Bilanz nach vier Wochen
Regen vergrault Weihnachtsmarkt-Besucher

Münster -

Das Wetter hätten in den vergangenen vier Wochen besser sein können. Regen vergraulte die Besucher der Weihnachtsmärkte. Kritik üben Betreiber von Glühweinständen an den abendlichen Kontrollen der Polizei.

Samstag, 22.12.2018, 08:00 Uhr
Schirme bestimmten am Freitag das Bild auf den Weihnachtsmärkten.
Schirme bestimmten am Freitag das Bild auf den Weihnachtsmärkten. Foto: Oliver Werner

Händler auf den fünf Weihnachtsmärkten in Münster sind sich einig: „Es gab Jahre, die besser waren.“ Das schlechte Wetter habe Besucher vergrault, die Umsätze fielen dementsprechend durchwachsen aus. Es ist nicht nur der Regen, der vor allem Betreibern von Glühweinständen einen Strich durch die Bilanz macht. „Wir hatten ziemliches Theater mit der Polizei“, sagt Moritz Ludorf vom Weihnachtsdorf am Kiepenkerl. Bernd Kleimann vom Lichtermarkt St. Lamberti fühlte sich streckenweise wie ein „Schwerverbrecher“.

Grund für die Kritik sind die abendlichen Kontrollen der Polizei kurz vor Geschäftsschluss. Drei Meter neben dem Stand hätten die Beamten gestanden und kontrolliert, dass die Buden pünktlich schließen. Das habe er in 31 Jahre noch nicht so erlebt, sagt Kleimann, der den Lambertimarkt organisiert. Bestellungen ließen sich nicht in fünf Minuten abarbeiten, dann „müssen wir um 19.30 Uhr zumachen“.

Weihnachtsmärkte eröffnet

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Fred Menting vom Giebelhüüskesmarkt an der Überwasserkirche bezeichnete das Vorgehen der Polizei als „unschön“. An den heutigen Samstag mag er nicht denken, „das wird noch einmal ein knüppelharter Tag“, denn nach 21 Uhr wird abgebaut. Sowohl der Giebelhüüskesmarkt als auch der Lichtermarkt St. Lamberti schließen am Samstagabend. Die anderen drei Märkte bleiben bis Sonntagabend geöffnet.

Händler am Stadthaus unzufrieden

Erhebliche Umsatzeinbußen verzeichneten aber auch die Händler, die ihre Buden zwischen Karstadt und Stadthaus betreiben. „Diese Reihe ist eine Katastrophe“, so eine Standmitarbeiterin. „Eigentlich müsste die Stadt unsere Gebühren senken“, fordert sie. Die Halle Münsterland als Betreiberin des Weihnachtsmarktes im Rathausinnenhof und am Stadthaus betont dagegen, dass die Händler zufrieden seien.

Alexander Bauer, seit Jahren mit Murmeltierbalsam am Stadthaus 1 vertreten, bezeichnet sein Geschäft angesichts der Baustelle aber als „zäh und schwer“. „Von der Salzstraße aus werden wir nicht gesehen“, bedauert er. Maria Eugénia Guerreiro-Kleyboldt ist darum froh, dass sie mit ihrer Textil-Kollektion am Kiepenkerl Unterschlupf gefunden hat. Für den Markt am Stadthaus bekam sie wegen der Baustelle kurzfristig eine Absage.

Rüdiger Genius hat mit Ende des Marktes am Sonntag an seinem Imbissstand 28 Reibekuchen gegessen. „Qualitätskontrolle“, meint er. Jetzt freut er sich aufs Weihnachtsessen.  

Kommentar

Unsensible Vorgehensweise 

Es ist nicht alles Sonnenschein auf den Weihnachtsmärkten in Münster. Beim Resümee der Händler Anfang des kommenden Jahres werden sicherlich viele Fragen zu klären sein.

An erster Stelle sollten die Marktveranstalter mit der Stadt aber über Öffnungszeiten und Sicherheitsfragen diskutieren. Aber auch die Großbaustelle am Stadthaus 1 und die damit verbundenen Einschränkungen für betroffene Händler dürfen nicht aus dem Blick verloren werden. Mit viel gutem Willen könnte für diese Händler ausnahmsweise vielleicht die Standgebühr gesenkt werden, denn die Baustelle ist keine Eintagsfliege, sondern schränkt den Weihnachtsmarkt auch im Jahr 2019 weiter ein.

Die Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten ist dagegen nicht infrage zu stellen, wohl aber das Vorgehen der Polizei in diesem Jahr. Es gibt Wichtigeres zu tun, als darauf zu achten, ob die Klappe einer Bude um 20 Uhr oder vielleicht um 20.15 Uhr geschlossen wird. Natürlich gibt die Stadt die Öffnungszeiten der Märkte vor, daran kann auch die Polizei nichts ändern. Aber die letzten Gäste müssen auch Austrinken dürfen.

Ein unsensibles Vorgehen führt zu unnötigen Spannungen und Verstimmungen, das haben die fünf Weihnachtsmärkte nicht verdient. Verdient haben diese Märkte aber eine gewisse Beachtung, denn sie sind – wie auch der Wochenmarkt auf dem Domplatz – ein Aushängeschild der Stadt. Gleichwohl ist die Marktkonkurrenz auch im Umland gewachsen, also muss sich Münster anstrengen, um attraktiv zu bleiben. 

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