„Leckermädel“ und „Radium Classics“
Existenzgründer: Es läuft wie geschmiert

Münster -

Frank Martin Mädel und Enes Yagci haben es geschafft: Sie haben den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und sind nun mit einem Bistro und einem Fahrradladen erfolgreich.

Mittwoch, 14.11.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 14.11.2018, 12:02 Uhr
Enes Yagci hat sich mit dem Laden „Radium Classics“ selbstständig gemacht. Frank Martin Mädel (kl. Foto) ist mit dem „Bistro on Tour“ unterwegs.
Enes Yagci hat sich mit dem Laden „Radium Classics“ selbstständig gemacht. Frank Martin Mädel (kl. Foto) ist mit dem „Bistro on Tour“ unterwegs. Foto: Gabriele Hillmoth

Die Selbstständigkeit läuft bei den beiden Existenzgründern rund: Frank Martin Mädel bekommt es gebacken. Er ist mit seinem „Bistro on Tour“ unterwegs, außerdem kocht er auch noch für die Belegschaft der Straßenverkehrsgenossenschaft Westfalen-Lippe am Haferlandweg und kümmert sich um sein Catering. Auch für Enes Yagci läuft es wie geschmiert. Der 31-Jährige eröffnete sein Unternehmen „Radium Classics“. Der Münsteraner beschäftigt sich mit der Aufbereitung von gebrauchten Holland- und Antikrädern. Der Traum vom Fahrrad-Café ist noch nicht ausgeträumt.

Mit Brezeln aus der Arbeitslosigkeit

Beide Gründer haben zahlreiche Umwege genommen, um sich selbstständig zu machen. Frank Martin Mädel ist gelernter Elektroinstallateur, Funkmechanikermeister und Verwaltungsfachangestellter. Den Ausweg aus der Arbeitslosigkeit sah der 56-Jährige vor Jahren in der Gründung von „Brezel-Fred“. Gesundheitliche Gründe führten später zur Schließung des Bauchladens. Mädel fand einen neuen Job, nur die Gastronomieschiene ließ ihn nicht los. Er absolvierte Praktika.

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Der Traum eines mobilen Bistros wurde geboren. In den dafür passenden Wagen sei er „sofort schockverliebt“ gewesen, erzählt der Gründer, der jetzt damit auf Tour ist. Wenig später wurde er bereits am Haferlandweg abgeworben. „Kochen ist meine Leidenschaft“, sagt Mädel, der sich freut, dass sein „Geschmack bei den Gästen ankommt“. Lange habe er gesucht, wie er sich mit seiner Leidenschaft fürs Kochen selbstständig machen kann, Daraus ist „Leckermädel“ entstanden.

Eine Leidenschaft zum Beruf machen

Enes Yagci ist glücklich mit seinem neuen Laden „Radium Classics“ an der Ostmarkstraße. Endlich konnte er seine Keller-Werkstatt verlassen, endlich habe er mehr Platz für seine Fahrrad-Oldies, sagt der Gründer. Alle seine Drahtesel, die er in seinem Laden präsentiert, sind mindestens 25 Jahre alt. Darunter Schätzchen wie das Damenrad von Fongers aus dem Jahre 1934.

Der Schritt in die Selbstständigkeit verlief aber nicht so glatt, wie er sich diesen Weg vorgestellt hat, erzählt der 31-Jährige. Lange suchte er nach einem Ladenlokal. Doch Businessplan und bürokratische Hürden waren nicht so schnell erledigt, wie sich das der Münsteraner gedacht hatte. Damit war aber zunächst ein Wunsch- Standort in Uni-Nähe futsch. Inzwischen fühlt sich Enes Yagci mit seinen Alltagsrädern und Oldies im Erphoviertel sehr gut aufgehoben. Der Tüftler stellt fest, dass in Münster die Hollandleeze sehr gefragt sei, Fahrräder der Marken Miele und Dürkopp verschickt er dagegen an Sammler bundesweit. 

Fahrradtrends 2019

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  • Das Fahrrad ist oft das beste Verkehrsmittel in der Stadt, das muss man nicht mehr erklären. Ebenso wenig, wie sehr das E-Bike die Entwicklung der Räder gehörig anschiebt - von schicken Designs über neue Unterstützungsautomatiken bis zu recycelten Gepäcktaschen gibt es eine Vielzahl an Neuerungen.

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  • Egal, ob E-Bike oder normales Fahrrad, ein Helm bietet Sicherheit im Straßenverkehr. Neuartige Helme bieten besondere Aerodynamik und Belüftung.

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  • Reiseräder werden jetzt oft elektrifiziert angeboten und stecken so die Ziele neu. Dazu gibt’s reichlich Zubehör, für Touren mit Motor und solche ohne.

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  • Roadtrips mit dem E-Reiserad werden immer beliebter.

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  • Sportliche Touren auf Straßen und Feldwegen machen so noch mehr Spaß.

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  • Selbst große Hunde können mitfahren - dank des Fahrradanhängers im XL-Format.

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  • Fahrräder werden technisch immer ausgereifter. So gibt es mittlerweile zum Beispiel Fernlicht für Fahrräder oder schlüssellose Schlösser, die sich per App öffnen lassen.

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  • Dank des neuen „Airless“-Systems muss man sich um den Reifen neuerdings gar keine Gedanken mehr machen. Denn da ein Polyurethan-Einsatz den Luftschlauch ersetzt, ist ein Platten unmöglich.

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  • Falträder sind schon länger bekannt - durch neue technische Entwicklungen können sogar hier E-Motoren integriert werden.

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  • Ein wahrer Grenzgänger zwischen den Kategorien Fahrrad und Kraftfahrzeug ist dieses S-Pedelec-Liegedreirad. Als mehrspuriges Leichtkraftrad muss es neuerdings gesetzlich mit einem Blinker, einer Hupe und einem Ölstand-Kontrollanzeiger für Bremsflüssigkeit ausgestattet sein. Zudem braucht man Helm und Führerschein – und das Rad ein Versicherungskennzeichen.

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  • Früh übt sich, wer ein echter Mountainbiker werden will. Deshalb sollte man Kinder bereits richtig an den Sport heranführen. Dafür gibt es Mountainbikes, die gezielt für Kinder und Jugendliche entwickelt werden.

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  • Und auch beim Mountainbike rückt eine Frage immer mehr in den Fokus: mit oder ohne E? Selbst MTB-Profis nutzen mittlerweile voller Begeisterung die elektrifizierten Räder im Training. Auch erste Wettkämpfe speziell für E-Mountainbikes sind im Kommen.

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„Räder sind meine Leidenschaft“, sagt der 31-Jährige, der in seinem Fundus ein Bismarck-Rad aus dem Jahre 1941 wie einen Schatz hütet. Selten werden ihm solche Räder überlassen, freut sich der Existenzgründer. So wie auch das Miele-Rad von 1956, das noch ungefahren sei.

Fahrräder mit Geschichte(n)

Zu vielen seiner Leezen kann Yagci Geschichten erzählen. Nur das Geheimnis, wie er an seine alten Räder kommt, verrät er nicht. Yagci sagt schon nach kurzer Zeit im eigenen Laden: „Der Schritt war richtig.“

Vom Vater erbte der 31-Jährige das Schrauber-Gen. Als er sich nach dem Studium dann einen Job als Produktdesigner suchte und zunächst vergeblich Bewerbungen verschickte, entschied er sich für die Restaurierung von Fahrrädern.

Das Hobby wurde zum Beruf. Inzwischen hat er sich ein gutes Netzwerk geschaffen, mit dessen Hilfe er Schrauben, Lenker und Rahmen für die Oldies findet. Pingelig muss er vorgehen, weil er weiß: „Wer sammelt, der kennt die Räder bis zur letzten Schraube.“

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