Studie aus Münster
Kippe, Kanne, Koffein - so konsumieren Studenten Energydrinks

Münster -

Als Wachmacher geschätzt, als Gesundheitsgefahr gebrandmarkt: Über kaum ein Getränk wird so gestritten wie um Energydrinks. Eine Studie aus Münster zeigt, dass die Koffein-Kick-Brausen oft schon in der frühen Schulzeit konsumiert werden.

Montag, 29.10.2018, 09:42 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 29.10.2018, 08:45 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 29.10.2018, 09:42 Uhr
Bunt, aber nicht unbedenklich sind Energydrinks – vor allem, wenn sie von Kindern und Jugendlichen konsumiert werden. Ein Student der FH hat eine umfangreiche Studie zu Energydrinks erstellt.
Bunt, aber nicht unbedenklich sind Energydrinks – vor allem, wenn sie von Kindern und Jugendlichen konsumiert werden. Ein Student der FH hat eine umfangreiche Studie zu Energydrinks erstellt. Foto: dpa

Seit Oktober verkaufen einige Discounter in den Niederlanden keine Energydrinks mehr an Jugendliche unter 14 Jahren. Auch in anderen Ländern hat es bereits Schritte in diese Richtung gegeben, in Deutschland hingegen haben Kinder und Jugendliche immer noch problemlos Zugang zu Energydrinks, berichtet die Fachhochschule Münster .

Aus einer eigenen Studie kann Daniel Etzold bestätigen, dass der erste Kontakt zu den Energiegetränken schon in der frühen Schulzeit erfolgt. Der Absolvent der FH Münster hatte in seiner Masterarbeit 706 Studierende bundesweit befragt.

„44 Prozent hatten in den Klassen 5 bis 10 das erste Mal Energydrinks konsumiert. 40 Prozent waren es in den Klassen 11 bis 13“, sagt Etzold, der das Lehramtsstudium für Berufskollegs in der Fachrichtung Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaft absolviert hat. Für seine Arbeit ist der 28-Jährige mit dem Hochschulpreis 2018 der FH Münster ausgezeichnet worden.

Dose mit Dosis

In einer handelsüblichen Dose von 250 Millilitern sind etwa 80 Milligramm Koffein enthalten, was in etwa der Menge an Koffein in einer Tasse Kaffee entspricht. Koffein gelangt verhältnismäßig schnell und nahezu vollständig über den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf. Ihm werden verschiedene Wirkungen zugeschrieben: Es regt die Herztätigkeit an und stimuliert das zentrale Nervensystem. Über seine Wirkung als Wachmacher besteht überwiegend Konsens.

Auf längere Sicht wird übermäßiger Konsum mit Herz-Kreislauf-Problemen in Verbindung gebracht, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Laut EFSA ist für gesunde Erwachsene eine tägliche Menge von bis zu 400 Milligramm unbedenklich, für Kinder und Jugendliche eine über den gesamten Tag verteilte Koffein-Aufnahme aus allen Quellen von drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Kippe, Kanne, Koffein

Wie Studierende Energydrinks konsumieren, hat Etzold im zweiten Teil seiner Abschlussarbeit erhoben. Etwas weniger als die Hälfte der Befragten trinkt Energydrinks, Studenten dabei häufiger als Studentinnen, fand er heraus. Der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Energydrinks und dem Konsum von Alkohol und Zigaretten, den wissenschaftliche Untersuchungen nahelegen, bestätigte sich in der Untersuchung.

Besonders interessant fand er das unterschiedliche Konsumverhalten in den Altersgruppen. „Jüngere Studierende sind vor allem auf den Geschmack von Energydrinks neugierig und lassen sich eher von Werbung und Design ansprechen. Ältere dagegen schätzen die Wirkung.“ Aktuell ist Etzold Studienreferendar in Dortmund. Bestimmt, so der angehende Lehrer, werde er Energydrinks als Unterrichtsthema aufgreifen.

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