Aus dem Rat
Emotionale Diskussion über die Zukunft der Bäder

Münster -

Emotional verlief im Rat die Diskussion über die Zukunft der Bäderlandschaft. Die Fraktionen schoben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu, wer für die aktuelle Situation verantwortlich ist.

Donnerstag, 04.04.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 09:38 Uhr
Im Rat der Stadt entbrannte am Mittwochabend eine Diskussion über die münsterische Bäderlandschaft (das Foto zeigt das Ostbad).
Im Rat der Stadt entbrannte am Mittwochabend eine Diskussion über die münsterische Bäderlandschaft (das Foto zeigt das Ostbad). Foto: Oliver Werner

Knapp 40 Minuten wurde am Mittwochabend im Rat leidenschaftlich über die münsterische Bäderlandschaft gestritten. Die SPD warf CDU und Grünen vor, mit ihrem gemeinsamen Vorstoß, kurzfristig die Attraktivität der Bäder zu erhöhen, nur „Flickschusterei“ zu betreiben. Die Grünen wiederum warfen der zuständigen Dezernentin Cornelia Wilkens vor, über Jahre nur „nebulöse Antworten“ auf drängende Fragen gegeben zu haben. Derweil schaute die CDU zerknirscht auf andere Städte, „die das besser hinbekommen“ – während die FDP einen Ratsbürgerentscheid zur Frage, ob Münster ein Familien- und Freizeitbad braucht, ins Spiel brachte.

CDU und Grüne setzen sich durch

40 Minuten Diskussion, 40 Minuten Schuldzuweisungen – und am Ende erhielt der Antrag von CDU und Grünen eine Mehrheit. Darin wird unter anderem gefordert, kurzfristig die Öffnungszeiten auszuweiten, die Wassertemperatur zu erhöhen sowie Service und Sauberkeit zu verbessern – außerdem einen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung dieser Maßnahmen vorzulegen.

„Wir wollen den Zeitplan bis zur nächsten Sitzung“, stellte Grünen-Fraktionschef Otto Reiners klar. Auf seine an Wilkens gerichtete Nachfrage, ob das auch tatsächlich geschehen wird, blieb die Dezernentin gleichwohl eine eindeutige Antwort schuldig.

„Wir brauchen neuen Schwung für die Bäder“, hatte zuvor CDU-Fraktionschef Stefan Weber klargestellt. Von der Verwaltung verlangte er, noch im ersten Halbjahr eine Beschlussvorlage anzufertigen.

SPD fordert „Kurswechsel"

SPD-Ratsherr Philipp Hagemann bezeichnete den Antrag der Rathaus-Koalition als „Trauerspiel gescheiterter schwarz-grüner Bäderpolitik“ – und machte sich erneut für das SPD-Lieblingsprojekt Freizeit- und Familienbad stark. „Das Nutzungsverhalten der Menschen hat sich geändert, sie wollen so ein Bad.“

SPD-Fraktionschef Michael Jung forderte einen „Kurswechsel“, auch er plädierte für ein Freizeit- und Familienbad, das Möglichkeiten für Unterricht, Sport und Spaß bietet. „Mit Ihrem Antrag drehen Sie sich nur im Kreis“, sagte er in Richtung Schwarz-Grün.

Grünen-Ratsherr Christoph Kattentidt warf der Verwaltung vor, „die Dinge seit Jahren nicht anzugehen“. In Richtung SPD meinte er: „Ein neues Bad im Westen erhöht nicht die Wassertemperatur im Osten.“

FDP beklagt Misstrauen

FDP-Ratsherr Jörg Berens sprach sich gegen „Stückwerk“ aus und beklagte in Sachen Bäder „Misstrauen zwischen Politik und Verwaltung“. Mit einem Ratsbürgerentscheid könne man ermitteln, ob die Münsteraner ein Freizeitbad wollen.

CDU-Ratsherr Andreas Nicklas appellierte an die SPD: „Schenken Sie Ihren Wählern reinen Wein ein. Wenn im Westen ein Spaßbad gebaut wird, dann wird darunter die dezentrale Bäderlandschaft leiden. Dann wird man ein bis zwei andere Bäder schließen müssen.“

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