Forschungsfabrik
200 Millionen für Batterieforschung in Münster

Münster/Düsseldorf -

Es geht um mehr als eine halbe Milliarde Euro für Münster. Die Bewerbung um die vom Bundesforschungsministeri­um geplante Forschungsfertigung für Batteriezellen will die nordrhein-westfälische Landesregierung mit mehr als 200 Millionen Euro für Münster entscheiden.

Montag, 27.05.2019, 19:34 Uhr aktualisiert: 27.05.2019, 19:43 Uhr
Forschungsfabrik : 200 Millionen für Batterieforschung in Münster
Foto: colourbox.de (Symbolbild)

Damit sollen Grundstücke, Gebäude und eine Beteiligung finanziert werden. Weitere 400 Millionen Euro würde der Bund investieren – wenn das Konzept des Landes den Zuschlag erhält. Die internationale Expertise des Batterieforschungszentrums Meet werde mit der RWTH Aachen zu einem „starken Pfund, mit dem wir ins Rennen gehen“, bekräftigten Forschungsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart am Montag.

Im Wettbewerb mit fünf Ländern müsse die Qualität entscheiden, betonten sie: „Exzellenz sollten wir den Vorrang geben, nicht regionaler Verteilung.“ Wenn es um eine so große Investition gehe, müsse die Entscheidung international nachvollziehbar sein. Diese soll am 8. Juli fallen.

Die Ausschreibung hat es in sich: Für die bundesweit einzige Forschungsfabrik müssen zügig Gewerbeflächen bebaut werden können, bis zur Fertigstellung müssen überdies ausreichende Gebäude übergangsweise verfügbar sein. Münster biete beides, betonte Pinkwart: „Die Forscher können vom ersten Tag an mit ihrer Arbeit beginnen.“

Entstehen soll die Forschungsfertigung Batteriezellen (FFB) für 150 Wissenschaftler, Techniker und weiteres Personal im Süden Münsters: Im Hansa Business Park soll ein Vier-Hektar-Areal genutzt werden, das um 1,6 Hektar erweitert werden kann. Die direkte Anbindung an Autobahn und Kanalnetz, die Nähe zur Bahn und zum Flughafen Münster/Osnabrück seien ideal, schwärmte Pinkwart. Weitere Unternehmen sollen sich auf einem 20-Hektar-Areal neben der FFB ansiedeln. Dort könnten mehrere Tausend Arbeitsplätze entstehen. 75 Unternehmen aus Deutschland, den Niederlanden, China, Japan und Südkorea haben ihre Unterstützung mit Forschungsvorhaben erklärt. 

Ein Kommentar zum Thema

Diese Bewerbung ist ein bemerkenswerter Kraftakt, der aber auch einen hohen Lohn verspricht. Die Perspektive, die sich für Münster und am Ende für NRW mit der Forschungsfertigung von Batteriezellen verbindet, kann man nicht groß genug einschätzen. Denn die international anerkannte Exzellenz der Wissenschaftler um Professor Winter in Münster, die Expertise in Produktionstechnik der RWTH Aachen, die Forschungsarbeiten in Jülich und die Praxiserfahrung der Uni Duisburg können zusammen eine ungeahnte Dynamik für die Entwicklung leistungsstärkerer und nachhaltiger Batterien einleiten.

Sogar von möglichen Sprunginnovationen – also bahnbrechenden Neuerungen – als Job-Motor ist die Rede. Dass Münster alle Voraussetzungen für die Be­werbung bietet, ist darum ein Glücksfall. Mit ihrem Konzept, das sogar die kritischen Recycling-Fragen ­einbezieht, können sich Land, Unis und Stadt selbst­bewusst sehen lassen.

Ob aber Renommee, Exzellenz und Rahmenbedingungen für einen Zuschlag im Rennen um die 400-Millionen-Euro-Investition reichen, wird eine bis zuletzt spannende Frage. Die dreht sich indes nicht nur ums Geld, sondern auch um den Anschluss an die Weltspitze. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek meint es ernst. | (Von Hilmar Riemenschneider)

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6646332?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Experten-Team hat Arbeit aufgenommen
Die DKV-Residenz am Tibusplatz: Dort sind in den vergangenen Tagen Probleme bekannt geworden, die jetzt Thema in einer Bewohnerversammlung waren.
Nachrichten-Ticker