Baustelle an Hüfferstraße
Engpass durch Häuserabriss

Münster -

Münster hat jüngst seinen Titel als Fahrradhauptstadt verloren. Die aktuelle Baustelle an der Hüfferstraße, Ecke Himmelreichallee, ist in den Augen mancher Leezenritter ein Beispiel dafür, dass bei der Verkehrsplanung die Anliegen der Radfahrer zu wenig berücksichtigt werden.

Dienstag, 14.05.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 14.05.2019, 09:33 Uhr
Viele Radfahrer nutzen die Hüfferstraße als „Einflugschneise“ in die Stadt. Eine Baustelle an der Hüfferstraße / Ecke Himmelreichallee bremste die Verkehrsteilnehmer aus.
Viele Radfahrer nutzen die Hüfferstraße als „Einflugschneise“ in die Stadt. Eine Baustelle an der Hüfferstraße / Ecke Himmelreichallee bremste die Verkehrsteilnehmer aus. Foto: Oliver Werner

„Solange solche Baustellen in Münster möglich sind, brauchen wir uns eigentlich nicht zu wundern, wenn uns andere Städte in Sachen Fahrradfreundlichkeit überholen“, bringt es Julia Lingens auf den Punkt, deren tägliche Fahrt zur Arbeit über diese Strecke führt.

Radfahrer, die auf der Hüfferstraße, einer der Hauptverkehrsadern Richtung Innenstadt, unterwegs sind, müssen sich plötzlich ab der Einmündung Himmelreichallee in den fließenden Autoverkehr einreihen.

„Durchfahrt verboten-Schild“ statt Baustellen-Ampel

Tagelang stand hier ein „Durchfahrt verboten-Schild“ für Radfahrer, an das sich kaum jemand hielt, wie Julia Lingens bemängelt. Das Schild wurde von der Stadt inzwischen entfernt, an der kritischen Verkehrsführung änderte dies nichts.

„Anstatt, dass der Autoverkehr vielleicht mit einer Ampelanlage nur einspurig an dieser Engstelle vorbeigeführt wird, werden hier einfach Bürgersteig und Radweg dicht gemacht“, ärgert sich Julia Lingens.

Ein Zustand, der nur vorübergehend sei, erklärt auf Anfrage unserer Zeitung Werner Schulik vom Ordnungsamt. „Die Baustellenregelung ist derzeit bis zum 17. Mai genehmigt. Nach Beendigung der Abbrucharbeiten ist vorgesehen, die Radfahrer und die Fußgänger im Baustellenbereich gesichert durch einen Tunnel wieder außerhalb der Fahrbahn zu führen.“

Sicher scheint indes für Laien die Situation an der Hüfferstraße nicht. Am Freitag hatten sich die Abrissbagger so weit vorgearbeitet, dass an der alten Bürgersteiggrenze allein nur die haushohe Fassadenwand des einstigen Eckhauses stand. So nah an der Fahrbahn – bei manchen hinterließ es ein mulmiges Gefühl.

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So sah es an der Hüfferstraße vor dem Abriss des Hauses aus. Foto: Oliver Werner (Archiv)

Unsichere Verkehrsführung

Aber vor allem wegen der unsicheren Verkehrsführung nicht nur an dieser Stelle verzichtet, wie Julia Lingens betont, ihr zwölfjähriger Sohn bereits auf die Fahrt mit dem Fahrrad zur Schule in die Innenstadt.

Lingens: „An vielen Stellen ist es zu kritisch, zu eng.“ Dabei denkt sie auch an die Schmeddingstraße, die offiziell zwar als Fahrradstraße eingerichtet wurde, in der sich allerdings täglich die Autos stauen und Radfahrer zu riskanten Überholmanövern verführen, wenn sie von Gievenbeck in die City radeln.

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