Mahnmal
Bunker mit kleinen Geheimnissen im Südpark aufgestellt

Münster -

Im Südpark steht seit Dienstagmorgen ein Ein-Mann-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Er war ganz in der Nähe wiederentdeckt worden und soll nun als Mahnmal dienen. Das fünf Tonnen schwere Gebilde weist dabei eine Besonderheit auf.

Mittwoch, 27.02.2019, 07:50 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 16:02 Uhr
Drei Mitarbeiterinnen der Wäscherei „Edelweiß“ am Dahlweg vor dem kleinen Betonbunker Anfang Juni 1944.
Drei Mitarbeiterinnen der Wäscherei „Edelweiß“ am Dahlweg vor dem kleinen Betonbunker Anfang Juni 1944. Foto: Stadtarchiv/Kriegschronik Wiemers

Es ist der Neujahrstag 2018, als Norbert Kottenstede und seine Frau Barbara Walsleben das Gelände am Dahlweg nahe des Südparks, auf dem die Stiftung Rudolph von der Tinnen demnächst neue Wohneinheiten errichten will, in Augenschein nehmen.

„Wir wollten nur ein paar Fotos machen, um für später festzuhalten, wie es dort einmal ausgesehen hat“, sagt Kottenstede. Dann aber fällt sein Blick auf etwas, das versteckt im Gebüsch steht. Etwas, von dem Kottenstede nicht weiß, was es ist. Dafür aber seine Frau: „Das ist ein Ein-Mann-Bunker, hat sie mir gesagt“, erinnert sich Norbert Kottenstede.

Fünf Tonnen schweres Betonmonstrum

Wie der Zufall es wollte, hatte Barbara Walsleben wenige Monate zuvor einen Artikel über die während des Zweiten Weltkriegs hergestellten Mini-Bunker gelesen. Und nicht nur das, darin war auch das Bild eines Bunkers aus Münsters abgedruckt – offenbar genau von dem, der jetzt gefunden und am Dienstag im Südpark als Mahnmal an die Kriegszeit nahe der Seilbahn aufgestellt wurde.

Ein-Mann-Bunker im Südpark

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  • Foto: Björn Meyer
  • Foto: Stadtarchiv
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„Bis 1966 war auf dem Gelände am Dahlweg die Wäscherei Edelweiß ansässig“, berichtet Mechthild Mennebröker von der städtischen Denkmalbehörde. Norbert Kottenstede und Barbara Walsleben hatten sich bei ihr nach dem Fund gemeldet. 1966 hatte die Von-der-Tinnen-Stiftung das Gelände erworben. Der Bunker aber geriet in einer Ecke des Grundstücks in Vergessenheit – bis jetzt. Stadt und Stiftung entschieden in einer gemeinsamen Aktion, dass der Bunker erhalten bleiben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müsse.

Nur ein paar Klamotten und etwas für einen Hund hätten darin gelegen, als seine Frau und er den Bunker entdeckt hätten, erzählt Kottenstede am Dienstagmorgen, als ein großer Kran das fünf Tonnen schwere Betonmonstrum, dessen Wände gut 15 Zentimeter dick sind, auf seinen neuen Platz an den Weg nahe der Seilbahn im Südpark hievt.

Tür soll verschlossen bleiben

Während des Zweiten Weltkriegs seien derlei Bunker in einer Vielzahl hergestellt worden, erzählt Mennebröker. Heutzutage sind aber nur noch drei in Münster bekannt. Einer stehe an der Bahnlinie im Bereich Coerde, einer an den Schienen bei Amelsbüren. Der Dritte nun im Südpark. „Privatleute hatten so etwas eher seltener, die haben eher versucht, ihre Keller umzubauen“, berichtet Mennebröker. Häufiger seien die auch als Splitterschutzzellen bekannten Bunker an Bahnlinien oder bei Fabriken zu finden gewesen.

Bei Bombenangriffen sollten die ab 1939 gebauten Bunker vor Bombensplittern schützen. Der Bunker vom Dahlweg weist dabei eine Besonderheit auf. In der Rückwand finden sich Steckdosen – allerdings keineswegs originale. Die hätten seinerzeit anders ausgesehen und müssten nachträglich eingebaut oder zumindest erneuert worden sein, äußerte am Dienstagmorgen ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Durch ein kleines Loch in der Rückwand wurden sie mit Strom versorgt. Wer den Bunker nachträglich umgerüstet hat, weiß man bei der Stadt allerdings nicht. Es ist eins der vielen kleinen Geheimnisse um das Gebilde.

Passanten werden die Steckdosen derweil nicht in Augenschein nehmen können, denn die Tür des Bunkers soll in Zukunft verschlossen bleiben.

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