Entscheidung des Verwaltungsrates
Geschäftsführer des Studierendenwerks beurlaubt

Münster -

Der Geschäftsführer des Studierendenwerks, Frank Olivier, ist am Montag bis auf Weiteres beurlaubt worden. Im Verwaltungsrat des Gremiums ist die Entscheidung nach Informationen unserer Zeitung einstimmig gefallen.

Dienstag, 18.12.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 18.12.2018, 19:36 Uhr
Der Verwaltungsrat des Studierendenwerks hat den Geschäftsführer Frank Olivier beurlaubt.
Der Verwaltungsrat des Studierendenwerks hat den Geschäftsführer Frank Olivier beurlaubt. Foto: Oliver Werner

Der Geschäftsführer des Studierendenwerks Münster, Frank Olivier , ist am Montag bis auf Weiteres beurlaubt worden. Im Verwaltungsrat fiel die Entscheidung nach Informationen unserer Zeitung einstimmig. Am heutigen Dienstag sollen auch die Mitarbeiter des Studierendenwerks über diesen Schritt informiert werden.

Eine vom Verwaltungsrat eingeschaltete Wirtschaftsprüfungsgesellschaft soll festgestellt haben, dass in mindestens einem Fall eine Vergabe von baulichen Leistungen ohne die in diesem Fall erforderliche Ausschreibung erfolgt sei. Olivier habe dieses Projekt an sich gezogen und mehrere Abteilungen in seinem Haus umgangen, so lautet der Vorwurf. Wären sie involviert gewesen, dann – so hat unsere Zeitung weiter erfahren – wäre es wohl nicht zu einer Vergabe ohne Ausschreibung gekommen. Immerhin: Nennenswerter finanzieller Schaden soll dem Studierendenwerk nicht entstanden sein.

„Da kam viel zusammen“

Dass das Votum im Verwaltungsrat einstimmig fiel, sei auch darauf zurückzuführen, dass das Gremium seit Längerem den Eindruck habe, dass es in der Geschäftsführung nicht gut läuft. „Da kam viel zusammen“, so ein Insider. Die Stimmung sei schlecht gewesen, die Arbeit habe nicht so funktioniert, wie sie funktionieren soll. „Am Ende war das Grundvertrauen in den Geschäftsführer erschüttert.“

Olivier, der sich bei der Sitzung am Montag als krank entschuldigen ließ, habe nun Zeit, sich bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsrates im Januar zu den Vorwürfen zu äußern. Theoretisch sei es möglich, dass er sich bis dahin von den Anschuldigungen entlasten kann – „doch davon geht im Verwaltungsrat niemand aus“, so der Insider weiter. Im Gremium rechne man damit, dass es danach zu einer einvernehmlichen Vertragsauflösung komme.

Studierendenwerk in Turbulenzen

Das Studierendenwerk kommt schon seit Jahren nicht zur Ruhe. 2013 hatte der damalige Geschäftsführer „auf eigenen Wunsch“ das Unternehmen verlassen , die Gründe für die überraschende Trennung sind bis heute nicht öffentlich bekannt. Die Neubesetzung zog sich über zwei Jahre hin. Ein Geschäftsführer, der zunächst vom Verwaltungsrat als Nachfolger gewählt worden war, sprang nach Differenzen über die Gehaltsvorstellungen wieder ab.

2015 wurde schließlich Frank Olivier zum Geschäftsführer des Studierendenwerks gewählt, zu dessen Hauptaufgaben die Verwaltung von Mensen und Wohnheimen gehört. Sein regulärer Arbeitsvertrag wäre nach Informationen unserer Zeitung noch 21 Monate weitergelaufen.

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