Vorbereitungen für den Palmsonntag
Buchsbaum wird zur Mangelware

Münster -

Die Palmstöcke für die Palmsonntag-Prozessionen werden aus Buchsbaum gefertigt. Doch der ist in diesem Mangelware. Schuld sind der vergangene Hitzesommer – und ein aggressiver Schädling.

Samstag, 13.04.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 13.04.2019, 10:19 Uhr
Diese Kinder bastelten am Donnerstag mit ihren Müttern sowie Erziehern in der Kita St. Mauritz Palmstöcke aus Buchsbaum.
Diese Kinder bastelten am Donnerstag mit ihren Müttern sowie Erzieherinnen in der Kita St. Mauritz Palmstöcke aus Buchsbaum. Foto: Oliver Werner

Palmsonntag-Prozessionen gibt es seit der Spätantike. Auch an diesem Sonntag werden wieder zahlreiche Katholiken mit zuvor gesegneten Palmstöcken und Palmzweigen durch die Kirchen ziehen – und diese anschließend mit nach Hause nehmen.

Etwas ist dieses Jahr jedoch anders als sonst. Da es in unseren Breiten keine Palmen gibt, werden die Gebinde meist aus Buchsbaum gefertigt – doch der wird immer mehr zur Mangelware. Schuld ist nicht nur der Hitzesommer 2018, sondern vor allem die zunehmende Ausbreitung des Buchsbaumzünslers. Der aus Ostasien stammende Falter breitet sich vermehrt in Deutschland aus und hat im vergangenen Jahr im großen Stil Buchsbaumpflanzen zerstört.

„Die Buchsbäume vor unserem Pfarrhaus waren befallen und mussten komplett entfernt werden“, berichtet Stadtdechant Jörg Hagemann, der zugleich Pfarrer von St. Nikolaus ist. Auch die Buchsbaumfelder rund um die St.-Agatha-Kirche sind mittlerweile Geschichte. So wurde die Buchsbaum-Beschaffung für die Gemeinde zum Problem, das allerdings gelöst werden konnte – Gemeindemitglieder halfen aus. „In den Kirchen werden wir diesmal allerdings weniger Palmstöcke als sonst haben“, sagt Hagemann.

Wie Hagemann geht auch Markus Kortewille , Geschäftsführer der Zentralfriedhofskommission, davon aus, dass die Buchsbaumbeschaffung in Zukunft nicht einfacher wird. „Wir liefern jedes Jahr den Buchsbaum für die Gemeinden St. Lamberti und St. Joseph Süd. Diesmal gelang uns die Versorgung so gerade noch“ – denn auch auf dem Zentralfriedhof hat sich der Buchsbaumzünsler ausgebreitet.

Alternativen müssen her

Kortewille geht davon aus, dass diese Pflanzenart immer mehr verschwinden wird – und daher Alternativen für den Palmsonntag her müssen. Ilex zum Beispiel, der dem Buchsbaum optisch ähnelt. „Der hat allerdings Stacheln – was vor allem für die Kinder, die Palmstöcke in den Kitas basteln, nicht schön ist“, sagt Hagemann.

Apropos Kitas: Auch sie leiden zunehmend unter dem Buchsbaummangel – hatten allerdings diesmal noch Glück. „Ein Landwirt, dessen Sohn bei uns war, stiftete gesunde Buchsbäume“, berichtet Tobias Schiewe vom Kindergarten St. Norbert.

Und Marcus Paul, Leiter der Kita St. Mauritz, belieferte seine Einrichtung mit Buchsbaum aus seinem eigenen Schrebergarten. „Ich hatte Glück, der Buchsbaumzünsler kam nur bis zum Nachbargarten.“

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