Beherbergungsstatistik
Wundersame Vermehrung der Campingstellplätze

Greven -

Statistiken können ja eigentlich nicht lügen. Da sind nackte Zahlen erfasst, die man miteinander vergleicht – und daraus seine Schlüsse zieht. Aber spätestens da ist Vorsicht geboten. Diesmal geht es um die Zahlen der „Beherbergung im Reiseverkehr in Nordrhein-Westfalen“, die jetzt vom statistischen Landesamt veröffentlicht wurden.

Dienstag, 26.02.2019, 12:18 Uhr aktualisiert: 26.02.2019, 12:20 Uhr
Das ist eindeutig ein Wildcamper. Und den zählen die Statistiker nicht – wahrscheinlich . . .
Das ist eindeutig ein Wildcamper. Und den zählen die Statistiker nicht – wahrscheinlich . . . Foto: Petri Jauhiainen/Vastavalo

Titel der Auswertung: „NRW-Tourismus im neunten Jahr in Folge mit Rekordergebnissen“. Uff, würde da der alte Indianer sagen. Vor allem, wenn er sich die Grevener Zahlen anschaut.

Denn auch dort hat sich – nach Angaben der Statistiker – die Zahl der Gästeankünfte von 36 163 im Jahr 2017 auf 40 005 im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Merkwürdig dabei ist, dass sich die Zahl der Betriebe mit mindestens zehn Betten um einen erhöht hat. Haben wir etwas verpasst? Hat sich ein neues Hotel in Greven angesiedelt? „Nein“, beruhigt Peter Hamelmann , der sich als Chef von Greven Marketing von Berufs wegen mit solchen Zahlen beschäftigen muss. Seine Vermutung: „Das könnte das Hotel Schräder sein, das zwischenzeitlich ja geschlossen hatte und nun wieder eröffnet wurde.“

Nun gut, der Mann weiß wovon er redet. Kann er aber auch folgende Auffälligkeit erklären? Dabei geht es um Campingstellplätze. Denn laut Statistik hat sich die Zahl der Camping-Stellplätze von 2017 auf 2018 von 124 auf unglaubliche 310 erhöht. Wurde Greven von den Holländern okkupiert, ohne dass es jemand bemerkt hat?

Auch die Vermutung will Hamelmann nicht bestätigen. Denn er hat da so seine Schwierigkeiten mit der Statistik. „Ich vermute, dass sich da von einem Jahr auf das andere das Erfassungsverfahren geändert hat.“ Sprich: Den Campingstellplatz, den es 2017 schon gab, wurde aber erst 2018 als solcher gezählt.

Stellt sich die Frage: War das Hotel-Bett, dass es im vergangenen Jahr gab, auch schon 2017 eins? Statistiken können anscheinend doch ein bisschen lügen – wenn auch nicht absichtlich . . .

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