Studierendenwerk
Verwaltungsrat setzt auf Neuanfang

Münster -

Der Verwaltungsrat des Studierendenwerks setzt nach der Beurlaubung von Geschäftsführer Frank Olivier auf einen kompletten Neuanfang. Dies hat unsere Zeitung aus informierten Kreisen erfahren. Danach soll auch der stellvertretende Geschäftsführer seine Position nur noch vorübergehend ausüben.

Mittwoch, 19.12.2018, 06:50 Uhr aktualisiert: 19.12.2018, 10:27 Uhr
Turbulenzen im Studierendenwerk
Turbulenzen im Studierendenwerk Foto: Wilfried Gerharz

Nach der Beurlaubung von Geschäftsführer Frank Olivier wird vorerst der stellvertretende Geschäftsführer Achim Wiese das Studierendenwerk führen. Wie lange, ist allerdings ungewiss. Nach Informationen unserer Zeitung setzt der Verwaltungsrat auf einen kompletten Neuanfang in der Geschäftsführung.

Wiese soll danach zwar bis zum Beginn seines Ruhestands Mitte 2019 kaufmännischer Leiter bleiben, jedoch möglichst schon in den nächsten Wochen seine Position als stellvertretender Geschäftsführer an eine neue, kommissarische Geschäftsführung abgeben. Dies solle im Einvernehmen mit Wiese geschehen.

Dieser betonte am Dienstag gegenüber unserer Zeitung, dass er sich einer „gemeinsamen, teamorientierten Lösung“ nicht entgegenstellen werde. Bei diesem Übergang wolle er sich mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung einbringen. Zur Beurlaubung seines Vorgesetzten wollte sich Wiese nicht weiter äußern.

Keine gemeinsame Wellenlänge

Frank Olivier hat am Dienstag Hausverbot im Studierendenwerk erhalten – ein durchaus üblicher Vorgang in solchen Fällen. Bis Mitte Januar hat er nun Gelegenheit, sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu äußern. Unter anderem soll er – wie berichtet – in mindestens einem Fall Bauleistungen ohne Ausschreibung vergeben haben.

Wie unsere Zeitung aus verschiedenen Quellen erfahren hat, war das Verhältnis zwischen Olivier und Wiese offenbar zerrüttet. Dies sei auch in der Belegschaft bekannt gewesen, Geschäftsführung und Mitarbeiter hätten sich zunehmend voneinander entfremdet. „Wir würden sicherlich nicht beide zusammen eine 14-tägige Kreuzfahrt machen – aber wir haben uns jeden Tag mit Handschlag begrüßt“, wies Wiese am Dienstag entsprechende Berichte von sich.

Neben den Mitarbeitern wurde am Dienstag auch das NRW-Wissenschaftsministerium über die Vorgänge in Münster unterrichtet. Das Studierendenwerk hat aktuell rund 600 Mitarbeiter, die sich um Mensen, Bistros und 3600 Wohnheimplätze kümmern. 2017 lag der Jahresumsatz bei rund 45 Millionen Euro.

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