Polizei verfolgt Computerbetrug
Auf digitalem Beutezug

Münster -

177 Fälle von Computerbetrug gab es im vergangenen Jahr in Münster. Bei einem Großteil handelte es sich um betrügerische Bestellungen bei Shopping-Portalen wie Ebay oder Amazon.

Donnerstag, 14.02.2019, 19:00 Uhr
177 Delikte im Bereich Computerkriminalität erfasste die münsterische Polizei im vergangenen Jahr.
177 Delikte im Bereich Computerkriminalität erfasste die münsterische Polizei im vergangenen Jahr. Foto: dpa

Die Mittdreißigerin aus Münster schickte ihren Partner in die Wüste – seine Zugangsdaten zu diversen Internet-Shoppingseiten behielt sie. Auf ihrer digitalen Shopping-Tour orderte sie Kleidung, Parfüm und Möbelstücke, alles auf Rechnung des Ex. Die Sache flog auf, Gesamtschaden laut Polizei: 50.000 Euro.

Täter bestellen, Account-Inhaber zahlen

Dies ist nur eines von 177 Delikten aus dem Bereich Computerkriminalität, die die münsterische Polizei im vergangenen Jahr beschäftigten. In den meisten Fällen handelte es sich um geknackte Accounts von Einkaufsportalen wie Amazon oder Ebay , berichtet Polizei-Sprecher Roland Vorholt . Die Täter bestellten, die Account-Inhaber zahlten. Immerhin: Etwa jeder dritte Fall konnte aufgeklärt werden.

2013 zählte die Polizei noch 513 Delikte. Dass es heute deutlich weniger sind, liegt an einer geänderten Richtlinie des Bundes. Seit 2015 wurden nur noch Taten in die polizeiliche Kriminalstatistik aufgenommen, bei denen eindeutig nachgewiesen werden konnte, dass der Täter von deutschem Boden aus agierte. Folge: 2016 wies die münsterische Statistik nur noch 145 Cyperspace-Delikte aus, da viele der online begangenen Taten mit Hilfe von Anonymisierungsnetzwerken ihre Herkunft verschleierten.

Bei der Statistik für 2019 dürfte die Deliktzahl hingegen wieder deutlich in die Höhe schnellen. Wie Vorholt berichtet, ist nach einer erneuten Änderung auf Bundesebene künftig nicht mehr der Ort der Tat, sondern der Wohnort des Geschädigten ausschlaggebend.

Der Kampf gegen Computer-Kriminalität 

Für den Kampf gegen Computer-Kriminalität gibt es im Polizeipräsidium Münster ein 21 Personen starkes Kommissariat. Das wird nicht nur bei Ebay-Betrügereien tätig, sondern ist mittlerweile auch bei vielen anderen Delikten – von Kinderpornografie bis zu Wirtschaftsstraftaten – gefragt. „In ganz vielen Fällen müssen inzwischen IT-Beweismittel gesichert werden – vom Täter-Handy bis zur Computerfestplatte“, berichtet Vorholt.

Neue Betrugswelle in Münster

Gerade schwappt nach seinen Angaben eine neue Betrugswelle über Münster hinweg. User erhalten per E-Mail die Aufforderung, Bitcoin-Überweisungen zu tätigen. Anderenfalls würden Filme veröffentlicht, die die User beim Pornovideo-Konsum zeigen. Vorholts Rat: „Gar nicht erst über solche Mails ärgern, sondern sie einfach löschen.“

Volksbank: Bankgeschäfte heute sicherer

Früher war alles besser! Dieser landläufigen Meinung traten die Spitzen der Vereinigte Volksbank Münster bei ihrer jüngsten Bilanzpressekonferenz entschieden entgegen – zumindest beim Thema kriminelle Energie bei Bankgeschäften. Das Online-Banking und die Digitalisierung der Finanzwelt habe das Leben nicht unsicherer gemacht, sondern sicherer. In den Jahren, als viele Geldgeschäfte noch per Scheck abgewickelt wurden, habe es deutlich mehr Unregelmäßigkeiten und Betrügereien gegeben, so Vorstandsmitglied Friedhelm Beuse vor der Presse.

Inzwischen werden weit mehr als 95 Prozent aller Überweisungen per Online-Banking getätigt. Bei den wenigen verbliebenen Überweisungsträgern per Papier indes komme es schon mal vor, dass ein Krimineller versuche, mit gefälschten Unterschriften an das Geld eines Bankkunden zu kommen. Die digitale Kontoplünderung mit Hilfe des so genannten Phishings hingegen sei klar auf dem Rückzug, da enorm in die Sicherheit der Systeme investiert worden sei. (Von Klaus Baumeister)

...

 

Betrug: Diese Online-Fallen sollte man kennen

1/8
  • Phishing Mail 1

    Phishing-Mails erkennen

    Unter sogenannten Phishing-Mails versteht man gefälschte E-Mails, mithilfe derer Betrüger versuchen, an persönliche Daten zu gelangen, vorzugsweise Bank-, Kreditkarten oder sonstige Zahldaten. Das gefährliche daran: Sie sehen oft aus als stammten sie von einem Unternehmen, bei dem man Kunde ist. So kursiert gerade eine Amazon-Fake E-Mail im Netz, welche den Kunden auffordert, sich über einen Link in sein Konto einzuloggen. Nach dem Login versucht das Portal sensible Bankdaten abzufragen. Grundsätzlich gilt: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Besteht Unsicherheit, ob es sich um eine Phishing-Mail handelt oder nicht, sollte der Login ins Konto über die Eingabe im Browser erfolgen. Sollten wirklich Ankündigen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt.

    https://www.mimikama.at/allgemein/bekanntmachung-vom-sicherheitsdienst/

  • Phishing Mails 2

    Phishing Mails 

    Ein weitere Phishing Mail, die gerade im Umlauf ist, gibt sich als Mail von PayPal aus: Angeblich sei die Liquidität des Empfängers gefährdet. Er solle sich mit Namen und Bankdaten auf der in der Mail verlinkten Website anmelden, um seine Zahlungsfähigkeit zu bestätigen. So gelangen die Betrüger an Daten, die es ihnen erlauben, uneingeschränkt das Geld des Opfers auszugeben.

    Falls es möglich ist, sollten Internetnutzer grundsätzlich eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen (z.B. Passwort und PIN), um ihre Benutzerkonten zu schützen. Oft wird die verlinkte Website durch ein Virenschutzprogramm blockiert. Trotzdem sollten Betroffene das Unternehmen möglichst schnell informieren. Dieses kann dann den Account sperren. Kommt man als Opfer seiner Sorgfaltspflicht nach, stehen die Chancen gut, dass die Banken den Schaden ersetzen. Grundsätzlich gilt: Wer eine verdächtige Mail erhält, sollte zuerst auf Rechtschreibung und Grammatik achten: Oft enthalten Phishing-Mails nämlich auffällige sprachliche Fehler. Außerdem kann man sich merken, dass Banken und Kaufportale im Internet niemals mit eingebauten Links zum Login auffordern!

    https://www.mimikama.at/allgemein/liquiditaet-ist-gefaehrdet/

  • Fake Zitate

    Erfundene Zitate von Politikern

    Ein gefährliches neues Phänomen schadet zwar nicht den Finanzen oder der Persönlichkeit des Internetnutzers, gefährdet aber das gesellschaftliche Zusammenleben: Momentan kursieren Fake-Zitate von Politikern im Internet. So wird Heiko Maas (SPD) in den Mund gelegt, gesagt zu haben, selbst wenn die Ehefrau erst sechs und der Mann 56 ist, könne man nicht einfach unterstellen, die Heirat sei nicht aus Liebe vollzogen worden.  Und Claudia Roth (Grüne) wird neben der von ihr nie getätigten Aussage abgebildet, man solle sich lieber einen Flüchtling statt einen Hund zulegen. Diese Aussagen wurden zweckentfremdet, radikalisiert, verkürzt und in falsche Zusammenhänge gesetzt, um so Wut und Unverständnis in der Gesellschaft auszulösen. Sie sind in ihrer Darstellung völlig verdreht.

    https://www.mimikama.at/allgemein/frei-erfundene-politiker-zitate/

  • Digitale Erpressung

    Digitale Erpressung  

    Anders als beim „Phishing“, greifen Täter mittels „Ransomware“ zu direkten Mitteln der Erpressung. Ransomware  verhindert den Zugriff des gehackten Computerinhabers auf seine Daten. Für die Entschlüsselung wird ein Lösegeld gefordert.  In den letzten Wochen kam es zu vier Angriffen auf Netzwerke von Firmen und Arztpraxen in Kassel, aber auch für Privatleute besteht aktuell ein Risiko. Die Mails, die im Umlauf sind, schreiben den Empfänger persönlich mit Namen an und behaupten über „Material/Informationen“ zu verfügen. Es folgt eine Beschreibung des weiteren Ablaufs, in welchem die Möglichkeiten der Bitcoinzahlung aufgezeigt werden. Die Täter, die sich zum Beispiel „NOCET“ nennen, behaupten von Dritten beauftragt zu sein und den Namen des Auftraggebers durch die Zahlung eines Aufpreises bekannt zu geben. Firmen sollten sich besonders vor Bewerbungsmails unklarer Herkunft in Acht nehmen. Das A und O zum Blocken solcher Mails: Eine aktuelle Antivirensoftware. Wenn man trotzdem Opfer digitaler Erpressung wird, gilt: Niemals das (Löse-) Geld zahlen. Es gibt keine Garantie, dass die gestohlenen Daten wieder freigegeben werden.

      https://www.mimikama.at/allgemein/digitale-erpressung-2/

  • Fake-Gewinnspiele
    Der Facebook-Post wird geladen

    Fake-Gewinnspiele auf Facebook

    Eine beliebte Masche von Internetbetrügern sind Fake-Gewinnspiele: Besonders häufig locken sie Facebook-Nutzer in die Falle. Denn oft muss man für die Teilnahme nicht mehr tun, als die Seite zu liken oder zu teilen. Natürlich steht am Ende kein echter Gewinn. Es passiert vorerst: Gar nichts. Die Likes helfen den Betrügern jedoch, ihre Seite bekannter werden zu lassen. Diese verkaufen sie später weiter, mitsamt der Daten der Nutzer, die sie zuvor geliket haben.

    Später verändern sich dann die Teilnahmebedingungen an dem Gewinnspiel. Zum Beispiel solle man einen vielversprechenden Link besuchen. Im besten Fall verbirgt sich dahinter bloß einen Menge Werbung, im schlimmsten Fall gemeine Abo-Fallen. Was viele aber nicht wissen: Oft sind diese Gewinnspiele gar nicht illegal. Per Mausklick stimmen die Nutzer der Verwendung und Weitergabe ihrer persönlichen Daten zu. Die gute Nachricht: Man kann die Einverständniserklärung widerrufen.

    Zuletzt konnte man angeblich ein „Tiny House“ in einem Rewe-Gewinnspiel gewinnen. Voraussetzung war, dass die Rewe-Facebook-Seite vom Teilnehmer mit „Gefällt mir“ markiert ist. Neben der Aufforderung zum Teilen, Liken oder Kommentieren sind auffällige Merkmale von Fake-Gewinnspielen, dass es kein Impressum, keinen Ansprechpartner und natürlich - keinen Gewinner gibt.

    Mehr dazu bei mimikama.at

  • Facebook: YouTube Virus

    YouTube-Virus auf Facebook

    Eigentlich handelt es sich hierbei gar nicht um einen Virus, sondern um einen sehr geschickten Phishing-Angriff. Diesmal allerdings über Facebook. Die Opfer bekommen von einem Facebook-Freund eine Nachricht oder werden in einem Post einer befreundeten Person verlinkt. Inhalt der Nachricht ist ein YouTube-Video, das angeblich das Opfer zeige. Das „Video“ ist aber eigentlich bloß eine Grafik mit Link, der zu einer gefälschten Facebook-Seite führt, auf der sich die Opfer einloggen sollen. Dadurch gelangen die Betrüger an die Daten der Opfer und haben direkten Zugriff auf dessen Facebook-Konto. Die Person, die die Nachricht gesendet hat, ist selbst Opfer eines Phishing-Angriffs geworden.

    Facebook-Nutzer, die eine solche Nachricht erhalten haben, sollten das angebliche Video natürlich auf keinen Fall anklicken. Falls es schon zu spät ist: Sofort das Passwort ändern!  Außerdem sollten sie in einem Post alle Freunde darüber informieren, dass sie Opfer dieser Masche geworden sind.

    https://www.mimikama.at/allgemein/facebook-youtube-virus/

  • Hacking per Telefon gibt es immer noch

    Hacking per Telefon

    Sie sprechen meistens auf Englisch und geben sich für Mitarbeiter seriöser Firmen aus. Jüngst gaben sich Hacker in mehreren Fällen für Mitarbeiter von Microsoft aus. Sie versuchen die Angerufenen dazu zu bringen, den Computer hochzufahren, um einen angeblichen Virus zu entfernen. Ihr Ziel ist die Installation einer schädlichen Software, die Zugriff auf Daten und möglicherweise das Online-Banking gewährt. Die Anrufe sollten sofort beendet werden. Ist die Software bereits auf dem Computer installiert, sollte dieser unverzüglich vom Netz getrennt werden und von einem Experten durchsucht werden.

    https://www.mimikama.at/allgemein/betrueger-und-schaedliche-programme/

  • Abofalle WhatsApp

    Abofalle über WhatsApp-Kettenbrief 

    „Schicke diese Nachricht an mindestens 13 Freude oder 3 Gruppen, um….“- bekommt man solch eine Nachricht ist immer Vorsicht geboten. Cyberkriminelle versuchen es mal wieder: Eine Nachricht bei WhatsApp enthält die Mitteilung, dass es neue, bewegliche Emojis geben würde. Zum Freischalten dieser müsse man die Nachricht weiterleiten. Infolgedessen wird man allerdings auf verschiedene Seiten umgeleitet, die automatisch diverse Apps im Abo installieren. Damit man solche Nachrichten gar nicht erst bekommt, kann man eine Drittanbietersperre einrichten. Diese Sperre verhindert die Identifizierung des Mobilfunkanschlusses für jegliche Leistungen außerhalb der Verbindung und ist kostenfrei. Die Kontaktdaten des entsprechenden Kundenservice, kann man nachschlagen unter:

    https://www.mimikama.at/allgemein/whatsapp-falle-emojis/

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6391696?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Crowdfunding für große Sprünge
13-jähriger Münsteraner will zur Trampolin-WM nach Tokio: Crowdfunding für große Sprünge
Nachrichten-Ticker