Arndt Zinkant blickt zurück
Das Jahr 2018 in Karikaturen

Münster -

Wer sich die bestimmenden Themen des Jahres in Münster zu Gemüte führen möchte, der muss entweder viel lesen, oder kann sich die Karikaturen von Arndt Zinkant anschauen. Wie gut seine Karikaturen sind, zeigt sich nicht zuletzt daran, wie schwer uns in jedem Jahr die Auswahl fällt – gleichwohl: wir haben sie getroffen.

Montag, 31.12.2018, 11:37 Uhr aktualisiert: 31.12.2018, 12:32 Uhr
 Alle Jahre wieder die Stadionfrage: Auch 2018 gibt es viele Enttäuschungen für die Preußen – dann gibt es doch noch frohe Kunde. Die Stadt will Millionen in den Standort Hammer Straße stecken.
 Alle Jahre wieder die Stadionfrage: Auch 2018 gibt es viele Enttäuschungen für die Preußen – dann gibt es doch noch frohe Kunde. Die Stadt will Millionen in den Standort Hammer Straße stecken. Foto: Björn Meyer

Frieden soll das Thema des Jahres 2018 in Münster sein. Während des Katholikentags im Mai prägt diese Botschaft ein ganzes Stadtbild. Und was geschieht im restlichen Jahr? „Überall nur Streit“, sagt Karikaturist Arndt Zinkant , während er auf seine Zeichnungen schaut. Allen voran ein schwarz-grünes Ratsbündnis, dass gleich bei verschiedenen Fragen die unterschiedlichen Interessen nur schwer unter einen Hut bekommt, und dem es mindestens genau so schwer fällt, genau das dem Bürger zu erklären. Eben jenes Ratsbündnis finde sich am häufigsten in seinem Karikaturen, wenn man auf das Jahr zurückblicke, so Zinkant.

Münster 2018 ist aber nicht zuletzt auch von Bürgern ganz ohne Amt geprägt, die mit den Entscheidungen von Politik und Verwaltung nicht einverstanden sind – und sich wehren. Ob juristische Klagen gegen das Hafencenter, das Organisieren der Nachbarschaft als Platanenpower-Bündnis, Proteste gegen den von der Stadt ersonnenen ZUE-Standort oder der Kritik, dass Ordnungsamt müsse bei Ruhestörung härter und vor allem effektiver durchgreifen – all das zeigt: Es knirscht in der Gesellschaft.

Skurril, lustig, traurig oder ärgerlich: Münster 2018 in Karikaturen

1/12
  • Der Katholikentag, übrigens ein großer Erfolg, bestimmt vom 9 bis 13. Mai nicht nur das Stadtgeschehen, sondern ist auch Ziel der Politprominenz, die sich in Münster die Klinke in die Hand gibt.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Dagegen sorgt im heißen Sommer ein beispielloses Fischsterben im Aasee für Aufsehen. Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck steht stellvertretend in der Kritik, weil der Vorwurf im Raum steht, die Verwaltung hätte im Vorfeld mehr gegen das Desaster unternehmen können.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Lange interessiert sich niemand dafür, doch plötzlich macht die Nachbarschaft im Hansaviertel mobil, als die Stadtwerke mit Genehmigung der Stadt Platanen fällen möchten. Trotz Protest – die Bäume fallen.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Alle Jahre wieder die Stadionfrage: Auch 2018 gibt es viele Enttäuschungen für die Preußen – dann gibt es doch noch frohe Kunde. Die Stadt will Millionen in den Standort Hammer Straße stecken.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Die Stadt Münster wächst – und viele Bürger, gerade Familien und Ältere, klagen darüber, keinen bezahlbaren Wohnraum mehr zu finden. Die Stadt legt Zahlen vor – die sie selber für wenig aussagekräftig hält.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Sowohl in Berlin als auch in Münster reagieren 2018 Koalitionen bzw. Bündnisse, von denen nicht wenige der Meinung sind, sie hätten sich durch ständige „politische Prügeleien“ längst verschlissen.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Kleine Asphalthinterlassenschaften, die Radfahrern das Leben erleichtern sollen, sind sein Markenzeichen. Doch trotz zahlreicher Einsätze bleibt „der Kleckser“ auch 2018 weitgehend unerkannt.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Beim Juwi-Fest, am Aasee und auch am Torminweg: Die Diskussion, wie laut die Geräuschkulisse Feiernder in einer Stadt sein darf, nimmt 2018 zu.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Als Oberbürgermeister hat man es nicht einfach: Manchem ist Markus Lewe zu präsent, ausgerechnet Münsters Theater-Intendant Dr. Ulrich Peters schimpft dagegen, Lewe sei zu selten im Saal.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Nicht nur der Platanenbestand, sondern vor allem das Hafencenter steht 2018 im Hansaviertel im Fokus. Gleich zwei Mal gibt es überraschende Wendungen vor Gericht.

    Foto: Arndt Zinkant
  • ZAB und ZUE – die Diskussion um die Flüchtlingseinrichtungen in Münster bringt das schwarz-grüne Ratsbündnis an den Rand des Scheiterns.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Erst verkrachen sie sich, dann müssen Dr. Henning Müller-Tengelmann und Dr. Dirk Wernicke bei den Stadtwerken gehen. Für die Stadt könnte der Schlingerkurs teuer werden.

    Foto: Arndt Zinkant

Gerade die Verwaltung ist 2018 das Ziel vieler Bürger, nicht zuletzt, weil im Sommer tonnenweise Fische im Aasee sterben. Die Nachfragen, ob die Behörde das Ereignis hätte vorhersehen können, mehren sich. im Dezember entlastet ein Gutachten die Verwaltung, doch so mancher Zweifel bleibt in der Bevölkerung hängen.

Doch 2018 ist auch das Jahr, in der eine jahrzehntelange Diskussion beinahe eskaliert und dann doch ein gütliches Ende zu finden scheint. Obwohl es mehr und mehr danach riecht, dass die Preußen dem Standort Münster und der Hammer Straße den Rücken kehren, erfolgt plötzlich die Kehrtwende. Erst steht den Adlerträgern in Bösensell kein Land mehr zur Verfügung, dann stimmt der Rat für eine millionenschwere Aufwertung des Stadions an der Hammer Straße. Viele Fans reagieren erleichtert, dass „ihr Verein“ konkurrenzfähig bleiben kann.

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