Schlossfassade wird erneuert
Die Sanierung startet am Südflügel

Münster -

Die Fassade des Schlosses ist sanierungsbedürftig, vor allem die Fenster sind stark verwittert. Im Frühjahr wil der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW nun endlich ernst machen. Doch die Fassadensanierung ist ein sehr aufwendiges Unterfangen.

Montag, 11.02.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 12:40 Uhr
Mit der Sanierung der Schlossfassade, inklusive der besonders verwitterten Fenster wird es jetzt ernst. Zunächst soll der Südflügel saniert werden.
Mit der Sanierung der Schlossfassade, inklusive der besonders verwitterten Fenster wird es jetzt ernst. Zunächst soll der Südflügel saniert werden. Foto: Oliver Werner

Vor einem Jahr hielt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) Münster die Sanierungspläne für die bröckelnde Schlossfassade an. Nun soll es im Frühjahr tatsächlich losgehen. Die Universität richtet sich auf den Start der Arbeiten an ihrer Zentrale im April ein, wie es heißt.

Zunächst sollen nur die Fenster und die Fassade im Südflügel saniert werden – sozusagen als Probe für den großen Rest des nach dem Krieg in den 1950er-Jahren wiederaufgebauten Barockschlosses. So hatte es der Leiter der BLB-Niederlassung Münster, Markus Vieth , vor einem Jahr skizziert – und nur der Südflügel wird in voraussichtlich zwei Monaten eingerüstet.

Probesanierung am Südflügel

„Auf Basis der Erkenntnisse aus dieser Probesanierung werden wir die weitere Sanierung des gesamten Schlosses planen und durchführen“, so der BLB aktuell zum Projekt Schloss-Sanierung.

Die im Schloss tätigen Uni-Mitarbeiter richten sich darauf ein, vorübergehend ihre Arbeitsplätze räumen zu müssen. Auch für die beiden Hörsäle im Südflügel muss, so heißt es im Schloss, zumindest für das Sommersemester Ersatz gefunden werden. Das Schloss ist zwar nach dem Krieg weitgehend originalgetreu nach den Plänen von Barockbaumeister Schlaun wieder aufgebaut worden – aber es ist jetzt ein sogenanntes „Denkmal des Wiederaufbaus“.

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Vor allem die Fenster des Schlosses sind marode. Foto: Oliver Werner

426 Sprossenfenster aufarbeiten

Das bedeutet, dass auch die 426 Holz-Sprossenfenster des Schlosses nach und nach aufgearbeitet statt durch neue ersetzt werden (wir berichteten). Im AStA-Häuschen hatten Mitarbeiter bereits im vorvergangenen Jahr Gelegenheit, sich von dieser Prozedur ein Bild zu machen. Ein Betrieb nahm dort die Probesanierung eines der denen im Schloss ähnlichen Sprossenfenster vor.

Etwa ein halbes Jahr habe es gedauert, bis das Fenster fertig gewesen sei, so ein Mitarbeiter. Der Lack auf dem in den 50er-Jahren beim Wiederaufbau verwandten, besonders haltbaren kanadischen Pitch-Pine-Holz sei nur langsam getrocknet. Im AStA-Häuschen wurde innen vor dem Fenster eine weitere Scheibe angebracht, um die Energiebilanz zu verbessern. Ob all das nun in großem Stil nun Anwendung finden soll, darüber will sich der BLB demnächst äußern.

Feuchtigkeit im Kellergeschoss

Klar ist wohl, dass die Fenster nach und nach ausgebaut, aufgearbeitet und anschließend wieder eingesetzt werden. Außerdem sind Sanierungen an der Fassade vorgesehen, teilweise sind die Sandsteinfiguren durch Netze gesichert, damit keine Gesteinsbrocken herabfallen. Außerdem sollen, so hatte es der BLB vor einem Jahr skizziert, die Fundamente ausgegraben und isoliert werden.

Im Kellergeschoss dringt Feuchtigkeit durch die Wände. Die Universität geht davon aus, dass die Sanierung des Südflügels mindestens bis zum Herbst dauern wird. Ganz gleich, wie die dringendere Instandsetzung technisch bewerkstelligt wird: Wer das Schloss ohne Gerüste sehen will, muss die Zeit bis zum Frühjahr nutzen. Die Gesamt-Sanierung wird wohl Jahre in Anspruch nehmen.  

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