Entschärfung am Frühabend
Bombenfund sorgt für Verkehrschaos im Hafenviertel

Münster -

Bombenfund, Evakuierung, Verkehrschaos: Im Hafenviertel herrschte am Dienstag Ausnahmezustand. Der Grund war eine britische 250-Kilo-Fliegerbombe, die ein Bagger kurz nach 14 Uhr bei Arbeiten im Stadthafen freigelegt hatte. Am Frühabend gab es dann die Entwarnung.

Dienstag, 09.04.2019, 14:36 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 21:25 Uhr
Entschärfung am Frühabend: Bombenfund sorgt für Verkehrschaos im Hafenviertel
Foto: Helmut Etzkorn

Auf dem Gelände neben Atelierspeicher und Coppenrath-Verlag unweit der alten Osmo-Hallen, wo der Unternehmer Wolfgang Hölker demnächst am Hafenweg seinen „Speicher 3“ errichten will, kratzte der Bagger bei Erdarbeiten für die ab Mittwoch geplante Kampfmittel-Bodensondierung die Fliegerbombe an. Die Entschärfung erfolgte kurz nach 19.30 Uhr.

Weil unklar war, ob durch den Kontakt mit dem Bagger der Zünder aktiviert wurde, rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an und sperrte zunächst einen 150-Meter-Radius rund um den Fundort, der nur wenige Meter von der Hafenspundwand entfernt liegt. Die Wasserschutzpolizei riegelte wenig später den Stadthafen für den Schiffsverkehr ab.

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Rund 1000 Menschen von Evakuierung betroffen

Weil der brisante Blindgänger auf einem Erdhügel lag, entschied sich die Feuerwehr für einen erweiterten Evakuierungsradius von 300 Metern. Von den Sperrungen betroffen war auch der ­Hansaring, deshalb kam es ab dem Nachmittag im ­gesamten Hafenviertel zu einem Verkehrschaos. Auch Radfahrer und Fußgänger durften nicht mehr passieren.

Mehrere Bürohäuser, Restaurants, Kneipen und Wohngebäude am Kreativkai und am Hansaring sowie Wohngebiete rund um die Schillerstraße wurden bis in den frühen Abend geräumt, betroffen war auch das Borchert-Theater. Dort finden aktuell Proben zum Stück „Die Mitwisser“ statt. Intendant Meinhard Zanger: „Trifft uns hart, aber Sicherheit geht vor.“

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Foto: Helmut Etzkorn

Mit Drohnen wurde aus der Luft überprüft, ob noch Menschen im Viertel unterwegs waren. Am Hansa-Kolleg wurden Klausuren abgesagt, weil Schüler nicht das Gebäude erreichen konnten.

Von der mobilen Einsatzleitstelle auf dem Hafenplatz aus wurde die Evakuierung koordiniert, rund 1000 Menschen waren insgesamt betroffen. Erst anschließend konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Entschärfung beginnen. Während für die Angestellten in den Büros vorzeitig Feierabend war, gab es für Anwohner die Möglichkeit einer Betreuung durch die Hilfsorganisationen im „Jovel“ am Albersloher Weg. Im Einsatz waren über 100 Helfer.

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