Machbarkeitsstudie
Leiser Abschied vom Energiepark am Hessenweg

Münster -

Die geplante Errichtung eines Energieparks im Industriegebiet am Hessenweg ist vom Tisch. Eine Machbarkeitsstudie blieb ohne Ergebnis.

Montag, 31.12.2018, 10:00 Uhr aktualisiert: 31.12.2018, 10:32 Uhr
Am Hessenweg wird es keinen Energiepark geben.
Am Hessenweg wird es keinen Energiepark geben.  Foto: Lukas Speckmann

Viele wichtige Themen in Münster wurden im abgelaufenen Jahr laut und kontrovers diskutiert, sei es die Stadionfrage, die Konversion, der Musikcampus oder die geplante Flüchtlingseinrichtung am Alten Pulverschuppen.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit indes wurde ein Thema zu Grabe getragen, von dem sich zumindest die Grünen viel versprochen haben. Die Rede ist vom Energiepark Hessenweg. Dieses Projekt hatte es sogar in den schwarz-grünen Bündnisvertrag 2016 geschafft, „um Arbeitsplätze und die dringend notwendige Energiewende zu schaffen“. Jetzt aber ist eine Machbarkeitsstudie zu dem Ergebnis gekommen, dass die angestrebte Ansiedlung von Forschungseinrichtungen aus dem Umweltbereich am Hessenweg bei den dortigen Industriebetrieben auf wenig Gegenliebe stoßen würde.

Intensive Debatte 

Das Grevener Büro „Energielenker“ hatte für seine Machbarkeitsstudie die Unternehmen am Hessenweg befragt und war dabei auf Vorbehalte gestoßen. Da wurden Lärmschutzprobleme angesprochen oder schlicht die Befürchtung geäußert, eigene Expansionspläne könnten durch die neuen Nachbarn gefährdet werden. Auch die Abfrage der Bereitschaft, auf den Gewerbegrundstücken Photovoltaikanlagen zu platzieren, erbrachte nicht das gewünschte Ergebnis.

Vor einigen Jahren wurde bereits sehr intensiv über den Energiepark diskutiert. Seinerzeit stand die Errichtung großer Windräder im Fokus, mit dem Ziel, stromintensive Betriebe am Hessenweg zu versorgen. Naturschützer schlugen Alarm, weil sie einen Konflikt mit dem benachbarten Vogelschutzgebiet an den Rieselfeldern befürchteten.

Vorschlag für Alternativlösung

Die Grünen reagierten und betonten fortan, dass der Energiepark weit mehr als ein Windpark sei.

Geprüft wurde auch die Frage, ob es möglich ist, den Wärmebedarf der Industrieunternehmen am Hessenweg durch die anfallende Wärme im benachbarten Entsorgungszentrum der Abfallwirtschaftsbetriebe zu decken. Hier kommt das Büro zu dem Ergebnis, dass der Bau einer Wärmeleitung wegen des zwischen beiden Standorten liegenden Dortmund-Ems-Kanals zu aufwendig sei.

Alternativ zu einem Energiepark am Hessenweg schlagen die Gutachter vor, einen „stadtweiten, dezen­tral vernetzten Energiepark“ zu schaffen. Die Überlegungen dafür werden sehr allgemein gehalten. Zumindest einen Namensvorschlag gibt es bereits: „Münster – Power-Raum für eine vernetzte Energiewende“.

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