Bistum Münster
Weihbischof Friedrich Ostermann gestorben

Münster -

Traurige Nachricht aus dem Bistum Münster: Der emeritierte Weihbischof Friedrich Ostermann ist heute im Alter von 86 Jahren gestorben. Die Anteilnahme ist groß. 

Montag, 22.10.2018, 11:54 Uhr aktualisiert: 22.10.2018, 17:51 Uhr
Bistum Münster: Weihbischof Friedrich Ostermann gestorben
Weihbischof Friedrich Ostermann ist am 22. Oktober gestorben. Foto: Oliver Werner

60 Jahre lang war Friedrich Ostermann als Priester im Amt. Viele Begegnungen und viele Menschen prägten in diesen Jahrzehnten seinen langen Weg. Der gebürtige Münsteraner, der an der Gartenstraße im Martiniviertel aufgewachsen ist, liebte seine Heimatstadt, seine Familie, Freunde, Weggefährten und gute Gespräche. Er konnte sehr gut zuhören und wusste oft Rat. Am Montag ist Weihbischof Friedrich Ostermann im Alter von 86 Jahren am Ende eines langen und erfüllten Lebens gestorben. Still und leise, wie es seine Art war.

Der beliebte Kirchenmann hinterlässt nicht nur in Münster und im Kreis Warendorf, wo er als Regionalbischof tätig war, viele Spuren. Ihm war es immer wichtig, betonte er, sich auf die Menschen einzulassen und sich mit ihnen zu verstehen. Berührungsängste kannte er nicht. Darum liebten ihn beispielsweise die Obdachlosen in Münster, mit denen er über Jahrzehnte gemeinsam die offene Weihnacht feierte. Ostermann ließ die Kirche lebendig werden. Er war ein Freund des Lebens und für seine Gradlinigkeit und für seine offenen Worte bekannt.

Das Priestertum war sein Leben. „Das spüren wir“, bescheinigte ihm Bischof Felix Genn beim diamantenen Weihejubiläum Anfang des Jahres. Rund 300 Gäste nahmen an dieser Feier teil. Friedrich Ostermann war beliebt. Er suchte die Nähe zu den Menschen. Die Wertschätzung, die er erfuhr, war bezeichnend für den Kirchenmann. Weihbischof Ostermann sei ein guter Beichtvater gewesen, betonte Dompropst Kurt Schulte beim Jubiläumsempfang.

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Geschätzt wurden Friedrich Ostermanns Humor und Wortwitz, beides prägte den Seelsorger. Er gab damals seinen Gästen mit auf den Weg:  „Freuen wir uns an dem, was wir sehen, denn schön ist das, was wir sehen. Schöner ist das, was wir verstehen. Und am schönsten ist das, was wir nicht begreifen.“

In der Familie galt Friedrich Ostermann als Ruhepol, umgekehrt schätzte er es, immer wieder in den Kreis seiner ihm nahestehenden Menschen eintauchen zu können. Ostermann suchte das Gespräch, versuchte herauszufinden, was die Menschen bewegt. 

Im Gedenken an Weihbischof Friedrich Ostermann

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  • Weihbischof Friedrich Ostermann starb am 22.10.2018 in Münster, wo er 1932 geboren wurde. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 war Ostermann für die Kreisdekanate Münster und Warendorf zuständig. Von 2001 bis 2006 war er Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und somit Deutschlands „Medienbischof“.

    Foto: Oliver Werner
  • In diesem Jahr feierte er im Dom zu Münster noch sein Diamantenes Priesterjubiläum. 1981 war er durch Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof im Bistum Münster ernannt worden.

    Foto: Oliver Werner
  • Vor 6 Jahren: Eine große Gratulantenschar musste Weihbischof Friedrich Ostermann an seinem 80. Geburtstag bewältigen. Bischof Felix Genn, Altbischof Reinhard Lettmann, die Mitglieder des Domkapitels, Familie, Freunde und Bekannte aus seiner Pfarrei in Rheine überbrachten dem Jubilar ihre Glückwünsche. Besonders freute sich Weihbischof Ostermann über die Kinder aus dem Kindergarten der St. Margareta-Pfarre. Sie sangen ihm ein Geburtstagsständchen

    Foto: Oliver Werner
  • Der gebürtige Münsteraner stand stets im Dialog mit den Menschen...

    Foto: Günter Benning
  • ... vor allem auch mit der Jugend: Hier ist Weihbischof Ostermann bei einer Firmung zu sehen.

    Foto: Martin Borck
  • Stiftungskapital-Erhöhung der Eyerund-Stiftung: (v.l.) Weihbischof Friedrich Ostermann, damals Bereichsleiter für Entwicklung und Mission, Stifter Hans-Teorg Eyerund, Bischof Felix Genn und der Geschäftsführer der Stiftung, Herbert Lenich.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dass er auch anpacken konnte,. zeigte Ostermann immer wieder, so wie hier beim Spatenstich auf dem Benediktshof.

    Foto: reg

Der Seelsorger, der bis kurz vor seinem Tod am Horsteberg wohnte, liebte seine Spaziergänge durch die Stadt. Wenngleich er einen Bogen um das Kopfsteinpflaster des Prinzipalmarkts machte und zuletzt auf seine geliebten Bustouren durch die Stadt verzichten musste, so schaute er doch hin und wieder nach seiner Heimat, der er ein Leben lang treu blieb.

Friedrich Ostermann wurde 1958 zum Priester geweiht. Seine Entscheidung  erklärte er später so: „Ich hatte ja den Nationalsozialismus als Kind und in den frühen Jugendjahren erlebt. Da war eines für mich klar geworden, erfahrbar klar: Eine Welt ohne Gott – das geht nicht.“ Für den damals 25-Jährigen begann eine Laufbahn als Kaplan, Pfarrer und Dechant in Rheine, die ihn 1981 zurück nach Münster führte: Als Weihbischof war Friedrich Ostermann ein zupackender Kirchenmann, der viele Neuerungen auf den Weg brachte. Hospizarbeit und Jugendkirche, Kirchenfoyer und City-Advent – das waren seine Projekte.

Reaktionen zum Tod von Weihbischof Ostermann

"Friedrich Ostermann war der Stadt Münster sehr verbunden", sagte Oberbürgermeister Markus Lewe zur Nachricht vom Tod des Weihbischofs. Für die Stadt Münster und die Stadtverwaltung war der gebürtige Münsteraner, langjährige Regionalbischof für Münster und den Kreis Warendorf und Domdechant Friedrich Ostermann über viele Jahre ein aufgeschlossener, verlässlicher Partner. "Seine Person stand für 'Kirche in der Stadt'. Er wird vielen fehlen und in Münster eine Lücke hinterlassen", so der Oberbürgermeister.

Bischof Dr. Felix Genn sagt: „Friedrich Ostermann hat zeitlebens seinen dem Brief an die Philipper entnommenen Weihespruch gelebt: ,Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!‘“ Diese Freude am Glauben an den dreifaltigen Gott hat er ausgestrahlt, und sie hat auch sein Handeln und Wirken geprägt. Diese Freude wollte er auch weitergeben an die Menschen, zu denen er immer in Verbindung war, zu denen er immer einen engen Draht hatte. Sie mit Gott zusammenzubringen war sein Ziel.
Diese Freude hat ihm aber auch Kraft und Mut verliehen, für seinen Glauben und seine Überzeugungen da einzustehen, wo es Widerstand und Widerspruch gab. Friedrich Ostermann war freundlich, aber nicht bequem, er hörte zu, aber er schwieg nicht, wenn er Wichtiges zu sagen hatte. Was er dann aber sagte, hatte Hand und Fuß und war durchdrungen von seinem Glauben – und von der Überzeugung, die er durch seine Erfahrungen als Kind im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg entwickelt hatte: dass nie das Böse, sondern immer das Gute das letzte Wort haben und den letzten Sieg erringen wird.“

Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp sagt: „Friedrich Ostermann wird mir als ein Weihbischof und Seelsorger in Erinnerung bleiben, der buchstäblich bei den Menschen war. Am Domplatz war er bis Ende August mein Nachbar. Wie für viele andere Münsteranerinnen und Münsteraner gehörte das Bild von ihm mit seinem Spazierstock für mich sozusagen zum Domplatz dazu. Dort kam er gern mit Menschen ins Gespräch.

Diese Offenheit und Zugewandheit hat sich auch in seinem Wirken als Weihbischof gezeigt. Ob Nachbarn, Familien, Wohnungslose, die Menschen in unserem Partnerbistum Ghana, Politiker oder Medienschaffende: Weihbischof Ostermann tauschte sich mit ihnen auf Augenhöhe aus, nahm sie ernst und engagierte sich dafür, dass sie Gott in ihrem Leben entdecken und Ihm Raum geben konnten.
Dass viele Menschen sich gern und dankbar an ihn erinnern, wird auch an den vielen Rückmeldungen und Beileidsbekundungen beispielsweise per Telefon oder auf den Social-Media-Kanälen des Bistums Münster deutlich. Dort klingt immer wieder an, was ich selbst ebenso erfahren habe: Mit Friedrich Ostermann haben wir einen zugewandten, freundlichen, ebenso gläubigen wie glaubwürdigen Seelsorger und Weihbischof verloren.“

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