Reaktionen auf stillgelegte Anlage in Loevelingloh
Wind leise – Windrad laut

Münster -

Henner Fohrbeck im oberfränkischen Sonnefeld kann die Kritik am Windrad in Loevelingloh gut nachvollziehen. Er wohnt in der Nachbarschaft eines Windparks, wo es vergleichbare Probleme gibt.

Montag, 12.11.2018, 09:00 Uhr aktualisiert: 12.11.2018, 12:09 Uhr
Das Windrad in Loevelingloh wurde aus Lärmschutzgründen still gelegt. Vergleichbare Probleme gibt es auch an anderen Standorten.
Das Windrad in Loevelingloh wurde aus Lärmschutzgründen still gelegt. Vergleichbare Probleme gibt es auch an anderen Standorten. Foto: kb

Als Henner Fohrbeck aus dem oberfränkischen Sonnefeld im Internet las, dass in Münster ein Windrad des Herstellers General Electric ( GE ) aus Lärmschutzgründen abgestellt wurde, da vermerkte er in seinen Unterlagen: „Nummer 13“.

Fohrbeck ist Anwohner des Windparks Sonnefeld und nimmt nach eigenem Bekunden genau die Störgeräusche wahr, die auch von den Nachbarn des Windrades Loevelingloh in Münster beklagt werden: ein tiefes, unangenehmes Dauerbrummen. Der Oberfranke hat, wie er unserer Zeitung berichtet, inzwischen 13 vergleichbare Fälle gesammelt. In allen Fällen seien es Windräder von GE.

Keine Lärmprobleme in Welsberg

In Sonnefeld ist es sogar möglich, einen direkten Vergleich zu ziehen. Denn in der Nachbarkommune Welsberg gibt es nach Medieninformation einen weiteren Windpark, allerdings der Firma Nordex. Während in Sonnefeld die Klagen so stark sind, dass der Landrat eingreifen musste, bestätigt dieser für die ebenfalls umstrittene Anlage in Welsberg, dass es keine Lärmprobleme gebe. „Null!“, so sein O-Ton.

Bei der Suche nach den Gründen verweist Fohrbeck auf die Nordex-Homepage. Das 1985 in Dänemark gegründete und heute in Rostock ansässige Unternehmen wirbt damit, alle „Schlüsselkomponenten“ selbst anzufertigen. Der amerikanische Konzert GE stieg 2002 durch eine Firmenübernahme in Deutschland in das Windenergiegeschäft ein. Die Windräder entstehen, so Fohrbeck, „nach dem Baukastenprinzip“.

Keine Zweifel an der Technik

Betreiber des seit dem 1. Oktober still gelegten GE-Windrades Loevelingloh sind die Stadtwerke Münster. Der Ankauf erfolgte seinerzeit auf der Basis des Ergebnisses einer europaweiten Ausschreibung, so Daniela van der Pütten, Pressesprecherin der Stadtwerke. Das Angebot von GE sei in wirtschaftlicher Hinsicht das „mit Abstand beste“ gewesen. Sprich: das günstigste. Darüber hinaus, so die Pressesprecherin, habe man keine Zweifel an der technischen Ausgereiftheit von Produkten eines Großkonzerns wie GE.

In Branchendiensten ist nachzulesen, dass auf dem Windrad-Markt aktuell ein harter Preiskampf tobt. Angesichts sinkender Subventionen versuchen große Unternehmen wie GE und Siemens, sich Marktanteile zu sichern.

Lärmschutz leidet unter Preiskampf

Henner Fohrbeck als „Betroffener“ befürchtet, dass der Lärmschutzaspekt unter diesem Preiskampf leiden werde. Für die GE-Windräder in Sonnefeld habe er die Schwachstelle bei entsprechende Messungen bereits nachgewiesen, berichtet er: „Wenn die Windräder erst 20 Prozent ihrer Leistung erreicht haben (wenn wenig Wind weht), haben sie bereits 80 Prozent der zulässigen Lärmwerte erreicht.“ Gute Windräder, so Fohrbeck, würden hohe Lärmwerte erst bei hoher Leistung erreichen. „Das ist wichtig, weil die natürlichen Windgeräusche eigentlich die Geräusche eines Windrades überlagern sollen.“ Mit anderen Worten: Schlechte Windräder brummen auch dann, wenn der Wind selbst sehr leise ist.

Die Anlage in Loevelingloh wird seit sechs Wochen repariert. Daniela von der Pütten glaubt an einen Erfolg, zumal sich GE „sehr kooperativ“ zeige.  

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