Wohnraummangel
Pro und Contra: Benötigt Münster einen neuen Stadtteil?

Münster -

Angesichts der großen Wohnungsnot in Münster machen die Mietervereine Druck und haben eine neue Diskussionsrunde eröffnet: Sie fordern einen neuen Stadtteil, weil sich ohne ihn der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum nicht decken lasse. Ein Pro und Contra zu dieser Idee. 

Sonntag, 21.10.2018, 12:55 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 21.10.2018, 12:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 21.10.2018, 12:55 Uhr
Wohnraummangel: Pro und Contra: Benötigt Münster einen neuen Stadtteil?
Die „York-Höfe“ gehören in jüngster Zeit zu den größeren Baumaßnahmen in der Stadt. Foto: Matthias Ahlke

Pro: Unbedingt

Ohne einen neuen Stadtteil verstrickt sich die Stadt Münster in eine immer größere Wohnraumnot. Die Nachverdichtungen in Stadtteilen wie am Aasee, in Rumphorst oder im Südviertel können nur Trostpflaster sein. Mehr nicht. Sie tragen nicht dazu bei, die Wohnungsnot auf längere Zeit zu lindern. Im Gegenteil, Nachverdichtungen mindern die Wohnqualität in vielen Quartieren, wenn alles auf immer und ewig zubetoniert wird – und sie führen bei den dortigen Bewohnern zu viel Ärger. Ein neuer Stadtteil bietet die Chance, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Natürlich dauert der Bau eines Stadtteils etwas länger – aber wie lange wird in Münster schon über eine Bevölkerungszunahme gesprochen? Die Zeit hätte man nutzen können. Gabriele Hillmoth

Contra: Das dauert zu lange

Münster braucht neue Baugebiete. Aber wer glaubt, diese Aufgabe dadurch lösen zu können, dass man sich eine zusätzliche Aufgabe ans Bein bindet, der irrt gewaltig. Eben diese Herausforderung wäre nämlich ein neuer Stadtteil. Man braucht kein Prophet zu sein, um sich vorzustellen, dass man in einem neuen Stadtteil, sei er in Häger oder anderswo, vor 2030 keine Neubürger wird begrüßen können. Hinsichtlich Erschließung und städtebaulicher Anbindung sind die beiden Konversionsflächen in Gremmendorf und Gievenbeck weitaus weniger mit Problemen behaftet. Und doch werden auch hier zehn Jahre vom ersten Plan bis zum ersten Neubau verstreichen. Wer das Wohnungspro­blem lösen will, braucht zuerst schnellere Verfahren. Klaus Baumeister

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6135259?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Feuerwehr rettet acht Hausbewohner - Polizei ermittelt „in alle Richtungen”
Brand in Rheine: Feuerwehr rettet acht Hausbewohner - Polizei ermittelt „in alle Richtungen”
Nachrichten-Ticker