Küchenhersteller zahlungsunfähig
„Warendorf Die Küche“ in der Insolvenz

Warendorf -

Im September, bei der Industrietour 2018, waren die Auftragsbücher voll, jetzt sind sie es auch. Aber Liquiditätsprobleme führten dazu, dass „Warendorf Die Küche“-Geschäftsführer Stefan Hofemeier einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen musste. 110 Mitarbeiter sind betroffen.

Dienstag, 12.03.2019, 13:26 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 18:06 Uhr
Das war Ende September: Stefan Hofemeier (l.) beim Industrietag im Showroom an der Mielestraße.
Das war Ende September: Stefan Hofemeier (l.) beim Industrietag im Showroom an der Mielestraße. Foto: Jörg Pastoor

Die Firma „Warendorf Die Küche GmbH“ ist zahlungsunfähig. Am Montag hat Geschäftsführer Stefan Hofemeier die Insolvenz beim Amtsgericht in Münster angemeldet. Grund für die Antragstellung sind Liquiditätsschwierigkeiten. Zum vorläufigen Verwalter bestellt ist Rechtsanwalt Stefan Meyer aus Münster.

„Wir verschaffen uns zunächst einen Überblick über die wirtschaftliche und rechtliche  Situation, um den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Die Auftragsbücher sind sehr gut gefüllt und die Mitarbeiter motiviert. Das sind gute Grundvoraussetzungen für die kommenden Wochen und die beabsichtigte Restrukturierung des Unternehmens“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Meyer.

Trotz einer positiven Entwicklung hätten die ambitionierten, aber notwendigen Umsatzziele für 2018 nicht erreicht werden können. In den ersten beiden Monaten 2019 lag der Auftragseingang deutlich über dem Vorjahr. Die Gesellschafter haben die Entwicklung bisher immer positiv begleitet und die erforderlichen Mittel bereitgestellt.

Unser Ziel ist es, einen Investor zu finden.

Insvolvenzverwalter Stefan Meyer

Seit Ende 2018 habe allerdings kein Konsens über die weitere Finanzierung der notwendigen Investitionen gefunden werden. Daraufhin wurde ein Investorenprozess gestartet, der jedoch in der Kürze der Zeit nicht zum Abschluss gebracht wurde.

„Warendorf Die Küche“ beschäftigt rund 110 Mitarbeiter. Deren Gehälter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. „Unser Ziel ist es, einen Investor zu finden“, so Rechtsanwalt Meyer weiter. Im Pluta-Team arbeiten zudem Rechtsanwalt Ingo Thurm und Rechtsanwältin Dr. Ria Brüninghoff.

Die Vertriebsgesellschaft Warendorf Retail GmbH mit Sitz in Köln ist nicht von der Antragstellung betroffen. Die Ursprünge des Küchenherstellers reichen bis 1973 zurück. Seit 2010 firmiert das Unternehmen unter dem Markennamen Warendorf. Damit ist der renommierte Hersteller an der Mielestraße zum zweiten Mal in die Pleite gerutscht: Nachdem der Betrieb 2010 die Markenlizenz für Miele-Küchen verloren hatte, wurde er als „Warendorf Küchen“ zum ersten Mal insolvent. Vor ziemlich genau drei Jahren dann der Neustart unter dem neuen Namen „Warendorf Die Küche“ mit dem bisherigen Eigentümer CoBe Capital als Investor.

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