Kebekus und Kolleginnen in der Halle Münsterland
„Sisters of Comedy“ spielen für Gleichberechtigung

„Unser nächster Gast ist eine Frau, aber trotzdem lustig“. Die münsterische Comedienne Lisa Feller ist es leid, so anmoderiert zu werden und fragt sich, ob man Witze „denn mit dem Penis erzählt“. Um auf Sexismus und fehlende Gleichberechtigung aufmerksam zu machen, spielten am Montagabend im gesamten deutschsprachigen Raum 163 Künstlerinnen parallel auf 30 Bühnen.

Dienstag, 13.11.2018, 15:14 Uhr aktualisiert: 13.11.2018, 15:55 Uhr
Kebekus und Kolleginnen in der Halle Münsterland: „Sisters of Comedy“ spielen für Gleichberechtigung
Carolin Kebekus (l.) und Lisa Feller brechen auf der Bühne im Kongresssaal eine Lanze für die Frauen. Foto: Jürgen Christ

Der 12. November war nicht zufällig gewählt - er markiert den 100. Jahrestag des Frauenwahlrechts. Trotz dieses Jubiläums gebe es noch viel zu tun, denn „nicht alle Frauen auf der Welt haben etwas zu lachen“, so Feller. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Carolin Kebekus, Ilka Luza, Katinka Buddenkotte und den Zucchini Sistaz gestaltete sie einen reinen Frauen-Comedyabend in der Halle Münsterland.

Kabarettistinnen prangern Sexismus an

Dieser solle eine Geste für alle sein, die Kleines und Großes für das weibliche Geschlecht täten. Feller unterstrich, dass jeder gegen Sexismus - auch im Kleinen - tätig werden kann. Geschlossen kritisierten die Kabarettistinnen, dass Frauen nach wie vor hauptsächlich nach ihrem Aussehen beurteilt werden. Autorin Katinka Buddenkotte las aus ihrem Buch und nahm dabei Nachrufe aufs Korn. Über Männer heiße es nach ihrem Tod, sie hätten noch so viel erreichen können, während man über Frauen häufig höre: Sie war eine schöne Frau, bis zum Schluss. Bildung und Begabung würden bei Frauen stattdessen zu wenig gewürdigt.

Mit Comedy für mehr Gleichberechtigung

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  • Carolin Kebekus in voller Fahrt am Montagabend in der Halle Münsterland.

    Foto: Jürgen Christ
  • Gemeinsam mit Comedy-Kollegin Lisa Feller und bundesweit über 100 anderen Künstlerinnen...

    Foto: Jürgen Christ
  • ...spielte Kebekus für mehr Gleichberechtigung.

    Foto: Jürgen Christ
  • Der 12.11.2018 markiert den Tag des Jubiläums zu 100 Jahren Frauenwahlrecht.

    Foto: Jürgen Christ
  • Kebekus und Co. nahmen das zum Anlass, ...

    Foto: Jürgen Christ
  • ...die aktuelle Situation zwischen Frauen und Männern aufs Korn zu nehmen.

    Foto: Jürgen Christ
  • Autorin und Poetry-Slammerin Katinka Buddenkotte...

    Foto: Jürgen Christ
  • ...las dazu einige ihrer Texte sowie Auszüge aus ihrem Buch.

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  • Ihr Thema: Frauen werden häufig auf ihr Äußeres reduziert.

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  • Die „Sisters of Comedy“ gaben auf der Bühne alles.

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  • Lisa Feller führte durch die Show in Münster, die parallel zu vielen anderen in ganz Deutschland lief.

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  • Wichtig für Carolin Kebekus: Gleichberechtigung hat nichts mit Männerhass zu tun.

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  • Und Solidarität unter Frauen sollte gang und gäbe sein.

    Foto: Jürgen Christ
  • Frauen nur als lächelnde Accessoires an der Seite der Männer?

    Foto: Jürgen Christ
  • Für Kebekus nicht mehr denkbar!

    Foto: Jürgen Christ
  • Ein Teil der erspielten Einnahmen des Comedyabends kommt dem Frauenhaus Münster zugute.

    Foto: Jürgen Christ
  • Für dessen Arbeit setzt Lisa Feller sich seit vielen Jahren ein, da inzwischen jede dritte Frau von häuslicher Gewalt bedroht ist.

    Foto: Jürgen Christ
  • „Nicht alle Frauen auf der Welt haben etwas zu lachen“, resümierte Feller.

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  • Sie findet, es gebe noch viel zu tun.

    Foto: Jürgen Christ

Carolin Kebekus verdeutlichte, dass Gleichberechtigung und Emanzipation nichts mit Männerfeindlichkeit zu tun hätten. „Feminismus bedeutet nur, dass jeder machen kann, was er will“, stellte sie klar. Außerdem plädierte sie für mehr Solidarität unter Frauen und dafür, Frauen nicht mehr auf die Rolle eines freundlich lächelnden Accessoires an der Seite eines Mannes zu reduzieren. Musikalische Unterstützung gab es von den Zucchini Sistaz. Schauspielerin Ilka Luza, bekannt aus dem Placebotheater Münster, begeisterte das Publikum mit einer Impro-Nummer, in die sie zum Finale auch ihre Kolleginnen einband.

Spenden gehen ans Frauenhaus Münster

Die Spenden des Abends kommen dem Frauenhaus Münster für das Alltagsgeschäft und aktuelle Projekte zugute. Mitarbeiterin Ines Gutschmidt sagte, der Comedyabend „ist solidarisch und schwesterlich, das berührt und bewegt mich“. Das Frauenhaus ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen, da inzwischen jede dritte Frau von häuslicher Gewalt bedroht ist.  

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