Bauordnungsamt legt Baustelle an der Von-Holte-Straße still
Garten stürzt in Baugrube

Münster-Wolbeck -

An der Von-Holte-Straße ist die Wand einer Baugrube teilweise eingestürzt. Verletzte gab es nicht, allerdings dürfen mehrere benachbarte Gärten vorerst nicht betreten werden. Das Bauordnungsamt der Stadt Münster hat die gesamte Baustelle stillgelegt.

Montag, 19.11.2018, 18:45 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 19.11.2018, 17:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 19.11.2018, 18:45 Uhr
Die eingestürzte Grube wurde mit Flatterband und die benachbarten Gärten mit behelfsmäßigen Bauzäunen abgesperrt.
Die eingestürzte Grube wurde mit Flatterband und die benachbarten Gärten mit behelfsmäßigen Bauzäunen abgesperrt. Foto: mlü

Und plötzlich war der Garten weg: Gleich einem Erdrutsch rauschten mehrere Gartenzäune und Pflastersteine in die Tiefe. Teilweise ist mehr als ein Meter Grund und Boden auf einer Länge von etwa zwölf Metern in die Grube gestürzt. Auf Fotos, die von Nachbarn nach dem Einsturz gemacht wurden, sind Holzpfähle und Blumentöpfe zu sehen, die unter den Erdmassen begraben liegen. Am Montagmorgen sind davon nur noch wenig Spuren zu sehen: Mit Flatterband wurde die gesamte Abbruchkante abgesperrt.

Wie konnte das passieren?

„Die Baustelle wurde nicht sachgemäß eingerichtet“, heißt es dazu nüchtern aus dem Bauordnungsamt. „Wir haben nach dem Vorfall eine Kontrolle vor Ort durchgeführt und anschließend zunächst mündlich und kurz danach schriftlich die Baufirma aufgefordert, die Baustelle stillzulegen“, so die stellvertretende Amtsleiterin Stefanie Willmann auf Anfrage unserer Zeitung.

Auf dem Grundstück an der Von-Holte-Straße errichtet eine Baufirma aus Gronau einen Fünf-Parteien-Neubau mit Tiefgarage. Sie muss jetzt nachbessern. Angeordnet wurden der Aufbau einer Trägerbohlwand, welche das Nachrutschen von Erdreich in eine Baugrube verhindern soll.

Anlieger macht Bauunternehmen Vorwürfe

Ein anliegender Nachbar macht dem Bauunternehmen schwere Vorwürfe: „Es drängt sich der Verdacht auf, dass um Geld und Zeit zu sparen, ganz bewusst auf eine Spundwand verzichtet wurde. Die Sicherheit wurde dem Profitgedanken untergeordnet, um die maximale Flächennutzung gewährleisten zu können.“ Das Gronauer Unternehmen war am Montag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Das Bauvorhaben stand bereits von Beginn an unter einem schlechten Stern. Alle Konflikte, die bei einer baulichen Nachverdichtung vorstellbar sind, traten nach Angaben der Anwohner bei dieser Baustelle schon früh zu Tage. Ursprünglich sei auf dem Grundstück nur ein Doppelhaus geplant gewesen. Gegen die späteren Pläne, dort nun einen Wohnbau für fünf Parteien zu errichten, gab es Proteste aus der Nachbarschaft. Einige Mieter haben bereits angekündigt, dass sie ihre Wohnungen kündigen werden, sobald der Neubau steht.

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