Pfarrheim in Datteln umbenannt
Lettmanns Rolle wird aufgearbeitet

Münster -

Die Entscheidung in Datteln ist gefallen: Das Pfarrheim, das bislang nach Dr. Reinhard Lettmann benannt war, bekommt einen neuen Namen.

Samstag, 29.06.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 30.06.2019, 16:04 Uhr
Dr. Reinhard Lettmann 
Dr. Reinhard Lettmann  Foto: -wg- Wilfried Gerharz

Das Pfarrheim neben der St.-Amandus-Kirche in Datteln, das bislang nach dem im Jahr 2013 verstorbenen Bischofs von Münster Dr. Reinhard Lettmann benannt war, erhält einen neuen Namen. Der Kirchenvorstand der katholischen Kirchengemeinde in Lettmanns Geburtsstadt fasste nun den endgültigen Beschluss.

Das Gremium folgte damit dem Votum des Pfarrreirates, der in einer öffentlichen Sitzung die einstimmige Empfehlung ausgesprochen hatte, dem Reinhard-Lettmann-Haus einen neuen Namen zu geben.

Schriftzug soll entfernt werden

Bis zu einer Entscheidung über einen neuen Namen trägt das Pfarrzentrum die Bezeichnung „Pfarrheim St. Amandus“. Der Schriftzug an der Gebäudefassade soll kurzfristig entfernt worden.

Ende 2018 war bekannt geworden, dass Lettmann in seiner früheren Funktion als Generalvikar damit befasst war, dass ein Priester – der zu diesem Zeitpunkt wegen Missbrauchstaten an Kindern verurteilt worden war – innerhalb des Bistums Münster mehrfach versetzt wurde und weiterhin als Seelsorger tätig sein konnte. An mindestens einem der weiteren Einsatzorte kam es erneut zu Missbrauchsfällen.

Die Vergangenheit wird aufgearbeitet

Das bischöfliche Generalvikariat wird noch vor den Sommerferien eine externe Expertenkommission beauftragen, die die Vergangenheit aufarbeitet. Dabei soll geklärt werden, wer von den früherer Verantwortlichen was wusste und was entschieden hat. „Erst, wenn die Kommission ihre Arbeit abgeschlossen hat, wird man die Rolle von Bischof Lettmann bewerten können“, sagt Bistumssprecher Dr. Stephan Kronenburg.

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