Mops-Affäre noch nicht ausgestanden
Michaela Jordan fühlt sich arglistig getäuscht

Ahlen -

Nichts ist gut! Michaela Jordan fühlt sich von Seiten des Vollziehungsmitarbeiters der Stadt Ahlen arglistig getäuscht. Für die neue Mops-Besitzerin ist die Affäre um Edda, die jetzt Wilma heißt, noch lange nicht ausgestanden.

Sonntag, 31.03.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 31.03.2019, 18:15 Uhr
Mit ihrem neuen Frauchen Michaela Jordan ist „Wilma“ – ehemals „Edda“ – ein Herz und eine Seele.
Mit ihrem neuen Frauchen Michaela Jordan ist „Wilma“ – ehemals „Edda“ – ein Herz und eine Seele. Foto: dpa

Für Michaela Jordan und ihren Anwalt Wolfgang Kalla ist der Fall „Edda“ auch nach der Pressekonferenz des Bürgermeisters am vergangenen Montag noch lange nicht ausgestanden. Vor allem die Aussage, dass Dr. Alexander Berger der Klage wenig Chancen gebe, hat Kalla gewundert. Nach seiner Einschätzung sprächen zu viele Fakten gegen die Stadt.

Er sagte noch, dass er bei Ebay gesehen hätte, dass solche Hunde bis zu 2000 Euro kosten.

Züchterin Uschi Dukowski

Jordan fühlt sich von Seiten des Vollziehungsmitarbeiters arglistig getäuscht. Aufgrund der Aussagen der Züchterin Uschi Dukowski, der er die gepfändete „Edda“ zum Kauf anbot, sei ihm bekannt gewesen, dass der Hund nicht gesund und maximal noch 500 Euro wert war, wie Dukowski schriftlich bestätigt. Diese Aussage werde die Züchterin auch eidesstattlich bezeugen, kündigt Kalla an.

Zweifel an Stadtvertretern

„Das war ihm jedoch zu wenig. Er sagte noch, dass er bei Ebay gesehen hätte, dass solche Hunde bis zu 2000 Euro kosten“, führt Dukowski in einer schriftlichen Stellungnahme aus. Auch auf den von der Stadt fehlerhaft behaupteten Kaufpreis des Mopses von angeblich 2400 Euro, auf den auch die Juristische Prüfung durch die Anwaltskanzlei Wolter & Hoppenstedt abhebt, habe sie den städtischen Mitarbeiter hingewiesen. Tatsächlich habe „Edda“ nur 1200 Euro gekostet.

Die ganze Anzeige war eine einzige Lüge.

Michaela Jordan

„Die ganze Anzeige war eine einzige Lüge“, fasst die Züchterin ihr Urteil zusammen. Und auch Michaela Jordan schenkt den Aussagen der Stadtvertreter wenig Vertrauen. Als sie einen Kontrollanruf bei der Stadtverwaltung startete, wer einen Mops zu verkaufen hätte, sei sie von der Telefonzentrale sofort mit dem Vollzugsmitarbeiter verbunden worden. Da könne man sich nur wundern.

Mops "Edda" in ihrem neuen Heim

1/10
  • Erst wird die Mops-Dame "Edda" von der Stadtverwaltung zum Schuldeneintreiben gepfändet. Dann wird das Tier über den privaten Ebay-Account eines Stadtmitarbeiters verkauft. Das westfälische Ahlen ist in diesem Fall gleich von mehreren Seiten in die Kritik geraten. Kämmerer Dirk Schlebes verteidigte das Vorgehen der Stadt jedoch als rechtmäßig. Laut Zwangsvollstreckungsgesetz könne wertvoller Besitz wie der Familien-Mops gepfändet werden, sagte der parteilose Kommunalpolitiker am Donnerstag, 28. Februar, der Deutschen Presse-Agentur.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Nach der Pfändung und dem Verkauf der Hündin via Ebay nimmt die Kritik am Vorgehen der westfälischen Stadt Ahlen zu. "Das Tier, seine Bedürfnisse und sein Wohlergehen wurden hier vollkommen außen vor gelassen", sagte Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund am Freitag, 1.März, auf dpa-Anfrage. Der Verkauf über Ebay-Kleinanzeigen setze «dem Ganzen regelrecht die Krone auf», kritisierte die Sprecherin. Mit Tieren über Internetplattformen zu handeln, sei absolut abzulehnen, da man Lebewesen damit zu Waren degradiere.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Die Mops Hündin "Edda", jetzt umbenannt in "Wilma" sitzt mit Ihrer neuen Besitzerin Michaela Jordan vor einem Laptop. Die Käuferin der Hündin verklagt die westfälische Stadt Ahlen. "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

    Foto: Guido Kirchner
  • Sie will den Kaufpreis und die Tierarztkosten erstattet bekommen. Der Mops sei als gesund, geimpft, entwurmt, ärztlich untersucht und "mit Stammbaum" angepriesen worden.

    Foto: Guido Kirchner
  • "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

    Foto: Guido Kirchner
  • "Wilma" sitzt neben ihren neuen Freunden den beiden Möpsen "Malte" und "Ole".

    Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6509878?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Neue Uran-Transporte nach Russland
Ein Transportzug mit abgereichertem Uran steht auf dem Gelände der Gronauer Urananreicherungsanlage. Das kleine Bild zeigt gelagerte Tails-Behälter in Russland.
Nachrichten-Ticker