Kooperation von Stadt und Studierendenwerk
Die Flüchtlingsunterkunft als Studentenwohnheim

Münster -

Die Oxford-Kaserne ist der größte Posten, aber grundsätzlich stehen noch mehr Gebäude vorübergehend für studentisches Wohnen bereit: Studierendenwerk und Stadt Münster verhandeln derzeit erfolgreich über die Untervermietung ehemaliger Flüchtlingsunterkünfte.

Freitag, 19.10.2018, 08:18 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 19.10.2018, 08:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 19.10.2018, 08:18 Uhr
Die Oxford-Kaserne in Gievenbeck
Die Oxford-Kaserne in Gievenbeck Foto: Kay Böckling

Es ist vielleicht noch nicht der Durchbruch auf dem studentischen Wohnungsmarkt – aber zur Linderung größter Wohnungsnot doch mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein: Das Studierendenwerk hat sich mit der Stadt auf die vorübergehende Übernahme ehemaliger Flüchtlingsunterkünfte verständigt. Größter Posten ist dabei die Gievenbecker Oxford-Kaserne, die schon in den kommenden Tagen bezogen werden kann. Auch am Dahlweg steht eine Unterkunft bald zum Einzug bereit.

„Das machen wir gerade“, berichtet Andreas Tschöpe vom städtischen Amt für Immobilienmanagement. Die Stadt habe sehr kurzfristig auf die Anfrage des Studierendenwerks reagieren können: Die Einrichtung am Dahlweg, ein zweigeschossiges Gebäude in Holzrahmenbauweise, sei in gutem Zustand: „Einmal reinigen, dann kann sie bezogen werden.“ Elf Appartements waren hier ursprünglich eingerichtet – das heißt, es gibt Platz für etwa 35 Studierende, meint Frank Olivier , der Geschäftsführer des Studierendenwerks.

Befristete Notlösung

In den früheren Mannschaftsquartieren 16 und 20 der Oxford-Kaserne – Haus 16 ist bezugsfertig, Haus 20 könne rasch eingerichtet werden – sei Platz für jeweils 60 bis 80 Studierende, berichtet Olivier. Der Plan sei, die früheren Zweibettzimmer als Einzelzimmer für etwa 280 Euro Warmmiete anzubieten und aus den größeren Räumen maximal Zweibettzimmer zu machen, die für etwa zehn Euro pro Tag untervermietet werden können – die genaue Kalkulation sei noch nicht abgeschlossen.

Das Studierendenwerk zahlt in jedem Fall eine geringe Miete und eine Nebenkostenpauschale. „Die Stadt unterstützt uns sehr“, lobt Olivier. „Wir sind da offen“, sagt Andreas Tschöpe. „Wenn vom Studierendenwerk der Hinweis kommt, gehen wir wieder in die Suche rein.“

Mehr als eine Untervermietung für ein paar Wochen oder Monate ist aber erstmal nicht drin. Das Heim am Dahlweg steht nur bis Ende des Jahres zur Verfügung, die Oxford-Kaserne bis zum 30. Juni 2019. Das Studierendenwerk sei grundsätzlich an einer längeren Anmietung interessiert, sagt Frank Olivier – zumal die Gievenbecker Wohnheime Heekweg und Gescherweg derzeit wegen Umbaus entfallen.

Das Ziel: Dauerhafte Lösungen

Über den „Arbeitskreis Studentisches Wohnen“ sei man auch in Kontakt mit Bund (Bima) und Land (BLB) – aber deren interessanteste Objekte, York-Kaserne und Finanzamt, stünden zumindest vorerst nicht zur Verfügung. „Wir haben Anspruch angemeldet“, betont Olivier.

Im November soll mit der Bima geklärt sein, ob in den früheren Britenhäusern am Tormin- und am Köhlweg weiterhin bis zu 100 Studierende wohnen können. Der Mietvertrag endet am 30. März 2018. CDU und Grüne wollen sich gemeinsam dafür einsetzen, dass die städtische Wohn- und Stadtbau diese Immobilien erwirbt. „Gerade in Verbindung mit der verbilligten Grundstücksabgabe dürften hier gute Chancen bestehen, studentisches Wohnen auf Dauer zu ermöglichen“, so der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Baumann.

Studentisches Wohnen im Finanzamt?

Ob das alte Finanzamt an der Münzstraße für studentisches Wohnen genutzt werden kann, ist weiter ungewiss. Der von Grünen und CDU vorgeschlagene und vom AstA favorisierte Standort komme wohl, so verlautete es am runden Tisch, für studentisches Wohnen in Betracht, teilten die Grünen kürzlich mit. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) hielt sich auf Anfrage dieser Zeitung jedoch bedeckt: „Aktuell werden Landesnutzungsoptionen geprüft. Sobald diese Prüfungen abgeschlossen sind, können wir dazu weitere Informationen geben“, teilte eine BLB-Sprecherin mit.

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