Einschränkungen im Berufsverkehr
Landwirte rollen zum Protest mit Traktoren an

Münster -

Mit dem Traktor in die Innenstadt: 6000 Landwirte wollen am Donnerstag (4. April) gegen die geplante Verschärfung der Düngeregeln demonstrieren. Im Berufsverkehr könnte es eng werden auf den Straßen.

Mittwoch, 03.04.2019, 14:30 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 15:50 Uhr
Einschränkungen im Berufsverkehr: Landwirte rollen zum Protest mit Traktoren an
Wie hier in Hannover wollen die Landwirte auch in Münster gegen die geplante Verschärfung der Düngeverordnung protestieren. Foto: Christophe Gateau/dpa

Landwirte wollen am Donnerstag in Münster gegen die geplante Verschärfung der Düngeverordnung demonstrieren. Die Veranstalter vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband rechnen mit 6000 Landwirten, die schon in den frühen Morgenstunden zum Teil mit ihren Traktoren nach Münster kommen. Die Polizei rechnet mit erheblichen Beeinträchtigungen im Berufsverkehr. Straßensperrungen seien nicht geplant, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage.

Die Stadtwerke haben laut Pressesprecher Florian Adler keine Linienänderungen für die Stadtbusse geplant. Zwei Verkehrsmeister würden aber vor Ort sein, um auf die Verkehrslage reagieren zu können.

Streit um Schutz des Grundwassers

Für die Traktoren ist ein Teil des Schlossplatzes reserviert, Busse sollen ebenfalls dort parken. Von dort aus ziehen die Teilnehmer dann zum Domplatz, wo es um 10.30 Uhr mit der Kundgebung losgehen soll. Die Landwirte kommen in erster Linie aus Westfalen, viele Traktoren werden von Norden aus dem Emsland und dem Oldenburger Münsterland unterwegs sein.

Grund für die hohe Teilnehmerzahl aus dem Münsterland und aus Niedersachsen ist die anhaltende Debatte um die Verschärfung der Düngeverordnung. Die EU und Deutschland streiten seit Jahren um den Schutz des Grundwassers und die zu hohe Nitratbelastung des Bodens und des Grundwassers. Vor allem Regionen, in denen intensiv Landwirtschaft mit Tierhaltung und Obstanbau betrieben wird, weisen hohe Nitratwerte aus.

Kein Verständnis für pauschale Reduzierung

Die Landwirte fürchten dagegen vor allem die pauschale Reduzierung der Düngeobergrenze um 20 Prozent für alle Flächen – dies gefährdet viele Betriebe in ihrer wirtschaftlichen Existenz. Auch andere Details der verschärften Düngeverordnung stoßen bei den Landwirtschaftsverbänden auf Ablehnung.

Deutschland ist es bisher noch nicht gelungen, zu einer einvernehmlichen Lösung im Düngeverordnungsstreit mit der EU zu kommen. Seit Montag muss die Bundesrepublik Strafe zahlen – 850 000 Euro pro Tag. Zur Kundgebung werden Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und NRW-Ministerin Ursula Heinen-Esser in Münster erwartet.

Programmablauf

Ab 9.30 Uhr: Infos zu Wasserkooperationen auf dem Domplatz (WuB, BHD, Stiftung, Vertreter Wasserkooperationen)

10.00 Uhr: Pressegespräch am Domplatz u.a. mit Ministerin Klöckner

10.30 Uhr: Beginn der Kundgebung auf dem Domplatz

10:30 Uhr: Begrüßung der Teilnehmer

  • Johannes Röring, Präsident WLV
  • Bernhard Conzen, Präsident RLV
  • Albert Schulte to Brinke, Präsident Niedersächsisches Landvolk
  • Stefan Schneider, Vizepräsident Hessischer Bauernverband
  • Heike Müller, Vizepräsidentin Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern
  • Stefan Köhler, Bezirkspräsident Unterfranken

10:45 Uhr: Ansprachen

  • Johannes Röring (Schwerpunkt. Tierhaltung)
  • Bernhard Conzen (Schwerpunkt: Pflanzenbau)

11.05 Uhr: Ansprachen der Politik (je max 30 min)

  • Ministerin Julia Klöckner
  • Ministerin Ursula Heinen-Esser

12:05 Uhr: Kurze Statements mit Aktion auf der Bühne

  • Thomas Genfeld (Gemüsebauer)
  • Jan Spliethofe (Öko-Landwirt)
  • Bernd Krumnacker (Schweinehalter)
  • Bettina Hueske (Milchbäuerin)

12.30 Uhr: Gemeinsames Schlusswort

  • Präsidentin Regina Selhorst und Vizepräsident Henner Braach

ca. 12.45 Uhr: Ende der Kundgebung

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