Bauland in Münsters Süden
Stadt will 47 Hektar in Hiltrup kaufen

Münster-Hiltrup -

Über die Wohnbebauung der ehemaligen Kasernen-Flächen wird in Münster seit Jahren diskutiert – nun bahnt sich im Stillen auch über die Kasernen hinaus ein großer Wurf an.

Montag, 04.02.2019, 20:00 Uhr
Um richtig viel (Bau-)Land geht es bei dem geplanten Ankauf durch die Stadt Münster in Hiltrup-Ost. Nicht vermerkt sind in dieser Grafik die Waldflächen sowie die Gebiete, die als Ausgleichsflächen aus gewiesen werden sollen.
Um richtig viel (Bau-)Land geht es bei dem geplanten Ankauf durch die Stadt Münster in Hiltrup-Ost. Nicht vermerkt sind in dieser Grafik die Waldflächen sowie die Gebiete, die als Ausgleichsflächen aus gewiesen werden sollen. Foto: Jürgen Christ

Schon lange ist die Rede davon, dass die Stadt Münster zur Beseitigung der Wohnungsnot den berühmten „großen Schluck aus der Pulle“ benötige und ein richtig großes Baugebiet ausweisen solle. Dieser „große Schluck“ zeichnet sich jetzt ab. Doch nicht die Steinfurter Straße, wo das Ratsbündnis aus CDU und Grünen gern 53 Hektar Bauland entwickeln möchte, steht auf der Tagesordnung.

Nein, die Expansion zeichnet sich für einen Stadtteil ab, der ohnehin schon sehr groß ist: Hiltrup, genauer gesagt Hiltrup-Ost. Nach Informationen unserer Zeitung will die Stadt Münster in Kürze eine 47 Hektar große Fläche nördlich des Osttors erwerben. Zum Vergleich: Die York-Kaserne in Gremmendorf, über die seit Jahren diskutiert wird, ist 50 Hektar groß.

Entscheidung steht bevor

Eine Entscheidung für Hiltrup steht dem Vernehmen nach unmittelbar bevor, der Vertrag sei ausverhandelt, heißt es, offizielle Stellungnahmen indes gibt es aber nicht.

Das neue Quartier, das sich an das Areal des Sportvereines TuS Hiltrup anschließt, geht in Richtung Osten fast bis zum Albersloher Weg. Die perspektivisch zu überplanende Fläche wird aktuell landwirtschaftlich genutzt.

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Auf diesem Gelände in Münsters Süden könnte Bauland entstehen. Foto: Oliver Werner

Rund 1400 Wohnungen sind möglich

Sämtliche Planungen für das Mega-Projekt Osttor stecken noch in den Anfängen. In dem neuen Quartier liegt eine 21 Hektar große, zusammenhängende Fläche, die für den Wohnungsbau entwickelt werden könnte. Darüber hinaus stehen rund acht Hektar zur Verfügung, die als Erweiterungsfläche für den benachbarten Sportpark, aber auch für Wohnen genutzt werden könnten.

Nach einer groben Schätzung dürften rund 25 Hektar Bauland am Ende dabei rausspringen. Multipliziert man diese Zahl mit dem Faktor für die städtebauliche Dichte, die bei „normalen Baugebieten“ jetzt bei 55 Wohneinheiten je Hektar liegen, so könnten am Osttor rund 1400 Wohnungen entstehen.

Kaum Fortschritt an der Steinfurter Straße

Zu Grundstückspaket gehören ferner, wie zu hören ist, Waldflächen, Wege und sowie Flächen, die später als so genannte Ausgleichsflächen dienen sollen. Zum Hintergrund: Werden im Zuge neuer Baumaßnahmen Flächen versiegelt, muss es Kompensation geben. Üblicherweise werden dann landwirtschaftlich genutzte Flächen naturnah begrünt.

Während in Hiltrup der Durchbruch bevorsteht, gehen die Verhandlungen für das Areal zwischen Steinfurter Straße und Wasserweg nur schleppend voran.

Neben den beiden Kasernen sind als große Projekte aktuell Albachten und Handorf in der Pipeline.

Kommentar: Die Chance genutzt

Münster wächst – und zwar im ganz großen Stil. Da sich der Konversionsprozess quälend lange hinzieht und ganz offenbar auch in dem geplanten Wohnquartier an der Steinfurter Straße keine schnellen Erfolge zu realisieren sind, hat die Stadt dort zugegriffen, wo sich eine Chance geboten hat – in Hiltrup-Ost.

Gewiss wird in den kommenden Monaten und Jahren noch viel darüber diskutiert werden, warum Münster unbedingt im ohnehin größten Stadtteil Hiltrup weiter wachsen muss. Ein Blick auf den Stadtplan genügt, um zu erahnen, dass die Neubürger in Hiltrup-Ost demnächst ebenso wie die Neubürger auf dem Gelände der York-Kaserne bevorzugt über den bereits jetzt stark belasteten Albersloher Weg in die Stadt strömen werden. Die bedeutet: Das Erfordernis, den Bus- und Bahnverkehr zu verbessern, wird noch größer.

Auf der anderen Seite ist die Signalwirkung dieses Grundstücksankaufs ausgesprochen positiv: Münster ist (doch noch) in der Lage, auf ein großes Problem mit einer großen Lösung zu antworten. (Von Klaus Baumeister)

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