NRW-Landgestüt
Strafverteidiger von Ex-Gestütsleiterin: „Untätigkeit des Gerichts nicht akzeptabel“

Warendorf -

Das Verfahren gegen die ehemalige Führungsriege des Landgestüts stagniert. Im Herbst sollten die Verhandlungen fortgesetzt werden, doch bislang stehen keine weiteren Termine fest. Der Strafverteidiger der ehemaligen Gestütsleiterin kritisiert die Verzögerung mit deutlichen Worten.

Dienstag, 27.11.2018, 10:00 Uhr aktualisiert: 27.11.2018, 10:23 Uhr
NRW-Landgestüt: Strafverteidiger von Ex-Gestütsleiterin: „Untätigkeit des Gerichts nicht akzeptabel“
Nach Informationen unserer Zeitung soll es noch keinen neuen Verhandlungstermin geben. Foto: Edler

Die vom Land fristlos gekündigte Leiterin des Landgestüts in Warendorf beklagt die Verfahrensverzögerung in dem gegen sie gerichteten Strafverfahren vor dem Amtsgericht Warendorf.

Bis heute ist nichts passiert

Nachdem ein erster Termin vor dem Schöffengericht unter Vorsitz der Richterinnen Ines Pielemeier und Anette Reher mit den Schöffen Andrea Blacha und Hermann-Josef Vinke am 22. Januar stattgefunden hat, wurden weitere Termine vor den Sommerferien angesetzt und wieder aufgehoben, da Zeugen aus dem Ministerium nicht zur Verfügung standen (die WN berichteten). Die Verhandlungen sollten im Herbst fortgesetzt werden.

Doch bis heute ist nichts passiert. „Obwohl dem Gericht seitens der Verteidiger eine Vielzahl von freien Terminen benannt worden sind, steht es nach wie vor in den Sternen, wann dieses Verfahren vom Gericht weiter betrieben wird“, moniert Detlev Ströcker, Fachanwalt für Strafrecht (Kanzlei am Aegidiitor Münster), der die Verteidigung der ehemaligen Gestütsleiterin übernommen hat.

Kein neuer Verhandlungstermin 

„Angesichts der erheblichen Auswirkungen auf die Angeklagten, denen damit die Möglichkeit genommen wird, ihre Unschuld darzulegen und den Makel in der Öffentlichkeit zu beseitigen, ist die Untätigkeit des Amtsgerichts Warendorf nicht akzeptabel. Das Gericht verstößt damit gegen seine Justizgewährungspflicht.“

Für eine Stellungnahme war Ralf Kruse, Leiter des Amtsgerichts, gestern nicht erreichbar. Nach Informationen unserer Zeitung soll es noch keinen neuen Verhandlungstermin geben.

Wegen des Vorwurfs der privaten Bereicherung (Luxusreisen nach Katar mit Ehepartnern) haben sich die ehemalige Gestütsleiterin, der Ex-Verwaltungschef und der ebenfalls fristlos entlassene Erste Hauptberittmeister zu verantworten. Im Mittelpunkt: die Nebentätigkeit mit der gemeinsam gegründeten Gesellschaft bürgerlichen Rechts namens „Equine Consulting“ (ECI).

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