Familienfreundliche Karnevalszone an der Engelenschanze
Mit Schall, aber ohne Rauch

Münster -

Kein Rauch, kein Alkohol, keine Drogen: Nach der Premiere 2018 gibt es beim Rosenmontagszug in Münster wieder eine familienfreundlichen Zone. Nur ist sie diesmal noch größer.

Sonntag, 03.03.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 11:40 Uhr
Der Spaß für Groß und Klein steht an erster Stelle, da sind sich alle einig (v.l.): Udo Seegers (BMK), Brigitte Klute (Drogenhilfe), Anna Pohl (Leiterin Jugendamt) und Lothar Hitziger (BMK) freuen sich über die Beliebtheit der familienfreundlichen Zone.
Der Spaß für Groß und Klein steht an erster Stelle, da sind sich alle einig (v.l.): Udo Seegers (BMK), Brigitte Klute (Drogenhilfe), Anna Pohl (Leiterin Jugendamt) und Lothar Hitziger (BMK) freuen sich über die Beliebtheit der familienfreundlichen Zone. Foto: Presseamt Münster

Nach der Premiere im vergangenen Jahr gibt es beim Rosenmontagszug auch in diesem Jahr eine familienfreundliche Zone an der Engelenschanze. Und weil sie so gut ankam, wird sie nun erweitert.

Der 2018 erstmals auf Initiative der städtischen Präventionskampagne „Voll ist out“ und mit Unterstützung des Bürgerausschusses münsterischer Karneval (BMK) eingerichtete Bereich war aus dem Stand ein voller Erfolg bei den versammelten Närrinnen und Narren jeden Alters, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Positive Resonanz

„Gleich die erste familienfreundliche Zone wurde sehr gut angenommen“, freut sich Anna Pohl, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien. Auch Lothar Hitziger und Udo Seegers vom Bürgerausschuss Münsterischer Karneval bestätigen: „Ein Volltreffer. Die Resonanz war großartig. Das konnte man im Rosenmontagszug vom Wagen aus besonders gut sehen.“

Deshalb wird die Zone nun erweitert. „In diesem Jahr kommt die Fläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite hinzu“, informiert Brigitte Klute von der städtischen Drogenhilfe.

Die zehn wichtigsten Infos zum Rosenmontagsumzug in Münster

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  • 1. Wann beginnt der Zug? 

    Der Zug startet am Rosenmontag am 13.11 Uhr am Schlossplatz zu seiner 4,5 Kilometer langen Reise durch die Stadt. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2. Welche Route nimmt der Zug?

    Der Zug zieht durch die Überwasserstraße über den Rosenplatz in die Schlaunstraße. Dann geht es weiter über Bergstraße, An der Apostelkirche, Voßgasse, Bült, Mauritzstraße, Mauritztor, Eisenbahnstraße, Servatiiplatz, Salzstraße, Heinrich-Brüning-Straße, Stubengasse, Windthorststraße, Engelenschanze, Schorlemerstraße, Ludgeriplatz, Ludgeristraße, Prinzipalmarkt, Drubbel, Roggenmarkt, Bogenstraße, Spiekerhof, Rosenstraße und zurück über den Rosenplatz und die Überwasserstraße zum Schlossplatz. Dort löst sich der Zug wieder auf.

    Foto: Jürgen Christ (Grafik)
  • 3. Wie lang ist der Zug?

    Insgesamt nehmen nicht mehr und nicht weniger als 116 Wagen, Gruppen und Musikkapellen teil, darunter auch 18 Wagen und elf Fußgruppen aus dem niederländischen Losser.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 4. Wo sieht man am besten?

    Vom Prinzipalmarkt aus und am Ludgerikreisel hat man als Zuschauer die beste Sicht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 5. Wo kann man parken?

    Die Parkhäuser sind am Rosenmontag in Münster geöffnet. An zahlreichen Stellen in der Innenstadt besteht Rosenmontag ein Halteverbot. Fahrzeuge, die dort abgestellt worden sind, werden abgeschleppt. Einige Parkplätze können während des Umzugs nicht angefahren und auch nicht verlassen werden. 

    Foto: Oliver Werner
  • 6. Sind Straßen gesperrt?

    Bereits ab 9 Uhr stellen sich die Zugteilnehmer auf dem Schlossplatz auf. Dann können Autofahrer nicht mehr in die Straße Schlossplatz einfahren. Alle anderen Straßen, die an der Zugstrecke liegen, werden zwischen 12 und 19 Uhr gesperrt. Bis spätestens 19 Uhr sind die allermeisten Sperrungen aber wieder aufgehoben.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 7. Wie kommt man ohne Auto zum Umzug?

    Am besten kommt man mit Bus und Bahn zum Rosenmontagsumzug in Münster. Die Stadtwerke Münster bieten Karneval-Sonderpreise auf ihre Tickets. 90 Minuten Fahrt mit Bus und Bahn in Münster kosten ab Weiberfastnacht (Donnerstag, 20. Februar) bis einschließlich Veilchendienstag (25. Februar) nur den halben Preis. 

    Foto: Oliver Werner
  • 8. Bis wann geht der Umzug?

    Der Prinzenwagen wird gegen 17 Uhr den Prinzipalmarkt erreichen. Der Zug ist voraussichtlich um 18 Uhr vorbei.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 9. Wo kann man weiter feiern?

    Nach dem Zug geht der Karneval in den Kneipen der Innenstadt weiter.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 10. Ist der Umzug familienfreundlich?

    Auch in diesem Jahr gibt es beim Rosenmontagszug in Münster wieder eine familienfreundliche Zone an der Engelenschanze. Luftballontrauben werden den dampf-, rauch- und alkoholfreien Abschnitt der Zugstrecke deutlich kennzeichnen.

    Foto: Oliver Werner

Bänke als Wickeltische

Luftballontrauben werden den dampf-, rauch- und alkoholfreien Abschnitt der Zugstrecke deutlich kennzeichnen. Zudem steht ein Toilettenhäuschen auf der Dreiecksfläche in der Nähe der Bushaltestelle Engelenschanze. Dort finden sich auch einige Bänke, die unter Umständen als Wickeltisch zweckentfremdet werden können, heißt es weiter.

Wie in den Vorjahren sind die Teams der städtischen Präventionskampagne am Rosenmontag auch an anderen Stellen in der Stadt präsent. Das „Voll ist out“-Zelt steht im Rathausinnenhof wie gewohnt neben dem DRK-Zelt. In bewährter Kooperation kümmern sich Rotes Kreuz und „Voll ist out“-Helfer um alkoholische Notfälle und besorgte Angehörige. Die mobilen „Voll ist out“-Teams sensibilisieren die Karnevalisten außerdem für maßvollen Alkoholkonsum.

Von Alaaf bis Zoch: Unser närrisches Alphabet

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  • Indianer, Cowboy und Prinzessin sind Evergreens im Karneval. Doch was ist diese Session Trend? Unser närrisches Alphabet liefert Informationen und Hintergrundwissen rund um die fünfte Jahreszeit – von A bis Z. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ALAAF: Dieser Narrenruf ist eng mit Köln verbunden.  Dabei gibt es mehrere Varianten, „Alaaf“ zu rufen. Entweder dreimal hintereinander oder „Kölle Alaaf!“. Für Kölner ist „Alaaf!“ der einzig wahre Ausruf, der an Karneval erlaubt ist. Man sollte sich also davor hüten, im bunten Kölner Treiben „Helau“ in die Menge zu rufen. Generell wird „Alaaf“ im südlichen Rheinland, in Bonn, Aachen und Koblenz von den Narren gerufen. „Helau“ ist das Pendant für die Jecken in Düsseldorf, Wuppertal, Münster und südlich von Koblenz. Der Begriff „Alaaf“ tauchte zum ersten Mal im 15. Jahrhundert als Spruch auf Trinkkrügen auf. Im Kölner Karneval ist er ab 1820 dokumentiert.

    Foto: dpa
  • BÜTTENREDE: Seit wann es Büttenreden beim Karneval gibt, ist nach Ansicht von Christiane Cantauw von der Volkskundlichen Kommission für Westfalen schwer zu sagen. Sie tauchten auf, als der Sitzungskarneval zum Leben erweckt wurde. Das war in Köln im Jahr 1823. Münster folgte nur zehn Jahre später, als die KG Freudenthal gegründet wurde. Zunächst dienten die Sitzungen in erster Linie dazu, um den Karnevalszug vorzubereiten. Im Laufe der Jahre veränderten sich die Sitzungen. Büttenreden kamen auf. Als Bütt wurde ein Fass bezeichnet. Die ersten Redner standen an fassähnlichen Pulten. Christiane Cantauw vermutet, dass Büttenreden als Persiflage auf die Sonntags-Predigt entstanden sind.

    Foto: dpa
  • CARNE VALE: Warum heißt Karneval eigentlich Karneval? Die Frage haben sich schon viele Experten gestellt und keine eindeutige Antwort gefunden. Viele sehen eine Verbindung zum Lateinischen: „Carne“  bedeutet Fleisch und „vale“ lebe wohl. Frei übersetzt würde Karneval also „Fleisch, lebe wohl“ heißen. Damit ist der Begriff Karneval eine Anspielung auf die bevorstehende Fastenzeit.

    Foto: dpa
  • DREIGESTIRN: Das Dreigestirn des Karnevals besteht seit 1872 aus dem Prinz Karneval, der Jungfrau und dem Bauer.  Während der Bauer als Versinnbildlichung aller Menschen galt, war die Jungfrau die Personifikation der Colonia, informiert Christiane Cantauw.

    Foto: dpa
  • ELF: Die Zahl Elf ist die Narrenzahl schlechthin. Denn sie übersteigt die Zahl 10 – damit die christlichen zehn Gebote. Die Elf steht für eine verkehrte Welt voller Maßlosigkeit und Sünde. Einen Elferrat hat es schon früh im Sitzungskarneval gegeben. Tatsächlich hatten die Aachener Narren die Nase vorn: 1829 gab es bei ihnen erstmals einen Elferrat. Dass am 11.11. der Startschuss fürs närrische Treiben beginnt, ist erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentiert. „Vorher setzte die Sessionszeit zu Neujahr oder am Dreikönigstag ein“, weiß Volkskundlerin Christiane Cantauw. Die Elf, so erklärt sie, sei vorwärts und rückwärts zu lesen. Für die Narren sollte dies die Gleichheit aller Jecken darstellen.  Es gibt Theorien, die erklären die Elf mit den Anfangsbuchstaben von Egalité, Liberté und Fraternité – dem Leitspruch der Französischen Revolution. Ob das stimmt, ist aber nicht belegt. 

    Foto: dpa
  • FASCHING: Fasching ist eine andere Bezeichnung für Karneval. Verwendet wird Fasching unter anderem in Teilen Sachsens, Brandenburgs sowie Bayerns und Österreichs. Das Statistik-Portal Statista hat vor einigen Jahren gefragt, welcher Begriff am häufigsten genutzt wird: Mit 49 Prozent hatte tatsächlich Fasching die Nase vorn, gefolgt von Karneval (36 Prozent). Nur 13 Prozent verwendeten damals Fasnacht. Egal ob Karneval, Fasnacht oder Fasching: Dahinter steckt ein jeckes Brauchtum mit Tradition.

    Foto: dpa
  • GARDETANZ: Dies ist eine ganz besondere Tanzrichtung, die von Karnevalsvereinen und Tanzgarden getanzt wird. Die besonderen Kostüme, die die Tänzerinnen tragen, sind von den Uniformen des 18. Jahrhunderts inspiriert. Der Gardetanz wird aber nicht nur in der Karnevalszeit getanzt. Mittlerweile werden für den Tanzsport sogar Turniere veranstaltet.

    Foto: Rene Penno
  • HERING: Am Aschermittwoch wird gern Hering gegessen. Die einen sehen den Fisch als ideales Kateressen, da in den vorherigen Tagen der eine oder andere womöglich etwas über die Strenge geschlagen hat. Für andere ist das Heringessen Tradition. Denn mit Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit und somit der Verzicht auf Fleisch. Früher waren nur noch Brot, Bier und Wasser erlaubt. In späteren Jahren durften auch im Wasser lebende Tiere gegessen werden.

    Foto: colourbox.com
  • INSIGNIEN: Was wäre ein Dreigestirn, wenn man nicht erkennen würde, dass sie Macht besitzen? Nichts weiter als drei verkleidete Menschen. Um diese Macht zu symbolisieren, erhalten die Mitglieder des Dreigestirns die Insignien. Allerdings ist ihre Macht nur begrenzt – und die Insignien müssen nach der Session wieder abgegeben werden

    Foto: Oliver Berg, dpa
  • JECK: Der Jeck ist jeck. In den meisten Teilen Deutschlands wird ein Karnevalsfan als Narr oder Jeck bezeichnet. Wichtig zu wissen: Jecken und Karnevalisten sind nicht zwingend das Gleiche! Karnevalisten gehören einem Karnevalsverein an, die Jecken feiern mit.

    Foto: dpa
  • KOSTÜM: Verkleidungen gehören immer schon zum Karneval dazu. Wer mit einem Kostüm glänzen will, steckt schon mitten in den Vorbereitungen. Das Statistik-Portal Statista hat in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov gerade herausgefunden, dass sich in dieser Session jeder zweite Karnevalist verkleiden will. Mittlerweile gilt: Je kreativer und ausgefallener desto besser.  Die Karnevaltrends für Mädchen und Frauen sind in dieser Session eindeutig tierisch. Die Bandbreite reicht von der Giraffe, übers Reh bis zum Flamingo. Der ist sogar so beliebt, dass er das Einhorn aus seiner Spitzenposition vertrieben hat. Bei den Männern liegen Klassiker im Trend. Wer sich also vorgenommen hat als Pirat oder Indianer die Straßen unsicher zu machen, wird bestimmt etliche Artgenossen treffen. Bei Jungen stehen Ninja-Kämpfer, Polizisten und Feuerwehrmänner hoch im Kurs. 

    Foto: dpa
  • LIEDER: Um Karneval richtig feiern zu können und um in  Stimmung zu kommen, dürfen die passenden Karnevals-Hits  nicht fehlen. Die größten Ohrwürmer und Top-Hits sind seit Jahren „Mer losse d’r Dom in Kölle“ (Bläck Fööss), „Ne Kölsche Jung“ (Brings), „Schenk mir dein Herz“ (Die Höhner) oder „Viva Colonia“ (Die Höhner). Bei Spotify gibt es eine Playlist für die Session 2019. Darauf befindet sich auch Helene Fischer mit „Herzbeben“.

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  • MUTZEN: In der Karnevalszeit wird nicht nur gefeiert, sondern auch ausgiebig genascht. Das hat natürlich mit der folgenden Fastenzeit zu tun: Bis Aschermittwoch durfte noch mal über die Strenge geschlagen werden. Eier, tierische Fette, Fleisch: Alles wurde reichlich gegessen. Volkskundlerin Christiane Cantauw vermutet, dass damit auch die Metzger zufrieden gestellt werden sollten, die in der folgenden Fastenzeit natürlich wenig zu tun hatten. Zum Karneval gehören Kamelle. Beim Kölner Rosenmontagsumzug sollen seit Jahren um die 300 Tonnen Bonbons, Schokolade und Pralinenschachteln unters Narrenvolk gebracht werden. Im Rheinland mögen die Jecken gern Mutzen, ein Mürbteiggebäck, das frittiert und mit Zucker bestäubt wird. Auch Krapfen oder Berliner, die in der Hauptstadt Pfannkuchen heißen, stehen hoch im Kurs. Auch in anderen Ländern wird zu Karneval geschlemmt. Die Italiener etwa schwören auf „Chiacchiere“. Das sind gewellte Teigstreifen mit einem gezackten Rand. Sie werden in heiße Schokoladensauce oder Marmelade getaucht. Mmmh!

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  • NUBBEL: Die Nubbel ist eine Strohpuppe, die in Köln über vielen Kneipen hängt. Typischerweise wird sie in der Nacht vom Veilchendienstag auf Aschermittwoch verbrannt. Dies steht für die Befreiung von den Sünden der Karnevalszeit. Auf den Nubbel werden nämlich sämtliche Übel abgewälzt. Hat man also zu tief ins Glas geschaut, ist der Nubbel schuld. 

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  • ORDEN: Eine Prunksitzung ohne Verleihung eines Ordens? Kaum vorstellbar. Damit wollten die bürgerlichen Jecken zu Beginn des Sitzungskarnevals ein Ziel verfolgen: „Das Militär wurde verballhornt“, sagt Volkskundlerin Christiane Cantauw. Im 19. Jahrhundert spielte es eine sehr wichtige Rolle. Indem Narren in Uniformen schlüpften und Orden verliehen, machten sie sich über die herrschenden Eliten lustig. 

    Foto: dpa
  • PRINZ KARNEVAL: Dabei handelt es sich nicht um Prinz William oder seinen Bruder Harry, sondern um das Oberhaupt der Narren. Abhängig von der Tradition ist der Prinz Alleinherrscher, hat eine Prinzessin, die ihn bei seinen Aufgaben unterstützt, oder sogar ein Dreigestirn zur Seite. Der Prinz tritt bei vielen öffentlichen Veranstaltungen auf. Er hat also in den Tagen kurz vor Aschermittwoch besonders viel zu tun. Aber davon lässt sich ein Prinz natürlich nicht unterkriegen, und so heißt es: Immer schön lächeln und winken.

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  • QUETSCHEBÜGGEL: Jeder, der sich fragt, was das sein soll, erfährt nun: Nein, es ist kein Folterinstrument, wird auch nicht zum Kochen benutzt. Ein Quetschebüggel ist einfach nur ein rheinischer Ausdruck fürs Akkordeon, also das Klavier des kleinen Mannes.

    Foto: colourbox.com
  • RIO DE JANEIRO: Karneval wird nicht nur in Deutschland gefeiert. Auch in anderen Ländern geht es karnevalistisch zu. Rio de Janeiro ist bekannt für seinen glitzernden Karneval. Der beginnt am Freitag vor Aschermittwoch. Höhepunkt ist der Umzug der Sambaschulen. Dort ist es aktuell um die 30 Grad!

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  • SESSION: Karneval wird zwischen dem 11.11 und Aschermittwoch gefeiert. Die fünfte Jahreszeit oder die Karnevals-Session endet an Aschermittwoch. Dann beginnt für Christen die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern. Der Begriff „Session“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Sitzungsperiode“. Dass von der „fünften Jahreszeit“ die Rede ist, passt für Volkskundlerin Christiane Cantauw zur verkehrten Welt des Karnevals. „Die 5 überschreitet die vier Jahreszeiten.“

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  • TILLY: Jacques Tilly ist ein prominenter Wagenbauer. Er wird als Deutschlands Bester gefeiert. Seit mehr als 30 Jahren entwirft Tilly mit seinem Team die Wagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug, den er zur Nummer 1 in Deutschland gemacht hat. Von Rio bis Peking werden Tillys Arbeiten als leuchtende Beispiele politischer Satire gewürdigt. Für dieses Jahr hat der Künstler unter anderem einen Toleranzwagen angekündigt. Mit diesem Karnevalswagen wollen sich Juden, Muslime und Christen gemeinsam präsentieren und so „ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Diskriminierung“ setzen

    Foto: colourbox.com
  • UMSATZ: Karneval ist ein Riesengeschäft. Köln, Mainz und Düsseldorf sind die Epizentren des deutschen Karnevals. 2015 sind nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft bundesweit in der fünften Jahreszeit zwei Milliarden Euro erwirtschaftet worden.

    Foto: Oliver Werner
  • VEREIN: Der Bund Deutscher Karneval steht für mehr als 2,6 Millionen Menschen, davon mehr als 700 000 Jugendliche, die in mehr als 5300 Mitgliedsvereinen organisiert sind. 

    Foto: Oliver Werner
  • WEIBERFASTNACHT: Männer nehmt euch in Acht! Die Weiberfastnacht ist der Donnerstag vor Aschermittwoch und Beginn der Karnevals-Hochphase. Die Frauen übernehmen an diesem Tag die Macht. Vermutlich geht der Altweiber-Donnerstag auf das 14. Jahrhundert zurück, informiert das Düsseldorfer Haus des Karnevals. Seinerzeit wurden in den Städten die Ehefrauen der ratsfähigen Familien zu einem besonderen Tanzvergnügen eingeladen. Später machten sich die Damen selbstständig und feierten auf eigene Faust und mit eigenen Ritualen: Kurzerhand verlieh „frau“ sich das Recht, das Sagen über die Männer zu haben.

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  • x-tes Mal: Die Tradition des Karnevals gibt es schon seit Jahrhunderten. Karneval gehört tatsächlich zu den ältesten Brauchtümern. Dass er immer noch aktuell ist, liegt nach Ansicht von Volkskundlerin Christiane Cantauw daran, dass er sich immer weiter gewandelt habe. Auch dieses Jahr werden die Narren nicht enttäuscht werde: Auf Nelkensamstag und Tulpensonntag folgen Rosenmontag (4. März) und Veilchendienstag.

    Foto: Oliver Werner
  • Y-Kutsche: Wussten Sie dass? Wenn eine Kutsche beim Karnevalsumzug nur von zwei Pferden gezogen wird, kann das folgendes bedeuten: Die Insassen haben der Karnevalsgesellschaft zu wenig Geld gespendet. In einem Vierspanner nehmen dagegen die großzügigen Spender Platz.

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  • ZOCH: D’r Zoch in Köln ist Deutschlands größer Rosenmontagszug. Er hat inzwischen rund 12 000 Teilnehmer. Wagen und Fußtruppen legen eine Strecke von 7,5 Kilometern zurück. Die Dauer: fünf Stunden. Über eine Million Jecken schauen zu. Karnevalsgesellschaften, die beim Rosenmontagszug in Köln dabei sein wollen, muss das schon mal 50 000 Euro wert sein. Darauf ein dreifaches Alaaf! 

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