Pioniere der Rösterszene
Stadt verleiht Wirtschaftspreis an Sandra Götting und Mario Joka

Münster -

Die besten Rohkaffees finden, den Bohnen ihr individuelles Aroma entlocken und das Getränk dem Gast perfekt zubereitet anbieten: Das war 2003 die Idee von Sandra Götting und Mario Joka. Also gründeten die Optikerin und der Tischler ihre eigene Rösterei – und damit begann eine Erfolgsgeschichte, die jetzt mit dem Wirtschaftspreis 2019 der Stadt Münster gewürdigt wird.

Dienstag, 18.06.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 18.06.2019, 20:05 Uhr
Setzen konsequent auf den fairen Handel und haben die Kultur des Kaffeegenusses in Münster verändert: Sandra Götting und Mario Joka – hier mit Labradordame Hedda – werden mit dem Wirtschaftspreis ausgezeichnet.
Setzen konsequent auf den fairen Handel und haben die Kultur des Kaffeegenusses in Münster verändert: Sandra Götting und Mario Joka – hier mit Labradordame Hedda – werden mit dem Wirtschaftspreis ausgezeichnet. Foto: Roestbar

Sie sind innovativ denkende und agierende Unternehmer und sie sind Pioniere auf dem Markt der Kaffeeröster. Mit inzwischen fünf individuellen Kaffeehäusern in der Stadt haben Sandra Götting und Mario Joka die Kultur des Kaffeegenusses in Münster verändert, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung.

Als Geschäftsführer der Roestbar GmbH & Co. KG setzen sie dabei so konsequent wie erfolgreich auf den fairen Handel. Die Stadt Münster verleiht dem Ehepaar, das erfolgreiches Unternehmertum und gesellschaftliche Verantwortung, Qualität und Nachhaltigkeit miteinander vereint, den Wirtschaftspreis 2019.

Die Erfolgsgeschichte begann 2003 

Oberbürgermeister Markus Lewe wird die Auszeichnung am 19. September im Erbdrostenhof überreichen. Die Laudatio hält der Unternehmer Hermann Brück, Preisträger des Jahres 2017.

2003 erfüllten sich die Optikerin und der Tischler als Quereinsteiger an der Nordstraße ihren Traum von einer eigenen Rösterei nebst Kaffeehaus. Ihr Anspruch: Die besten Rohkaffees zu finden, sie im vertrauensvollen Umgang mit den Produzenten vor Ort zu kaufen, den Bohnen in der heimischen Rösterei ihr individuelles Aroma zu entlocken und das schwarze Getränk dem Gast perfekt zubereitet anzubieten.

Die Kaffeebauern profitieren vom persönlichen Kontakt 

Die Saat des Vorhabens, direkte Beziehungen zu Farmern und Kooperativen zu pflegen, ist aufgegangen. Mehrmals im Jahr fliegt das Roestbar-Team in die Ursprungsländer der braunen Bohne und kauft dort direkt beim Produzenten ein. Die Kaffeebauern werden entsprechend entlohnt. Ein Preis, der nach eigenen Angaben einem Vielfachen des Börsen- und Fairtrade-Preises entspricht.

Heute betreibt das Ehepaar am Standort Bohlweg neben der Rösterei noch eine Backstube und eine Kaffeeschule. Auf ihrem Weg ernteten Sandra Götting und Mario Joka Anerkennung und Auszeichnungen, heißt es weiter. Das Gourmet-Magazin „Der Feinschmecker“ zählte sie im März 2018 zu den „besten Cafés und Röstereien in Deutschland“.

Die beiden Kaffeekenner haben demnach den lokalen Markt erobert. Aus der Rösterei wandern jährlich gut 100 Tonnen Kaffee in die Gastronomie, zu Firmen- und Privatkunden sowie in die eigenen Kaffeemaschinen. Inzwischen beschäftigt das Ehepaar 52 sozialversicherungspflichtige Frauen und Männer sowie 30 Aushilfen. Die Frauenquote liegt bei 50 Prozent.

Sozial engagiert im Anbauland Uganda 

Seit fünf Jahren unterstützt das Unternehmerpaar den Verein „Lichtstrahl Uganda“, der sich um die medizinische Grundversorgung in Gulu in Uganda bemüht, einem der Herkunftsländer der Roestbar-Bohnen. Die Münsteraner haben unter anderem für ein Kaffeehaus nebst professioneller Espressomaschine gesorgt, eine Latrinenanlage, eine Solaranlage und einen Zaun um das Areal finanziert sowie das Monatsgehalt eines Wachmannes übernommen.

Der Wirtschaftspreis

Seit den 1970er-Jahren zeichnet die Stadt Persönlichkeiten der münsterischen Wirtschaft mit dem Preis aus. Die Entscheidung trifft der Rat auf Vorschlag der Wirtschaftsförderung.

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