Lewe auf Werbeplakaten
Oberbürgermeister zeigt ein großes Herz für Apotheken

Münster -

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe legt sich auf großen Plakaten für Apotheken ins Zeug. Das wundert manch einen.

Mittwoch, 20.02.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 18:29 Uhr
Münsters Oberbürgermeister legt sich auf einer Plakatwand in Berlin für die Apotheken ins Zeug.
Münsters Oberbürgermeister legt sich auf einer Plakatwand in Berlin für die Apotheken ins Zeug. Foto: Katharina Heflik

Da wunderten sich doch gleich mehrere Münsteraner bei ihrem jüngsten Berlin-Besuch: An der U-Bahn-Station Alexanderplatz und am Hauptbahnhof etwa sprang ihnen Oberbürgermeister Markus Lewe auf großen Plakaten direkt in die Augen – garniert mit dem Zitat: „Als wachsende Stadt brauchen wir mehr Apotheken, nicht weniger.“

Der Präsident des Deutschen Städtetags hat sich für eine Werbekampagne der Spitzenorganisation aller Apothekerinnen und Apotheker zur Verfügung gestellt. Diese trägt das Motto „Einfach unverzichtbar“.

Werbefeldzug

Auf den Plakaten mit dem Lewe-Konterfei werden „sichere Perspektiven für junge Apotheker“ gefordert. Ziel des Werbefeldzugs, der mit verschiedenen Botschaften seit Frühjahr 2018 läuft, ist nach Darstellung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände - darauf hinzuweisen, dass es zur Apotheke vor Ort keine Alternative gebe.

Eine unerlaubte Lobby-Arbeit sieht der Oberbürgermeister in seiner Beteiligung an der Kampagne nicht. Es gehe darum, elementare Versorgungsstrukturen aufrechtzuerhalten. „Apotheken sind Haltepunkte in einer älter werdenden Gesellschaft.“ In dem kurzen Kampagnen-Video betont Lewe, dass die Nachfolge-Suche für Apotheker immer schwieriger werde und die Stadt Münster sogar eine eigene PTA-Schule unterhalte.

Kein Honorar

Eine Sprecherin des OB verweist zudem darauf, dass das Durchschnittsalter der Inhaber von Apotheken in Münster inzwischen bei 56,5 Jahren liege. Zudem nehme die Zahl der Apotheken kontinuierlich ab von 101 im Jahr 2010 auf aktuell 89.

Lewe ist den Angaben der Stadt zufolge von Vertretern des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe e.V. in Münster angesprochen worden. Er habe kein Honorar erhalten. Die Apotheker-Kampagne wird übrigens von einer Werbeagentur aus Münster unterstützt.

Auch SPD-Parteichef Robert von Olberg war das Engagement Lewes kürzlich aufgefallen: Der Einsatz für eine wohnortnahe Medikamenten-Versorgung sei nicht verwerflich. Allerdings betont von Olberg: „Ich hätte an Lewes Stelle bei der Kampagne nicht mitgemacht.“ Ähnliche Aktivitäten Lewes seien nicht geplant, heißt es aus dem Stadthaus.

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