Frauen-Duo bringt ungewollt 22-Jährigen hinter Gitter
Eifersuchts-Nummer geht nach hinten los

Lengerich/Tecklenburg -

Ungewollt ins Gefängnis gebracht hat eine 17-Jährige ihren Freund. Zusammen mit einer Freundin hatte die junge Frau eine Eifersuchts-Situation inszeniert, die den 22-Jährigen dazu verleitete, mit Fäusten auf einen anderen jungen Mann loszugehen. Das ungewöhnliche Geschehen spielte sich im April 2018 in Lengerich ab.

Donnerstag, 07.02.2019, 05:54 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 07:56 Uhr
 
  Foto: dpa

Zwei Lengericherinnen, 17 und 20 Jahre alt, machten sich im April 2018 einen Spaß daraus, dem eifersüchtigen Freund der Jüngeren etwas vorzuspielen und ihn in Rage zu bringen. Und das wiederum mit dem Ziel, den Ex der Älteren einzuschüchtern. Der Freund der 17-Jährigen, ein 22-jähriger Lengericher, erledigte seinen „Job“ allerdings nicht mit Worten, sondern sehr schlagfertig mit den Fäusten. Wegen Körperverletzung hat ihn deshalb das Amtsgericht Tecklenburg am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt.

Zu Freiheitsstrafe verurteilt

Eine Bewährung kam nicht in Frage. Da es sich um seine dritte Tat seit der bislang letzten Strafvollstreckung im Sommer 2017 gehandelt hatte und der Richter dem einschlägig vorbestraften jungen Mann aktuell keine gute Sozialprognose ausstellen konnte, muss er seine Strafe absitzen. Der junge Mann räumte das Tatgeschehen auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums unumwunden ein.

Keine gute Sozialprognose

Ihm habe es nicht gepasst, dass seine Freundin immer wieder von dem vermeintlichen Rivalen, einem 20-Jährigen, angeschrieben worden sei. Als er per Telefon erfuhr, dass die beiden sich treffen wollten, habe er sich von einem Freund von Ibbenbüren nach Lengerich fahren lassen. Was dann auf dem Parkplatz passierte, bezeichnete der Angeklagte während der Verhandlung als Kurzschlussreaktion: Mit den Fäusten ging er auf sein Opfer los. Der 20-Jährige trug Prellungen und Kratzer im Gesicht sowie eine Platzwunde an der Lippe davon. So sagte es der Geschädigte, der von der Attacke völlig überrumpelt wurde. Dass das Treffen von den beiden jungen Frauen eingefädelt worden war, erfuhren die Männer erst später.

Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man auf so etwas kommt.

Richter

Dass die Frauen mit dieser Eskalation nicht gerechnet hatten, wurde in der Hauptverhandlung deutlich. „Er sollte ihn eigentlich nur einschüchtern und nicht direkt drauf losschlagen“, sagte die 20-Jährige. „Ich finde es blöd von mir selber, dass ich das gemacht habe“, zeigte sich die Freundin des Angeklagten zerknirscht.

Das arrangierte Treffen, das der Verteidiger als „miese Schlampen-Nummer“ bezeichnete, machte auch den Richter rat- und fassungslos. „Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man auf so etwas kommt“, wandte er sich an die 17-Jährige. Zumal sie gewusst haben müsse, dass ihr Freund mit einem Bein im Knast stehe.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte sich für eine Bewährungsstrafe ausgesprochen.

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