Verwaltung plädiert für nachhaltige Modelle
Neue Eimer und Bänke braucht die Stadt

Münster -

In städtischen Grünanlagen stehen etwa 3000 Sitzbänke und 4500 Mülleimer. Ihre Wartung und Reparatur ist mitunter teurer als ihre Anschaffung. Die Stadtverwaltung möchte deshalb die bisherigen Modelle durch stabilere Typen ersetzen. Das dauert natürlich seine Zeit . . .

Dienstag, 30.04.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 30.04.2019, 07:04 Uhr
Willi Bäumker (r.) vom Grünflächenamt empfiehlt den Abfallbehälter „Santolini“. Dezernent Matthias Peck (l.) und Jörg Hoffmann vom Umweltamt lassen sich gerne überzeugen.
Willi Bäumker (r.) vom Grünflächenamt empfiehlt den Abfallbehälter „Santolini“. Dezernent Matthias Peck (l.) und Jörg Hoffmann vom Umweltamt lassen sich gerne überzeugen. Foto: ohw

Die erste Bank war ein Reinfall. Sie stand am Aasee und wurde dort prompt von einem besorgten Anwohner angestrichen; der Mann hatte sich einfach nicht vorstellen können, dass die Stadt wirklich eine Bank aus unlasiertem Eichenholz testen wollte . . .

Die anderen Modelle waren kaum erfolgreicher. Die eine Bank setzte Grünspan an, die andere verzog sich leicht, die dritte wurde nach einem kräftigen Regenschauer gar nicht wieder trocken. Ein weiteres Modell aus Kunststoff ließ sich prima reinigen, aber kaum ausbessern. Nicht zu fassen, was eine Stadtverwaltung alles bedenken muss, die sich um die Anschaffung, Pflege und Erneuerung von 3000 Sitzbänken zu kümmern hat – und um 4500 öffentliche Mülleimer noch dazu.

Neue Strategie

Das Geschäft mit den Eimern und Bänken in öffentlichen Grünflächen, die pro Stück mehrere Hundert Euro kosten, ist eine Millionen­sache. Um möglichst sorgsam zu wirtschaften, verfolgt das Grünflächenamt eine neue Strategie: Drei Jahre lang wurden ausgewählte Modelle getestet und von ebenjenen Mitarbeitern des Amts bewertet, die tagtäglich mit der Wartung und Pflege dieser Bänke und Eimer beschäftigt sind.

Das Ergebnis wird am 14. Mai dem städtischen Umweltausschuss vorgestellt. So viel vorweg: Die Stadtverwaltung möchte demnächst am liebsten Bänke aus ­„Kebony“ aufstellen und den vorhandenen Standard­eimer, Typ „Wien“, durch das um 20 Liter größere Modell „Santolino­“ ersetzen. Der Austausch soll ganz allmählich vonstatten gehen, wie Jörg Hoffmann vom Grünflächenamt berichtet.

Resistenter gegen Vandalismus

Der Nachteil: Die Anschaffungskosten sind etwas höher als bei den jeweiligen Vorgängermodellen. Der Vorteil: Die neuen Bänke und Eimer sind stabiler, leichter zu handhaben, besser zu warten und resistenter gegen Vandalismus. Unterm Strich dürfte es preiswerter werden. Auf Neudeutsch: nachhaltiger.

„Kebony“ ist ein aufwendig imprägniertes Holz: gut zu reinigen, leicht auszubessern und wie Altholz zu entsorgen. „Santolini“ ist ein 60-Liter-Eimer mit hygienischer Bodenklappe, diskretem Ascher und Einwurfschlitz im Pizza-Pappe-Format. Beide widerstehen mit Anstand selbst vorschriftswidriger Inanspruchnahme durch notorische Bierflaschenöffner, marodierende Rabenvögel, unachtsame Raucher und unverschlossene Hunde-Tütchen. „Das ist die Lebenswirklichkeit“, sagt Umweltdezernent Matthias Peck.

Wenn die Politik grünes Licht gibt, sollte der Austausch im gesamten Stadtgebiet in fünf bis zehn Jahren abgeschlossen sein.

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