Aus der Idee entstand ein Hype
Bauernkinder machen Mode

Ascheberg/Herbern -

Sie studieren in Göttingen und kommen vom Land. Ansgar Selhorst und seine Freunde haben ihre Herkunft mit „Bauerkind“-Shirts öffentlich gemacht. Ihre ganz spezielle Mode ist sehr gefragt auf dem Land.

Freitag, 08.02.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 21:48 Uhr
Ansgar Selhorst, Jan Möllenbrink und Lukas Meyer-Tonndorf (v.l.) sind neben Jost Teepker und Jannik Altpeter (beide nicht auf dem Bild), die Gesichter, die hinter dem Modelabel „Bauernkind“ stecken. Sie haben das Label kreiert.
Ansgar Selhorst, Jan Möllenbrink und Lukas Meyer-Tonndorf (v.l.) sind neben Jost Teepker und Jannik Altpeter (beide nicht auf dem Bild), die Gesichter, die hinter dem Modelabel „Bauernkind“ stecken. Sie haben das Label kreiert. Foto: tani

Diese Idee war nur „als Eintagsfliege“ ausgelegt. Dass sie dann aber voll einschlägt, daran hätten Ansgar Selhorst, Jan Möllenbrink, Lukas Meyer-Tonndorf , Jost Teepker und Jannik Altpeter nie gedacht. Die Fünf sind Studenten. „Und Kinder vom Land“, sagt Ansgar Selhorst grinsend.

Im Herbst 2017 haben die Jungs für sich Pullis fertigen lassen. „Na, so wie man das auch von Kegelclubs kennt“, erklärt Jan. Ein einheitlicher Pulli für alle. Einer eben, der die Gemeinschaft ausdrückt. Auffallen sollte das Werk natürlich auch, also überlegten sich die Jungs ein passendes Label. „Bauernkind“ lag da nahe. „Schließlich kommen wir alle vom Land, auch wenn wir jetzt in Göttingen studieren“, so Ansgar. Jost entwarf das passende Logo, viele Hände halfen bei der Umsetzung. Und dann, dann kam der Auftritt im eigenen Dresscode und der ganz große Wow-Effekt. „Jeder wollte auf einmal einen solchen Pulli haben“, erinnert sich Lukas noch ganz genau.

Stolz auf ihre Herkunft 

Das Feedback war enorm. „Und das obwohl „Bauernkind“ auf den ersten Blick ja eher altbacken anmutet. Die Jungs nehmen diese Begrifflichkeit jedoch nicht wörtlich. Im Gegenteil. Sie stehen dazu, dass sie Kinder vom Land sind und sind stolz darauf, „dass wir echte Bauernkinder sind, das kann ja schließlich auch nicht jeder von sich behaupten.“

Bauernkind wird positiv gesehen.

Bauernkind wird positiv gesehen. Foto: tani

Bauernkind interpretieren sie anders. Zwar wird Landwirtschaft in der Gesellschaft vielfach kritisch gesehen, aber das Landleben steht für die Jungs auch ein Stück weit für Gemeinschaft und Wohlgefühl. „Auf unser Label werden wir immer wieder angesprochen. ‚Bauernkind‘ sorgt für Gesprächsstoff. „Und das ist genau das, was wir wollen“, so Jan. In Kommunikation treten. In diesem Fall über ein Kleidungsstück beziehungsweise ein Label. Eines, das sich innerhalb von einem Jahr zu einem Hype entwickelt hat und die Jungs, samt vielen Freunden, vor viel Arbeit stellt. Denn immerhin müssen sie das Projekt „Bauernkind“ in ihrer Freizeit stemmen. Das tun sie professionell.

Gelebte Gemeinschaft 

Das Portfolio ist gewachsen. Im Angebot sind mittlerweile Pullis, Hoodies, T-Shirts, Baby-Bodies und Mützen. Alle Produkte eint eines: Sie sind aus fair-wear biozertifizierter Baumwolle hergestellt. „Wir achten da auf hochwertiges Material“, so Jan. Das Logo Bauernkind wird aufgestickt, das Label eingenäht. Ihr Produkt ist dabei nicht nur ein Hingucker. „Nein, es steht auch für gelebte Gemeinschaft. Kommilitonen, Freunde, sie alle helfen mit. Ohne diese Hilfe wäre die Vermarktung unmöglich“, erzählt Ansgar.

Das Angebot ist gewachsen.

Das Angebot ist gewachsen. Foto: tani

Apropos Vermarktung: „Bauernkind“-Mode findet sich in keinem Laden. Sie ist online zu beziehen. Und das nicht jederzeit. „Wir arbeiten mit Bestellwellen, derzeit läuft gerade wieder eine, sie endet am 10. Februar“, erklärt Lukas. Die Idee für den Privatgebrauch ist zum Kassenschlager geworden. Einer, der für Gemeinschaft steht, und mittlerweile Abnehmer auf der ganzen Welt gefunden hat. Und eines steht fest, auch wenn sich die Studienzeit der Jungs in Göttingen dem Ende zuneigt, so versprechen sie doch eins: „Bauernkind wird es immer geben.“  

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