Planfeststellung A 1
Zweiter Abschnitt ist schneller

Ascheberg/Münster -

Überholmanöver auf der Autobahn 1: Es sind allerdings keine Raser, die auf den beiden Spuren ein Rennen austragen. Die Planfeststellung zum sechsspurigen Ausbau der A 1 gleicht eher einem Schneckenrennen - auch ein Greifvogel spielt dabei eine Rolle. 

Freitag, 28.06.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 28.06.2019, 08:12 Uhr
Planfeststellung A 1: Zweiter Abschnitt ist schneller
Der Rotmilan im Flug. (Archivbild) Foto: dpa

Obwohl auf dem Abschnitt zwischen Werne und Ascheberg im Frühjahr 2016 mit der Offenlage etwa ein halbes Jahr früher gestartet wurde, scheint der Bereich zwischen Ascheberg und dem Dortmund-Ems-Kanal viel früher durchs Ziel zu gehen.

„Das Verfahren dort ist wesentlich einfacher, es gibt weniger Einwände“. berichtet Roland Krumm , Projektleiter für den sechsspurigen A 1-Ausbau bei Straßen.NRW in Coesfeld. Seine Behörde ist gerade dabei, die Eingaben aus dem Beteiligen der Öffentlichkeit, die im Spätherbst 2016 lief – einzuarbeiten und zu bewerten. Es müssten nur noch wenige Dinge erledigt werden, dann könnten die Akten in Coesfeld geschlossen und nach Münster geschickt werden. Dort könnte der Planfeststellungsbeschluss das Verfahren schon bald zu einem Ende bringen.

Verkehrsprognose erforderlich

Schwieriger sieht es auf dem Abschnitt zwischen Werne und Ascheberg aus. Dort, so Krumm, sei eine weitergehende Verkehrsprognose nötig. Bisher würden Zahlen bis zum Jahr 2025 berücksichtigt. Die Unterlagen müssten um Prognosen bis ins Jahr 2030 ergänzt werden. Es brauche dazu auch zwei neuer Gutachten zu Schadstoffen und Lärm. Sie würden nach aktueller Lage im nächsten Jahr fertig werden. Krumm rechnet damit, dass die Planfeststellungsunterlagen durch das Ergänzen so weit verändert werden, dass eine erneute Offenlage wahrscheinlich ist. Damit ist der Zeithorizont keine Frage von Monaten, sondern von Jahren.

A-1_Böckling

Wer aus dem Süden kommt, wird hinter der Abfahrt Ascheberg eher drei Fahrspuren in Richtung Norden vorfinden als zwischen Werne und Ascheberg. Obwohl dort das Planfeststellungsverfahren ein halbes Jahr früher begonnen hat. Foto: Kay Böckling

Wie mit einem Video umzugehen ist, dass der Behörde jetzt von einem A-1-Nachbarn aus der Bauerschaft Arup zugeschickt wurde, wirft den Zeitplan nicht durcheinander. Es zeigte einen Rotmilan, der am Himmel kreist. Zwischendurch ist ein Hausgiebel zu sehen. „Er muss unbedingt geschützt werden. Der Autobahnausbau würde seinen Lebensraum einschränken“, schreibt der A-1-Nachbar. „Dass ein Rotmilan als Nahrungsgast in der Region unterwegs ist, steht in den Unterlagen“, sagt Krumm.

Möglicherweise sei der schützenswerte Greifvogel – im Behördendeutsch handelt es sich um eine planungsrelevante Art – inzwischen auch im Umfeld der A 1 zu Hause. „Wir werden mit den Naturschützern über das Thema sprechen und eine Lösung für den Rotmilan finden“, gehört der Vogelschutz für Krumm zum Alltagsgeschäft. Dazu müsse der Lebensraum des Greifvogels konkretisiert werden. Eine Lösung könne sein, dass die Streifen, die beim Ausbau neben der Autobahn benötigt werden, in dem Bereich schmaler ausfallen müssen, deutet der Experte eine Lösung an.

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