Ausländerbehörde
Systemwechsel positiv angelaufen

Münster -

Seit Anfang der Woche setzt die Ausländerbehörde verstärkt auf Terminsprechzeiten. Die ersten Erfahrungen sind positiv, berichtete Behördenleiterin Helga Sonntag am Mittwochabend im Integrationsrat.

Donnerstag, 21.02.2019, 14:10 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 14:12 Uhr
Die Ausländerbehörde setzt seit Anfang der Woche verstärkt auf Terminsprechzeiten.
Die Ausländerbehörde setzt seit Anfang der Woche verstärkt auf Terminsprechzeiten. Foto: Björn Meyer

Systemwechsel bei der Ausländerbehörde: Seit Anfang der Woche setzt die Stadt verstärkt auf Terminsprechzeiten, nachdem es in den Monaten zuvor bereits am frühen Morgen zu langen Warteschlangen gekommen war (wir berichteten).

Die ersten Erfahrungen sind nach Einschätzung von Behördenleiterin Helga Sonntag positiv. „Die Zufriedenheit bei den Kunden ist groß“, betonte sie am Mittwochabend im Integrationsrat. „Sie bekommen aktuell schnell einen Termin.“ Bei der Online-Vergabe gebe es noch an diesem Freitag oder kommenden Montag freie Termine. Zugleich habe man festgestellt, dass viele Kunden lieber Termine vor Ort als im Internet ausmachen. Dies werde man bei den weiteren Planungen berücksichtigen. „Unser Ziel ist es, dass wir uns stetig verbessern.“

Schnelle Terminvergabe bei hohem Zulauf

Die schnelle Terminvergabe sei bei hohem Kunden-Zulauf erfolgt – am Montag kamen 70 Personen, am Dienstag 55, am Mittwoch 75. „Wir müssen schauen, wie sich die Situation weiter entwickelt“, so Sonntag. „Es gibt Behörden, wo die Kunden sieben Monate auf einen Termin warten müssen. Das wird nicht unser Standard sein.“

Bei den Mitarbeitern der Ausländerbehörde, darauf verwies sie am Mittwoch ausdrücklich, gebe es eine „hohe Dienstleistungsbereitschaft“.

34.000 Ausländer in Münster

Auch in Zukunft rechnet Sonntag mit einem großen Andrang in der Ausländerbehörde. Aktuell lebten in Münster 34.000 Ausländer – das seien 7600 mehr als noch vor fünf Jahren. 6000 dieser 7600 Personen kommen laut Sonntag aus Nicht-EU-Staaten, 3100 Personen hätten einen humanitären Aufenthaltsstatus.

„Seit 2014 kamen nicht nur Flüchtlinge, sondern auch viele Erwerbstätige aus dem Ausland nach Münster“, betonte die Behördenleiterin. Für die kommenden Jahre rechne sie mit einem weiteren Zuzug von Ausländern. Universität und Fachhochschule hätten in Gesprächen betont, dass sie noch stärker auf eine Internationalisierung setzen wollen. Zudem geht Sonntag von einem zunehmenden Zuzug von Pflegekräften und Fachkräften aus dem Ausland aus.

Seit 2014 kamen nicht nur Flüchtlinge, sondern auch viele Erwerbstätige aus dem Ausland nach Münster.

Helga Sonntag

Ein Mitglied des Integrationsrates erkundigte sich, ob die Mitarbeiter der Ausländerbehörde auch Englisch sprechen. „Nein“, sagte Sonntag, „wir suchen sie nach ihrer Qualifikation aus.“ Wobei es aktuell schwer sei, geeignete Mitarbeiter zu finden. Es gebe allerdings Englischkurse für Mitarbeiter. „Demnächst wollen wir mal eine Dienstbesprechung auf Englisch machen“, so Sonntag.

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