Tafel Lüdinghausen
Mittwochs ist Großkampftag

Lüdinghausen -

719 Menschen werden aktuell von 140 ehrenamtlichen Helfern der Tafel Lüdinghausen mit Lebensmitteln versorgt. 117 von ihnen erhalten diese Unterstützung in der Ausgabestelle Olfen. Immer mittwochs ist Großkampftag in den Tafel-Räumen an der Alten Valve. Dort werden die Artikel für die Ausgabe vorbereitet.

Donnerstag, 20.12.2018, 08:00 Uhr
Mittwochs morgens ist Großkampftag bei der Tafel Lüdinghausen.
Mittwochs morgens ist Großkampftag bei der Tafel Lüdinghausen. Foto: Peter Werth

Am liebsten wären sie überflüssig – die 140 ehrenamtlichen Helfer der Tafel Lüdinghausen. Aber die Zahlen der Bedürftigen, die mittwochs in die Ausgabestelle an Alten Valve kommen, beweisen das traurige Gegenteil. „Wir versorgen derzeit 719 Menschen mit Lebensmitteln, 117 davon in der Olfener Ausgabestelle“, sagt Josef Kersting . Darunter sind über 230 Kinder. Das entspreche 293 sogenannten Bedarfsgemeinschaften, erläutert der Vorsitzende der Tafel Lüdinghausen.

Wir versorgen derzeit 719 Menschen mit Lebensmitteln, 117 davon in der Olfener Ausgabestelle.

Josef Kersting

Mittwochs morgens ist Hochbetrieb in den Tafel-Räumen. Dann werden die Lebensmittel – wie Obst und Gemüse sowie andere und länger haltbare Artikel – sortiert und für die Ausgabe am selben Tag vorbereitet. In vier Schichten – die gelbe, die blaue, die rote und schließlich die grüne Gruppe – werden die Lebensmittel an die Menschen verteilt. Das sei alles genau geregelt, sodass es kein Gedränge gebe, sagt Kersting. Schwierigkeiten im Umgang gebe es natürlich manchmal. Aber da sei die Tafel entschieden: „Wir bestimmen die Regeln.“

Wir bekommen etwa vier Tonnen Lebensmittel pro Woche, eine Tonne davon wird aussortiert.

Josef Kersting

Ausgegeben werden „Lebensmittel, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr verkauft werden können und stattdessen entsorgt werden müssten“, heißt es auf der Internetseite der Tafel. Zu den Lieferanten gehören Supermärkte, Discounter, Bäckereien in und um Lüdinghausen, aber auch Produzenten wie das Maggi-Werk, das Unternehmen PE.WE.-Grillprodukte oder das Gut Forstmannshof. „Wir bekommen etwa vier Tonnen Lebensmittel pro Woche, eine Tonne davon wird aussortiert“, erläutert Kersting. Aber auch diese Waren finden an anderer Stelle noch weitere Verwertung.

Die besondere Herausforderung für die Organisatoren der Tafel beschreibt der Vorsitzende so: „Wir sind wohl die einzige Firma in Lüdinghausen, die montags noch nicht weiß, wie viel Material kommt, wie viele Kunden kommen und wie viele Mitarbeiter zur Verfügung stehen.“

Wir sind wohl die einzige Firma in Lüdinghausen, die montags noch nicht weiß, wie viel Material kommt, wie viele Kunden kommen und wie viele Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Josef Kersting

Mit einem Lächeln ergänzt die zweite Vorsitzende Anni Pröbsting: „Und trotzdem schaffen wir das.“ Das liege nicht zuletzt am Zusammenhalt der ehrenamtlich aktiven Truppe. „Wir sind wie eine Familie. Allen macht es Freude“, beschreibt Kersting das Innenleben der Tafel. Er verhehlt aber auch nicht ein Problem, das die Tafel mit der Zeit immer heftiger bedrückt – die Altersstruktur. Es werden Jüngere gebraucht, die mitmachen.

Die Tafel versorgt Menschen aus 35 Nationen – der größte Anteil entfällt dabei auf deutsche Staatsbürger, gefolgt von Syrern, Irakern und Russen. Sprachprobleme würden nicht selten von den Kindern der Kunden gelöst, erzählt Kersting: „Kleine Kinder sind für ihre Eltern als Dolmetscher tätig“, beschreibt er diese Situation. Und: „Daran sieht man, das Integration eine Generationenaufgabe ist.“

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