Neues Verkehrskonzept für das Hafenquartier
Schwarz-Grün: Klare Priorität für ÖPNV und Radler

Münster -

CDU und Grünen planen eine weitgehende Reduzierung des Autoverkehrs im Hafenviertel. Dominieren sollen statt dessen Busse, Radler und Fußgänger. Der Linke Rüdiger Sagel träumt schon vom „autofreien Hafen“.

Freitag, 17.05.2019, 07:30 Uhr
Nach dem Willen von Grünen und CDU soll es das „Verdrängen“ des Busverkehrs auf dem Hansaring nicht mehr geben, sondern der Autoverkehr soll sich unterordnen. 
Nach dem Willen von Grünen und CDU soll es das „Verdrängen“ des Busverkehrs auf dem Hansaring nicht mehr geben, sondern der Autoverkehr soll sich unterordnen.  Foto: Britta Schulte

Der Vorschlag des schwarz-grünen Ratsbündnisses ist so revolutionär, dass sich der CDU-Ratsherr Horst Beitelhoff an einer Stelle der Debatte bemüßigt fühlte zu sagen: „Natürlich wird es noch Autoverkehr geben.“ Sei es drum: CDU und Grüne haben am Donnerstagabend einen Beschluss gefasst, dessen Umsetzung sicherlich zum Wegfall einer Fahrspur auf dem Albersloher Weg führen dürfte.

Hier der Beschluss in Gänze: „Im Rahmen des Masterplanes Stadthäfen ist ein Verkehrskonzept zu entwickeln, dass das Ziel hat, den ÖPNV und den Fuß- und Radverkehr klar zu priorisieren, Sharing-Lösungen integriert, smarte und umweltfreundliche Mobilitätslösungen beinhaltet und insgesamt auf eine Verkehrsvermeidung abzielt.“

Ein autofreier Hafen 

Mit einer Mischung aus Ironie und Erstaunen rief der Linke Rüdiger Sagel der CDU zu: „Das Wort Auto kommt darin nicht vor.“ Das Ziel sei offensichtlich der „autofreie Hafen“. GAL-Ratsherr Carsten Peters stellte den schwarz-grünen Antrag vor und betonte, dass es erforderlich gewesen sei, es bei der von der Stadtverwaltung vorgelegten Verkehrsuntersuchung nicht zu belassen. „Der Pkw-Verkehr muss deutlich runtergehen.“

Einig sind sich Schwarz-Grün und Stadtverwaltung in der Frage, dass eine Wiedereröffnung der Theodor-Scheiwe-Straße nicht mehr angestrebt wird und statt dessen die Schillerstraße auf ganzer Länge zu einer Fahrradstraße umgewidmet werden sollte. FDP-Ratsherr Hans Varnhagen warf mahnend ein, dass die geplanten Restriktionen für den Autoverkehr die geplanten Bauvorhaben auf dem alten Osmo-Gelände gefährden könnten. Dort ist ein hoch verdichtetes Quartier mit Büros und Wohnungen geplant.

Schwer vereinbares Ziel 

Rüdiger Sagel nahm dies zum Anlass, um die Frage aufzuwerfen, ob der schwarz-grüne Vorstoß gegen den Autoverkehr ernst gemeint sei. Das Ziel der Autofreiheit sei nur schwer mit den geplanten Millioneninvestitionen der Unternehmen LVM und Kuhr vereinbar. Der CDU-Ratsherr Hans-Georg Buddenbäumer warf ihm daraufhin vor, immer nur zu nörgeln.

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