Stadtwerke übernehmen am 1. April
Bäder-Betrieb im fließenden Übergang

Münster -

Dass die Stadtwerke Münster die städtischen Schwimmbäder übernehmen und aufpeppen sollen, ist längst beschlossene Sache. Allmählich wird es ernst damit: In einem ersten Schritt kümmern sich die Stadtwerke ums Marketing.

Mittwoch, 09.01.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 09.01.2019, 08:33 Uhr
Besserer Service, wärmeres Wasser, mehr Übersicht für Kunden: Das sind die ersten Schritte, die die Stadtwerke nun im Betrieb der Bäder in Münster anpacken.
Besserer Service, wärmeres Wasser, mehr Übersicht für Kunden: Das sind die ersten Schritte, die die Stadtwerke nun im Betrieb der Bäder in Münster anpacken. Foto: Matthias Ahlke

Der Beschluss des Rates ist schon eineinhalb Jahre alt: Die städtischen Schwimmbäder müssen attraktiver werden. Dafür sollen die Stadtwerke sorgen und den Betrieb führen. Jetzt wird es allmählich ernst, denn am 1. April werden die Stadtwerke tatsächlich in den Betrieb der Bäder einsteigen. Vorerst übernehmen sie das Marketing.

Neuer Auftritt im Netz

„Der erste Schritt ist ein neuer Internetauftritt“, erläutert Stadtwerke-Sprecherin Daniela van der Pütten. Welches Angebot findet sich wann in welchem Bad? Diese Fragen soll die neue Internet-Seite auf einen Blick beantworten. Deren bisherige Struktur: So unübersichtlich und kompliziert, dass viele eventuell Schwimmwillige gleich von ihrem Vorhaben lassen oder Bäder in den Nachbargemeinden ansteuern – so die allgemeine Erkenntnis. „Wir wollen die Bäder stärker ins Bewusstsein der Münsteraner bringen und den Service verbessern“, fasst Daniela van der Pütten zusammen. Noch in diesem Jahr soll unter Führung der Stadtwerke die Wassertemperatur stellen- und zeitweise steigen sowie das Angebot an Kursen in den Bädern erhöht werden.

Allerdings: Der vom Rat beschlossene formelle Übergang der städtischen Bäder zu den Stadtwerken kann immer noch nicht vollzogen werden. Komplizierte Steuer- und haushaltsrechtliche Detailfragen, bei deren Klärung vor über einem Jahr die Stadt das Land NRW um Unterstützung gebeten hatte, wurden bisher nicht be­antwortet, wie es in der Stadtkämmerei heißt.

Bereits von vielen Kommunen realisiert

Das aber spricht nicht dagegen, dass die Stadtwerke nun doch ins Bädergeschäft einsteigen – ein Organisationsmodell, das viele Kommunen erfolgreich realisiert haben, wie die bisher für die Bäder zuständige Sport­dezernentin Cornelia Wilkens bestätigt. Mit dem Schritt verbindet die Stadt laut Ratsbeschluss auch die Hoffnung, das Defizit der ­Bäder um mindestens eine halbe Million Euro jährlich zu vermindern.

Die Überführung der ­bisher im Sportamt verwalteten Bäder in einen städtischen Eigenbetrieb mit rund 67 Planstellen sei vorbereitet, so Wilkens. „Alle jetzt und künftig dort beschäftigten Angestellten, etwa die Schwimmmeister, bleiben Mitarbeiter der Stadt Münster“, erinnert sie. Die Stadtwerke hätten „durch ihre Erfahrung mit Kundenorientierung und Service schlicht die besseren Voraussetzungen, das Bädermanagement zu führen“, so Wilkens.

„Stadtwerke-Pluscard“ bald auch für Bäder?

„Die Stadtwerke sind darauf eingestellt“, bestätigt deren Sprecherin. So gibt es ­etwa Überlegungen, auch die unter Münsteranern stark verbreitete „Stadtwerke-Pluscard“ für die Bäder einsetzbar zu machen. Als Eintrittskarte etwa, bei der automatisch die Gebühr abgebucht wird – aber auch als Instrument für einen Rabatt.

Häufig geäußerte Kritikpunkte an den städtischen Bädern haben die Stadt­werke analysiert, so van der Pütten: So könne kurzfristig in den Hallenbädern, für das Kinderschwimmen etwa die Wassertemperatur erhöht werden. Auch beim großen Mangel an Babyschwimm-Angeboten könne so teil­weise Abhilfe geschaffen werden.

Ob mit den vorhandenen Ressourcen längere Öffnungszeiten angeboten werden können, werde sich zeigen.  

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