Konzept der Pfarreien
Dem Missbrauch vorbeugen

Münster -

Grenzverletzung, Übergriffigkeiten, sexueller Missbrauch – dem wollen die Pfarreien im Stadtdekanat Münster vorbeugen: Mit einem Institutionellen Schutzkonzept (ISK), zu dessen Erstellung das Bistum Münster alle Pfarreien und Einrichtungen verpflichtet hat.

Dienstag, 29.01.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 29.01.2019, 08:34 Uhr
Vertreter von acht Pfarreien im Stadtdekanat haben sich vor gut einem Jahr vernetzt, um sich gegenseitig bei der Erstellung eines Institutionellen Schutzkonzeptes zu unterstützen.
Vertreter von acht Pfarreien im Stadtdekanat haben sich vor gut einem Jahr vernetzt, um sich gegenseitig bei der Erstellung eines Institutionellen Schutzkonzeptes zu unterstützen. Foto: Doris Eberhardt

Acht Pfarreien haben sich dafür vor gut einem Jahr miteinander vernetzt, sich seitdem regelmäßig ausgetauscht und gemeinsam Ideen und Strategien entwickelt, wie es in einer Pressemitteilung des Stadtdekanats heißt. Begleitet wurden sie von Doris Eberhardt , Präventionsfachkraft des Bistums.

Als „echten Gewinn“ bezeichnen die Vertreter der Pfarreien St. Franziskus und St. Joseph Münster-Süd dieses Vorgehen. Dank des klaren Rahmens durch die Vernetzung auf der Ebene des Stadtdekanats konnten sie den Prozess der Erstellung Anfang Januar als erste Pfarreien abschließen und mit der Umsetzung beginnen.

Präventive Maßnahmen

Beide haben jeweils auf mehreren Seiten präventive Maßnahmen festgehalten, damit Kinder, Jugendliche und alle Schutzbedürftigen in den Pfarreien sicher sind. Pastoralreferent Andreas Rehm aus der Pfarrei St. Franziskus war es wichtig, nicht nur ein neues Konzept aufs Papier zu bringen: „Es geht dabei insgesamt um eine bewusste Haltung, zu der auch ein neuer Umgang mit Sexualität, mit Macht und mit Kommunikation und Feedback gehört.“

Sieben Personen, darunter Vertreter aus Kirchenvorstand, Pfarreirat, Offener Arbeit und der Pfadfinder haben mitgearbeitet, das Risiko zu minimieren, in der Pfarrei zum Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden, heißt es weiter.

Der Risikoanalyse und dem Verhaltenskodex haben die Verantwortlichen die meiste Aufmerksamkeit gewidmet. Diese Abschnitte bilden auch das Kernstück im ISK der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd, erklärt Pastor Karsten Weidisch. „Wo gibt es bei uns Kontakt zu Kindern und Jugendlichen? Was läuft in Sachen Prävention schon gut und wo müssen Regeln und Abläufe optimiert werden?

Die institutionellen Schutzkonzepte der Pfarreien gibt es HIER .

Kirchenaustritte

Fast 90.000 Menschen haben in NRW 2018 ihren Kirchenaustritt erklärt . Das sind deutlich mehr als in den beiden Jahren zuvor. „2018 war ein sehr dunkles Jahr, in dem das Vertrauen in die Kirche schwer erschüttert wurde. Wir wollen das Vertrauen der Menschen wiedergewinnen“, sagte der Kölner Kardinal Woelki. Eine im September 2018 vorgestellte Studie hatte unter anderem ergeben, dass in der katholischen Kirche in Deutschland zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben sollen.

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