Stadtwerke
Münster bekommt eine zweite Elektrobus-Linie

Münster -

Schon seit vier Jahren setzen die Stadtwerke Münster Elektrobusse ein, mit der Linie 14 ist eine erste Strecke bereits vollständig elektrifiziert. Derzeit bereitet das Verkehrsunternehmen die nächste E-Bus-Linie vor, für die jetzt die Förderzusage über 1,64 Millionen Euro vom Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) vorliegt. 

Freitag, 07.06.2019, 12:45 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 12:54 Uhr
An der Buswende Dieckmannstraße in Gievenbeck wird eine Ladestation für die Elektrobusse errichtet.
An der Buswende Dieckmannstraße in Gievenbeck wird eine Ladestation für die Elektrobusse errichtet. Foto: Stadtwerke Münster

Die Gelder stammen aus dem Fördertopf des Ministeriums für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Insgesamt investieren die Stadtwerke 2020 auf der Linie 11 in einem ersten Schritt 3,2 Millionen Euro für eine Schnellladestation und vier elektrische Gelenkbusse. 2021 sollen sechs weitere Busse und ein zweiter Ladepunkt folgen, um die Linie komplett zu elektrifizieren.

„Elektrobusse sind in Verbindung mit Ökostrom der richtige Schritt, um den Nahverkehr noch klimafreundlicher zu machen. Daran arbeiten wir bereits seit mehreren Jahren erfolgreich. Der durchaus herausfordernde Einstieg ist gelungen, die Fördergelder ermöglichen es uns nun, eine weitere Linie auf den rein elektrischen Antrieb umzustellen“, erklärt Stefan Grützmacher , Geschäftsführer der Stadtwerke. „Unser erfolgreicher Start in Sachen E-Bus wird in Düsseldorf sowie beim NWL in Unna und Münster sehr positiv wahrgenommen und nun mit der erneuten Förderzusage honoriert.“

Ladestation in Gievenbeck

Die ersten E-Busse sollen im ersten Halbjahr 2020 auf der Linie 11 fahren. „Wir haben uns erneut für Busse des Herstellers VDL entschieden, wie sie auch bereits auf der Linie 14 fahren – sehr zur Freude von Fahrgästen, Anwohnern und übrigens auch der Busfahrerinnen und Busfahrer“, sagt Eckhard Schläfke , Betriebsleiter der Stadtwerke.

Testfahrt mit dem neuen Stadtwerke-Gelenkbus

Die Linie 11 gehört zu den meistgenutzten Buslinien Münsters und ist rund 15 Kilometer lang. Auf ihr kommen erstmals elektrische Gelenkbusse zum Einsatz. Sie weisen eine Reichweite von rund 150 Kilometern auf und tanken während der normalen Wendezeit an der Endhaltestelle regelmäßig Ökostrom nach. Dafür errichten die Stadtwerke an der Buswende Dieckmannstraße ab Herbst 2019 eine Ladestation. „Sie steht an einem Knotenpunkt mehrerer Linien und kann noch um einen zweiten Lademast erweitert werden. Auch in einem zukünftigen Metrobusnetz könnte sie so optimal genutzt werden“, gibt Stefan Grützmacher einen Ausblick auf künftige Überlegungen.

„Wenn unsere E-Busse an dezentralen Ladestationen tanken, die sich in das bestehende Netz einbinden lassen, entlasten wir auch die Infrastruktur im zentralen E-Bus-Depot. Dort möchten wir die Busse zukünftig über Nacht mit einer intelligenten Flexpower-Lösung laden, also abhängig von der aktuellen Stromnetzbelastung und damit besonders netzschonend“, erklärt Eckhard Schläfke.

100 E-Busse bis 2030

Die Linie 11 verläuft aus dem Stadtteil Gievenbeck vorbei an den großen Standorten der Universität und Fachhochschule Münster am Coesfelder Kreuz, am Schloss und am Domplatz, durch die Innenstadt und weiter über Hauptbahnhof sowie Wolbecker Straße ins Wohngebiet an der Mondstraße. Der im Westen gelegene Stadtteil Gievenbeck gehört zu den größten Stadtteilen und ist insbesondere bei Familien und Studenten beliebt.

Die Stadtwerke Münster wollen ab 2030 nur noch E-Busse einsetzen und dafür 100 Elektrobusse beschaffen. Ihren Betriebshof bauen sie dafür derzeit um, bis Ende des Jahres sollen in einem ersten Ausbauschritt 24 Flexpower-Ladepunkte für die überwiegend nächtliche Aufladung von 40 Gelenkbussen fertiggestellt werden. Auch hierfür hat das Land NRW rund 1,2 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung gestellt und übernimmt damit den Großteil der Investition von 1,35 Mio. Euro.

Durch die schrittweise Anschaffung von E-Bussen in kleineren Losen profitieren die Stadtwerke in den kommenden Jahren von der rasanten technischen Weiterentwicklung. Neben Bussen mit Nachladung an der Endhaltestelle planen sie für längere Gelenkbuslinien mit Tageseinsätzen von 350 bis 400 km außerdem, Elektrobusse mit einer Brennstoffzelle und Wasserstofftank als Reichweitenverlängerer anzuschaffen. Sie tanken an der bereits vorhandenen Wasserstofftankstelle der Westfalen AG in Amelsbüren. Die ersten beiden Busse befinden sich in Produktion.

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