Podiumsdiskussion mit Ratsvertretern
„Neues Polizeipräsidium schnell auf den Weg bringen“

Münster -

Die Gewerkschaft der Polizei diskutierte am Dienstagabend mit Vertretern mehrerer Ratsfraktionen über den geplanten Neubau eines Polizeipräsidiums. Polizeipräsident Kuhlisch appellierte an die Politik, das Vorhaben schnell auf den Weg zu bringen.

Mittwoch, 29.05.2019, 13:30 Uhr aktualisiert: 29.05.2019, 16:13 Uhr
Diskutierten vor rund 100 Zuhörern über den geplanten Neubau eines Polizeipräsidiums (v.l.): Otto Reiners (Grüne), Christoph Theile (Polizeipräsidium), Jörg Berens (FDP), Dr. Michael Jung (SPD) und Stefan Leschniok (CDU).
Diskutierten vor rund 100 Zuhörern über den geplanten Neubau eines Polizeipräsidiums (v.l.): Otto Reiners (Grüne), Christoph Theile (Polizeipräsidium), Jörg Berens (FDP), Dr. Michael Jung (SPD) und Stefan Leschniok (CDU). Foto: Matthias Ahlke

Münster braucht ein neues Polizeipräsidium – und zwar schnell. Dies stellte am Dienstagabend Polizeipräsident Hajo Kuhlisch bei einer Podiumsdiskussion klar, zu der die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eingeladen hatte. „Wir haben keine Jahre, sondern müssen das Projekt in den nächsten Monaten auf den Weg bringen“, so Kuhlisch. „Ein Neubau ist lange überfällig“, unterstrich auch der stellvertretende münsterische GdP-Vorsitzende Alexander Koch. Er befürchtete, „dass wir leer ausgehen werden, wenn wir zu lange warten“.

„Ein Neubau wäre eine Win-win-Situation für Polizei und Stadt“, zeigte sich SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung überzeugt. Auf den bislang von der Polizei genutzten Flächen könne bezahlbarer Wohnraum entstehen. FDP-Fraktionschef Jörg Berens unterstrich: „Wo wir der Polizei helfen können, werden wir das tun.“ Stefan Leschniok (CDU) machte sich für ein „schnelles Verfahren“ stark. Auch Grünen-Fraktionschef Otto Reiners bezeichnete es als „selbstverständlich“, die Polizei bei der Grundstückssuche zu unterstützen.

Besten Standort ermitteln

Die favorisiert, wie berichtet, als Standort für einen Neubau den Stadthafen 2. „Die CDU ist offen für diesen Standort“, so Leschniok, „aber dafür müsste der Masterplan geändert werden.“ Reiners wünschte sich vor einer Standortfestlegung mehr Informationen. „Wir haben bislang keinen Überblick, welche Flächen zur Verfügung stehen.“ Er machte sich für einen „Suchprozess“ stark, bei dem der „bestmögliche Standort“ ermittelt werden soll. „Das kann dann durchaus der Stadthafen sein.“

Ein „großes Fragezeichen“ machte Reiners hinter den Zeitplan, den zuvor Christoph Theile, Projektleiter des Polizeipräsidiums, vorgestellt hatte: Baubeginn 2021, Fertigstellung 2024 – „wenn es optimal läuft“. Auf einem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen künftig bis zu 1300 Personen arbeiten, die Kosten für das Projekt werden auf bis zu 150 Millionen Euro beziffert. „Die Zeit ist ein wichtiger Faktor“, stellte Theile klar. „Wer als Erster das Geld beantragt, der bekommt es.“

Der Hafen passt gut

Die Standortsuche bezeichnete Kuhlisch als „offenes Verfahren mit wenigen Möglichkeiten“. Der Hafen passe gut, so Kuhlisch. Auch Theile bewertete diesen Standort als „optimal“: Hier seien kurze Einsatzreaktionszeit und schnelle Erreichbarkeit der Autobahn gewährleistet – „eine Liegenschaft der kurzen Wege“, meinte Theile mit Blick auf die Nähe zur Innenstadt.

Reiners brachte auch das bislang für einen Stadion-Neubau vorgesehene Areal an der Nieberdingstraße ins Gespräch. „Ich werde heute Abend nicht sagen, was der geeignete Standort für einen Neubau ist“, so Reiners. Den von Theile erläuterten Zeitplan bezeichneten auch Jung und Leschniok als „sportlich“. Er appellierte, auf einer „vernünftigen Basis zügig zu handeln“: „Die Politik wird sicher nicht der Bremser sein“, so Leschniok.

Druck mit Geschmäckle

Dass das Land das Geld nur bis zum Ende der Legislaturperiode bereithält, bezeichnete Reiners als „Druck“, der ein „Geschmäckle“ habe. „Das erschwert uns die Arbeit vor Ort“, so der Grüne.

„Es ist unzumutbar, länger zu warten, wenn man sich die Gebäude ansieht“, stellte Kuhlisch klar. „Wenn ein dreistelliger Millionen-Betrag an der Stadt vorbeizieht, wäre das unglaublich schade.“ Zugleich zeigte er sich optimistisch, dass das Verfahren nicht scheitern wird.

Jung forderte eine Klärung „in den kommenden Wochen“ – das sei man den Polizeibeamten, die jeden Tag für die Bürger „die Knochen hinhalten“, schuldig.

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