Studierendenwerk bittet um Notquartiere
Kein Platz für Studenten

Münster -

Im Herbst droht massiver Wohnungmangel für Studierende. Das Studierendenwerk schlägt erneut Alarm und bekommt bisher keine Reaktion.

Mittwoch, 20.03.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 07:17 Uhr
Gebäude der ehemaligen Oxford-Kaserne würde das Studierendenwerk gern im Herbst weiterhin als Studentenunterkünfte anbieten.
Gebäude der ehemaligen Oxford-Kaserne würde das Studierendenwerk gern im Herbst weiterhin als Studentenunterkünfte anbieten.

Ende Februar hat das Studierendenwerk mit einem Brief an den Oberbürgermeister und die für die ehemaligen Kasernengelände zuständigen städtischen Tochtergesellschaft Konvoy Alarm geschlagen. Der Inhalt der Brandbriefe weist – erneut – auf die im Herbst drohende Notlage bei der Versorgung der Studierenden mit Wohnungen hin und bittet darum, das Notquartier in der Oxford-Kaserne auch im Wintersemester noch nutzen zu können.

Stadt bleibt stumm

Auch drei Wochen danach gibt es keine Reaktion von Seiten der Stadt, sagt Wiese . Knapp 13 Prozent der münsterischen Studenten konnte das Studierendenwerk bis vor einigen Jahren noch mit Wohnraum, versorgen, im nächsten Wintersemester werden es nur noch 7,6 Prozent sein – weil Verträge auslaufen und das Wohnheim in Gievenbeck generalsaniert wird ( wir berichteten ).

Die 100 Plätze der Notunterkunft in der Oxford-Kaserne sind belegt – vor allem mit Mietern, die aus den Häusern der Bima (Bundesanstalt für Immobilien aufgaben) in Gremmendorf ausziehen mussten. „Es gibt in der Oxford-Kaserne noch einen weiteren Block, den wir anmieten würden“, so Wiese. Auch an den Unterkünften auf dem Gelände der York-Kaserne ist das Studierendenwerk interessiert. Wiese: „Aber hier wurde uns gesagt, es gäbe keine Möglichkeit.“

Kritik wird laut

CDU-Ratsherr Richard-Michael Halberstadt kritisiert massiv die Untätigkeit der Stadtverwaltung beim Thema Studentenwohnen: „Münster will Studentenstadt sein und nimmt in Kauf, dass im Herbst die Erstsemester massenweise auf der Straße stehen“, sagt Halberstadt und sieht auch bei der Bima wenig Initiative.

So stünden etwa die Britenhäuser an Von-Esmarch-Straße leer. „Auch hier könnten übergangsweise Studierende wohnen“, so Halberstadt. Ratspolitiker der SPD haben sich ähnlich kritisch über Verwaltung und Bima geäußert. Die Entscheidung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs gegen eine Nutzung des ehemaligen Finanzamtes an der Münzstraße für Wohnzwecke stieß auf nahezu einhellige Kritik unter Ratsmitgliedern.

Zähe Planung neuer Bauvorhaben

Es bewege sich schon an der einen oder anderen Stelle etwas, sagt Achim Wiese, meint damit aber Bauvorhaben, die sich nicht kurzfristig realisieren lassen. So kündigt Architekt Andreas Deilmann, der zwar vom Studierendenwerk im Sommer 136 seiner Wohnungen wieder in eigene Vermietung übernimmt, an, auf dem Germania-Campus öffentlich geförderte Wohnungen für bis zu 150 Personen zu bauen und sie für 20 Jahre vertraglich dem Studierendenwerk überlassen zu wollen. Auch am Hafen möchte Deilmann rund 150 Wohnungen zur Vermietung über das Studentenwerk bauen. Aber die Planung verlaufe zäh.

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