Uhr aktualisiert: 15.10.2018, 21:57 Uhr
Finanzielle Misere: Klarastift: Luft für Heimleitung wird dünner
Foto: Oliver Werner

Aufsichtsrat und Gesellschafter geben für das in finanzielle Schieflage geratene kommunale Altenhilfezentrum Klarastift im Mauritzviertel mit Nachdruck die klare Marschroute aus, dass der durch die städtische Heimaufsicht wegen Problemen und Personalmangels in der Pflege bereits vor Monaten verhängte Aufnahmestopp schnell wieder aufgehoben werden kann. „Der Aufnahmestopp muss weg“, fordert Aufsichtsratsvorsitzende Anna Hakenes . „Und das möglichst noch vor dem 1. Januar 2019.“

Der Aufnahmestopp muss weg.

Aufsichtsratsvorsitzende Anna Hakenes

Dabei wird nach Informationen unserer Zeitung die Luft für Geschäftsführer Dr. Michael Lucas dünner. Mehrfach sei die Heimleitung schriftlich dazu aufgefordert worden, die bestehenden Mängel in der Pflege unverzüglich zu beseitigen und kurzfristige Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Ungeduld in den Gremien wächst. Die zusätzlichen Liquiditätsengpässe durch den Aufnahmestopp seien bereits im Sommer absehbar gewesen, Monate inzwischen vergangen, heißt es. Das Klarastift ist auf 103 Plätze ausgelegt, derzeit leben dort 83 Bewohner.

300.000 Euro fehlen in der Kasse

Die Heimaufsicht hatte im Juni verfügt, dass die Altenhilfeeinrichtung bis zum Jahresende keine Bewohner mehr aufnehmen darf. Hintergrund sollen zwei Vorfälle in der Pflege gewesen sein.

Bei der turbulenten Aufsichtsratssitzung hinter geschlossenen Türen am vergangenen Freitag war deutlich geworden, dass vor allem der Aufnahmestopp zu erheblichen Einbußen im Geschäftsjahr 2018 führt. Nach Informationen unserer Zeitung fehlen 300 000 Euro in der Kasse. Denn: Wenn Plätze nicht besetzt werden können, erzielt das Heim hierfür keine Einnahmen.

Wirtschaftliches Risiko

Einflussreiche Aufsichtsratsmitglieder sprachen sich indes dagegen aus, Geld aus anderen Töpfen lockerzumachen, um das dicke Defizit auszugleichen, weil sie sich juristisch nicht angreifbar machen wollten. Sogar Fragen zu einer Insolvenz sollen gestellt worden sein.

Vertreter der beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon hatten an der Aufsichtsratssitzung nicht teilgenommen. Aus Sicht der Prüfer ist die aus vier Gesellschaften bestehende Konstruktion des Klarastiftes wirtschaftlich risikobehaftet. Diese Strukturen seien einer qualitativ guten Pflege weniger dienlich, heißt es.

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