Unfall in Engpass
Tödlicher Brand - abgestellte Autos behinderten Feuerwehr

Lengerich -

Es war so eng, dass der Gelenkmastwagen mehrfach vor - und zurücksetzen musste, um endlich um die Kurve zu kommen. Dabei passierte es: Während eines Einsatzes an der Münsterstraße – bei dem Wohnungsbrand kam ein Mensch ums Leben – ist das Fahrzeug der Lengericher Feuerwehr in einen Verkehrsunfall verwickelt worden.

Freitag, 10.05.2019, 05:30 Uhr
An der Ecke Goethestraße/Uhlandstraße wurde es am Mittwochmorgen während einer Einsatzfahrt für den Gelenkmastwagen der Feuerwehr sehr eng. Beim Rangieren kam es zum Zusammenstoß mit einem Pkw, der zu nahe an der Kreuzung abgestellt worden war.
An der Ecke Goethestraße/Uhlandstraße wurde es am Mittwochmorgen während einer Einsatzfahrt für den Gelenkmastwagen der Feuerwehr sehr eng. Beim Rangieren kam es zum Zusammenstoß mit einem Pkw, der zu nahe an der Kreuzung abgestellt worden war. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Ein Fahrzeug der Lengericher Feuerwehr ist am Mittwoch im Zuge des Einsatzes an der Münsterstraße – bei dem Wohnungsbrand kam ein Mensch ums Leben – in einen Verkehrsunfall verwickelt worden. Es entstand nur vergleichsweise geringer Blechschaden. Doch das Vorkommnis macht exemplarisch deutlich, zu welchen Schwierigkeiten es kommen kann, wenn die Wege für die Rettungskräfte nicht frei sind.

Feuerwehrchef Hartwig Hübner , der den Einsatz leitete, beorderte den Gelenkmastwagen am Mittwochmorgen zur Uhlandstraße, um bei Bedarf von hinten an die Wohnungen in dem Haus herankommen zu können.

Kollision beim Rangieren

Die Anfahrt erfolgte über die Goethestraße. An der Ecke zur Uhlandstraße wurde es dann beim Linksabbiegen eng. Ein Pkw stand am rechten Fahrbahnrand zu dicht an der Kreuzung, sodass das fast zehn Meter lange und 2,50 Meter breite Fahrzeug nicht in einem Zug passieren konnte.

Goethestraße & Uhlandstraße - Google Maps

An der Kreuzung von Goethestraße und Uhlandstraße musste die Feuerwehr lange rangieren. Foto: Screenshot Google Maps

Vier-, fünfmal sei vor- und zurückgesetzt worden, berichtet Hübner. Noch schwieriger machte das Fahrmanöver ein zweiter Pkw, der auf der anderen Seite der Kreuzung am gegenüberliegenden Straßenrand stand – ebenfalls unzulässig dicht an der Einmündung zur Goethestraße. Trotz Einweiser kollidierte der Gelenkmastwagen schließlich mit dem zweiten Pkw.

15 Euro Bußgeld

Der Schaden an dem Auto wird von der Feuerwehr übernommen. An deren Fahrzeug blieb nur ein Kratzer zurück. Die beiden Halter der Pkw werden, weil sie weniger als fünf Meter zum Kreuzungsbereich ließen, auch zur Kasse gebeten, wie Martin Pogrifke am Donnerstag gegenüber den WN erklärte. Es handele sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit jeweils 15 Euro geahndet werde, erklärte der Fachdienstleiter Sicherheit und Ordnung.

Er und Hartwig Hübner nehmen den Vorfall zum Anlass, an Verkehrsteilnehmer zu appellieren, beim Abstellen von Fahrzeugen immer genügend Platz für Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei zu lassen. Lengerichs Feuerwehrchef sagte zudem in aller Deutlichkeit: „Hätten wir in diesem Moment Leute von den Balkonen holen müssen, wären wir anders an die Sache herangegangen.“ Soll heißen: Dann wäre nicht mehrfach vor- und zurückgesetzt worden, um Beschädigungen zu vermeiden, sondern dann wären Schäden bewusst in Kauf genommen worden.

Hätten wir in diesem Moment Leute von den Balkonen holen müssen, wären wir anders an die Sache herangegangen.

Feuerwehrchef Hartwig Hübner

Seinen Worten zufolge war es das erste Mal, dass es in Lengerich während eines Einsatzes zu einem solchen Fall gekommen ist. Er und Pogrifke erinnern aber daran, dass 2017 nach einem Brand an der Erich-Kästner-Straße zusätzliche Halteverbote eingerichtet worden seien, weil sich dort gezeigt habe, wie eng es im Ernstfall werden konnte.

Ähnliches werde im Bereich Uhlandstraße/Goethe-straße nun aber nicht folgen, so der Fachdienstleiter weiter. Dort gebe es bereits Einschränkungen für den ruhenden Verkehr, weitere seien den Anwohnern nicht zuzumuten. Und er verweist darauf, dass es am Mittwoch ja nicht um nicht ausreichende Regelungen gegangen sei, sondern darum, dass sich Verkehrsteilnehmer nicht an die bestehenden gehalten hätten.

3,05 Meter müssen frei bleiben

Reiner Schöttler, Sprecher der Polizei im Kreis Steinfurt, erläutert die Sachlage noch über den konkreten Fall hinaus. Demnach muss gesichert sein, dass für Feuerwehr und Co. eine Gasse von mindestens 3,05 Metern Breite frei bleibe. Nur damit sei laut aktueller Rechtsprechung gesichert, dass die bis zu 2,55 Meter breiten Fahrzeuge sicher passieren könnten.

Mit einem Lächeln reagierte Feuerwehrchef Hübner übrigens auf die Frage, ob er die 15 Euro für die Ordnungswidrigkeit für ausreichend halte. Dann verwies er auf andere EU-Staaten wie die Niederlande, wo Verkehrsteilnehmer wesentlich massiver zur Kasse gebeten würden.

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