Schranke ist passé
Nördliche Ringstraße im Naturerbe Borkenberge für Radfahrer frei

Seppenrade -

Freie Fahrt auf dem neuen Radweg im Naturerbe Borkenberge. Am Dienstag wurde die Schranke auf der nördlichen Ringstraße von Alexander Bonde, Generalsekretär der DBU, geöffnet. Die Strecke bietet nun Einblicke in die Heidelandschaft, ohne Flora und Fauna zu stören.

Mittwoch, 24.10.2018, 08:19 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 24.10.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 24.10.2018, 08:19 Uhr
Im Hintergrund warteten schon die Radfahrer: Alexander Bonde (Generalsekretär der DBU) öffnete am Dienstag die Schranke zum neuen Radweg im Naturerbe Borkenberge.
Im Hintergrund warteten schon die Radfahrer: Alexander Bonde (Generalsekretär der DBU) öffnete am Dienstag die Schranke zum neuen Radweg im Naturerbe Borkenberge. Foto: Michael Beer

„Alle Beteiligten haben bei der Erweiterung der Ringstraße K 16 Hand in Hand gearbeitet. Ansonsten wäre die Wegfreigabe nicht möglich gewesen“, sagte Alexander Bonde , Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ( DBU ), zur Eröffnung der rund fünf Kilometer langen Strecke durch die Borkenberge. Diese führt nun von Sythen bis zur Panzerstraße in Seppenrade. Zur Freigabe hatte die DBU Naturerbe GmbH, ein Tochterunternehmen der DBU und Flächeneigentümerin, ins Flughafencafé Borkenberge am Dienstag eingeladen.

Staatssekretär Heinrich Bottermann als Gast dabei

Gäste waren unter anderem Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium NRW, selbst bis zum vergangenen Jahr Generalsekretär der DBU und einer der Initiatoren dieser Maßnahme, Jürgen Rost (Leiter Bundesforst Rhein-Weser), der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Lüdinghausen, Anton Holz, sowie Clemens A. Leushacke, Erster Beigeordneter der Stadt Dülmen.

Bonde wies in seiner Rede auf den hohen Wert der Naturschutzfläche der Borkenberge hin. „Das Naturjuwel soll so bleiben. Wir müssen aber auch sichere Wege für die Besucher schaffen, also Besuch und Naturschutz in Einklang bringen. Es mussten dabei aber auch Kompromisse gemacht werden, um zum Beispiel störungsempfindliche Vogelarten zu schützen“, so Bonde. Er will auch weiterhin das Verbot für Motorrad- und Endurofahrer kontrollieren lassen.

In der Naturerbefläche kehrt einiges zurück, das schon verloren schien.

Dr. Heinrich Bottermann

„In der Naturerbefläche kehrt einiges zurück, das schon verloren schien. Auch das Land NRW wird dazu seinen Beitrag leisten. Der Naturschutz muss eine angepasste Nutzung herbeiführen“, sagte Staatssekretär Bottermann. Rost sprach von einer Heidelandschaft, die heute Seltenheit besitzt. „Da Menschen wegen der militärischen Nutzung außen vor waren, hat sich die Fläche wieder entwickeln können. Der neue Weg soll Verständnis wecken, dass dieses wertvolle Stück Landschaft nur durch gemeinsame Verantwortung erhalten bleiben kann.“

Holz betonte, dass die Stadt nie locker gelassen habe, die Borkenberge zum Landschaftsschutzgebiet erklären zu lassen. Dazu seien viele konstruktive Gespräche mit Dr. Bottermann geführt worden. „Es ist ökonomisch und ökologisch ein guter Weg mit diesem Radweg gefunden worden, der sicherlich von der Bevölkerung angenommen wird“, sagte Holz. „Unsere Bevölkerung wird am meisten davon profitieren. Das Ergebnis ist super“, hob der Erste Beigeordnete der Stadt Dülmen hervor.

Verbindung von Natur- und Umweltschutz mit regionalem Tourismus

Alle Redner waren sich einig, dass die Verbindung Natur- und Umweltschutz mit dem regionalen Tourismus nur funktioniert, wenn sich die Menschen an die Schilder halten und die Straße nicht verlassen, um die Flora und Fauna nicht zu stören.

Gemeinsam eröffneten die Ehrengäste den neuen „Naturradweg“ mit dem Drahtesel, bevor nach einem Imbiss mit dem Planwagen die Strecke abgefahren wurde. Dabei nahm die Gruppe auch die umfangreichen Arbeiten zur Sicherung der Natur entlang der Strecke in Augenschein, die Revierleiter Georg Feldmeier und sein Team geschaffen haben.

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