Zirkus Charles Knie auf dem Schlossplatz
Katzenflüsterer in der Manege

Münster -

Alexander Lacey ist jeden Tag im Käfig mit Tigern und Löwen. Mehr als ein paar Kratzer hat der Engländer aber in 26 Jahren nicht davongetragen. Ab Mittwoch (17. April) gastiert der Raubkatzendompteur in Münster auf dem Schlossplatz mit dem Zirkus Charles Knie, in dessen Manege er und nicht die Katzen das Sagen hat. Meistens jedenfalls.

Dienstag, 16.04.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 07:04 Uhr
Eigentlich hat Löwe Masai am Tag vor der Premiere frei, doch für das Pressefoto bequemt sich der 400-Kilo-Kater seinem Dompteur Alexander Lacey zuliebe auf das Podest – aber nicht ohne kurz sein Missfallen über die Störung beim Sonnenbaden kundzutun.
Eigentlich hat Löwe Masai am Tag vor der Premiere frei, doch für das Pressefoto bequemt sich der 400-Kilo-Kater seinem Dompteur Alexander Lacey zuliebe auf das Podest – aber nicht ohne kurz sein Missfallen über die Störung beim Sonnenbaden kundzutun. Foto: Pjer Biederstädt

Spitze Zähne, scharfe Krallen, 400 Kilogramm Gewicht – Löwe Masai ist ein schönes und gleichzeitig furchteinflößendes Prachtexemplar. Doch Alexander Lacey geht zu ihm in den Käfig, als wäre die Raubkatze ein Stubentiger. Ein bisschen knuddeln, ein bisschen necken – die zwei genießen den freien Tag in der Sonne, bevor sie vom heutigen Mittwoch an zwei Mal täglich in der Manege des Zirkus‘ Charles Knie auf dem Schlossplatz stehen.
Dort tummelt sich dann nicht nur Löwe Masai um den Raubkatzendompteur. Insgesamt hat der Engländer 13 Tiger und Löwen. Der 43-Jährige stammt selbst aus einer Zirkusfamilie. „Dort habe ich als Kind überall ausgeholfen, aber die großen Katzen haben mich immer am meisten fasziniert“, erzählt Lacey. Zwar begann er ein Studium der Architektur, doch am Ende war die Sehnsucht nach den Raubtieren größer. Seit 26 Jahren arbeitet er nun schon mit Löwen und Tigern. Sein Bruder macht genau das Gleiche beim Zirkus Krone. Die Liebe zu den Katzen liegt in der Familie.
Der Mann aus Nottingham hat zahlreiche Preise gewonnen, darunter die höchste Auszeichnung beim „Internationalen Circusfestival von Monte Carlo“. Er tourte mit dem größten Zirkus der Welt in den USA, seit fast zwei Jahren ist er wieder mit dem Zirkus Charles Knie unterwegs.

Vier Motorradfahrer in einer Stahlkugel mit nur 4,4 Meter Durchmesser, ein Clown und Artisten tauchen in der Show des Zirkus Charles Knie auf.

Vier Motorradfahrer in einer Stahlkugel mit nur 4,4 Meter Durchmesser, ein Clown und Artisten tauchen in der Show des Zirkus Charles Knie auf. Foto: Pjer Biederstädt

Für Alexander Lacey und seine Tiere beginnt jeder Tag um sieben Uhr. „Erst beobachte ich die Tiere. Ich muss herausfinden, wie sie drauf sind“, erklärt er. Wenn eine Katze einen schlechten Tag hat, bekommt sie eine Auszeit.“ Danach wird trainiert, ehe es Frühstück gibt. Zehn bis 16 Kilogramm Fleisch frisst jede Katze am Tag. „Das kostet ungefähr 2000 Euro pro Woche“, sagt Lacey, dessen Tiere allesamt von ihm und seinem Bruder gezüchtet wurden. Drei Jahre dauere es, bis ein Tier reif für eine Show in dem 1400-Plätze-Zelt sei. „Gefährlich ist die Arbeit nicht, wenn man sich gut um die Tiere kümmert und sie geduldig ausbildet“, sagt Lacey. Die Kritik von Tierschützern an der Haltung der Katzen kann Lacey nicht nachvollziehen. In seinen Augen argumentierten sie aus menschlicher Sicht, oft ohne Fachkenntnis über die Tiere. Der Katzenflüsterer fühlt sich eng verbunden mit den Tieren. Deshalb machen sie während des Zwölf-Minuten-Auftritts in der Show, was er sagt – zumindest meistens. „Manchmal machen sie auch, was sie wollen. Dann ist es wie mit einer Klasse voller Kinder“, sagt der Tiertrainer.
Für Zirkusdirektor Sascha Melniak ist Lacey ein Weltstar. Für den Zirkusbetrieb braucht es aber noch mehr Menschen. 96 Mitarbeiter aus 13 Nationen sind mit dem Zirkus auf Tour, davon sind 30 Artisten. Nach der Premiere in Einbeck am 15. März ist Münster die sechste von 47 Stationen, berichtet Melniak, der eine Show mit viel Nervenkitzel verspricht. Alexander Lacey und seine Katzen werden ihren Teil dazu beitragen.

Zum Thema

Vorstellungen gibt es täglich außer Karfreitag um 16 und 19.30 Uhr, Ostersonntag und Ostermontag jeweils um 11 und 15 Uhr. Karten gibt es im Internet unter www.zirkus-charles-knie.de , im WN-Ticketshop am Prinzipalmarkt 13/14 und ab Mittwoch täglich ab 10 Uhr an der Zirkuskasse.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6548751?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Preußen angeln sich Luca Schnellebacher aus Aalen – Warschewski muss gehen
Wachablösung: Luca Schnellbacher (l.) stürmt
Nachrichten-Ticker